Jahrmarkt des Lebens

Jahrmarkt des Lebens Weisheit Salomos 15,12

Der Ausdruck „Jahrmarkt des Lebens“ aus Weisheit Salomos 15,12 beschreibt eine Haltung, in der das Leben als etwas betrachtet wird, das man nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. „Verhandeln“ kann oft ohne Rücksicht auf Wahrheit oder göttliche Ordnung. Der Vers wird deutet kritisch an, dass Menschen, die sich von Gott abwenden, ihr Leben wie ein Geschäft oder einen Markt behandeln, in dem sie selbst bestimmen wollen, was gilt und was nicht.

Der Vergleich mit einem „Jahrmarkt“ macht deutlich, wie bunt, laut und oft auch oberflächlich das Leben erscheinen kann, wenn es nur um äußeren Erfolg, Vergnügen oder kurzfristige Vorteile geht. Es entsteht eine Art Tauschdenken: Man gibt etwas, um etwas anderes zu bekommen, ohne tiefere Orientierung oder bleibende Werte. Dabei verliert das Leben an innerer Ausrichtung und Stabilität.

Die Weisheit des Textes lädt dazu ein, über diese Haltung nachzudenken. Man mag das Leben als beliebig und frei verhandelbar betrachten. Oder man mag sich durch den Text erinnern lassen an eine höhere Ordnung, an der sich menschliches Handeln orientieren sollte. Wer sein Leben nicht nur als „Jahrmarkt“, sondern als verantwortliche Aufgabe versteht, erkennt Grenzen. Und sie/er erkennt auch Sinn und Ausrichtung, die über das rein Materielle hinausgehen.

Im weiteren Kontext der Bibel wird damit ein Kontrast aufgezeigt zwischen einem Leben, das sich selbst genügt, und einem Leben, das sich an Gott und seiner Weisheit ausrichtet. Der „Jahrmarkt des Lebens“ wird so zum Bild für die Versuchung, das Leben oberflächlich und selbstbezogen zu gestalten. Und zugleich zur Einladung, nach Tiefe, Orientierung und Beständigkeit zu suchen.

Ein Roman ohne Helden

Die Redewendung findet sich auch in einem Roman von William Makepeace Thackeray, der unter dem Titel „Der Jahrmarkt des Lebens“ oder „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ der englischen Gesellschaft des 19. Jh satirisch einen Spiegel vorhält. Der Roman beschreibt die recht gegensätzlichen Lebenswege zweier Frauen und entlarvt eine Gesellschaft, wo alles käuflich ist. So gilt der Begriff oft als Synonym für das hektische, oberflächliche Treiben (nicht nur der damaligen)der Welt.

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