Ein Licht auf den Leuchter stellen

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„Ein Licht auf den Leuchter stellen“ nach Matthäus 5,14–15

Die Redewendung „ein Licht auf den Leuchter stellen“ hat ihren Ursprung in der Bergpredigt Jesu. In Matthäus 5,14–15 sagt er zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“ Mit diesem anschaulichen Bild beschreibt Jesus die Aufgabe seiner Nachfolger, ihren Glauben sichtbar werden zu lassen.

Zur Zeit Jesu war ein Öllämpchen eine wertvolle Lichtquelle. Sobald die Dunkelheit hereinbrach, wurde es auf einen erhöhten Leuchter gestellt, damit sein Licht den ganzen Raum erhellte. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, eine brennende Lampe unter ein Gefäß zu stellen, denn dadurch würde ihr Licht verdeckt und seinen Zweck verfehlen. Dieses alltägliche Bild greift Jesus auf, um eine geistliche Wahrheit zu vermitteln.

Das Licht steht in der Bibel für Wahrheit, Orientierung, Hoffnung und das Leben, das von Gott ausgeht. Wer nach den Worten Jesu lebt, soll diese Eigenschaften nicht für sich behalten. Christlicher Glaube ist nicht dazu bestimmt, verborgen zu bleiben. Er soll im Verhalten, in den Worten und im Umgang mit anderen Menschen sichtbar werden.

Bemerkenswert ist, dass Jesus nicht sagt: „Ihr sollt Licht werden“, sondern: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Damit beschreibt er eine Aufgabe, die bereits aus der Verbindung mit ihm erwächst. Dieses Licht zeigt sich nicht durch laute Selbstdarstellung oder das Streben nach Anerkennung, sondern durch ein Leben, das von Liebe, Ehrlichkeit, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit geprägt ist.

Im unmittelbar folgenden Vers erklärt Jesus den Sinn dieses Bildes: „So lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Gute Taten sollen also nicht dem eigenen Ruhm dienen, sondern auf Gott hinweisen. Das Licht eines Christen soll anderen Orientierung geben und Hoffnung vermitteln.

Im Laufe der Zeit hat sich die Redewendung „etwas auf den Leuchter stellen“ auch im allgemeinen Sprachgebrauch verbreitet. Sie bedeutet heute oft, etwas hervorzuheben oder einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Der biblische Ursprung legt jedoch den Schwerpunkt nicht auf Selbstdarstellung, sondern auf den verantwortungsvollen Einsatz der eigenen Gaben zum Wohl anderer.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen, bleibt dieses Bild aktuell. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit und Mitgefühl können wie ein Licht wirken, das Dunkelheit durchbricht. Oft sind es kleine Taten, die anderen Mut machen und Hoffnung schenken.

So erinnert Matthäus 5,14–15 daran, dass ein Licht seinen Sinn nur erfüllt, wenn es leuchtet. Wer Gottes Liebe erfahren hat, ist aufgerufen, sie im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen. Ein Licht auf den Leuchter zu stellen bedeutet deshalb, das Gute nicht zu verbergen, sondern durch das eigene Handeln anderen Menschen Orientierung, Wärme und Hoffnung zu schenken.