Alle Menschen sind Lügner – Omnis homo mendax Psalm 116,11
Der Satz „Alle Menschen sind Lügner“ (lateinisch: Omnis homo mendax) stammt aus Psalm 116,11 im Buch Psalmen und wird im Kontext der Erfahrungen und Gebete von David verstanden. Der Vers ist Teil eines Psalms, in dem ein Mensch seine Not klagt und zugleich Gott für seine Rettung dankt.
Die Aussage „Alle Menschen sind Lügner“ ist nicht als pauschale Verurteilung jedes einzelnen Menschen in jeder Situation zu verstehen, sondern als Ausdruck einer tiefen Ernüchterung über menschliche Zuverlässigkeit. Im Kontext des Psalms steht der Beter unter Druck, fühlt sich verlassen oder enttäuscht und erkennt, dass menschliche Zusagen, Meinungen oder Hilfe nicht immer verlässlich sind. In diesem Moment richtet er seinen Blick weg von den Menschen hin zu Gott, der als beständig und wahrhaftig erfahren wird.
Die Formulierung bringt also eine grundlegende Einsicht zum Ausdruck: Menschen sind begrenzt, fehlbar und können irren oder enttäuschen. Im Gegensatz dazu wird Gott als verlässlich, treu und wahrhaftig beschrieben. Der Vers hebt damit weniger die moralische Verfehlung jedes Einzelnen hervor, sondern betont die Erfahrung, dass menschliche Worte und Versprechen nicht die letzte Sicherheit bieten können.
Im übertragenen Sinn wird der Satz oft verwendet, um Skepsis gegenüber menschlichen Aussagen oder Versprechen auszudrücken. Er kann daran erinnern, Aussagen zu prüfen, nicht blind zu vertrauen und sich bewusst zu machen, dass Menschen nicht unfehlbar sind. Gleichzeitig lädt er dazu ein, das Vertrauen letztlich auf etwas Größeres zu richten als auf menschliche Zuverlässigkeit allein.
So steht „Alle Menschen sind Lügner“ im biblischen Zusammenhang für eine nüchterne, aber auch vertrauensvolle Einsicht: Während menschliche Begrenztheit anerkannt wird, richtet sich das Vertrauen des Beters auf Gott, der als beständig und wahrhaftig gilt und in dessen Hand letztlich Verlässlichkeit zu finden ist.
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