Einen neuen Menschen anziehen Eph.4,24
Der Satz „einen neuen Menschen anziehen“ stammt aus dem Brief an die Epheser und steht im Zusammenhang mit den Ermahnungen von Paulus an die christliche Gemeinde (Eph 4,24). Paulus verwendet hier ein Bild aus dem Alltag: So wie man ein Kleidungsstück ablegt und ein neues anzieht, soll der Mensch sein bisheriges Verhalten „ablegen“ und eine erneuerte Lebensweise „anziehen“.
Mit dem „alten Menschen“ ist die frühere Lebensweise gemeint, die von Gewohnheiten wie Unwahrheit, Zorn, Egoismus oder anderen Verhaltensweisen geprägt ist, die nicht dem entsprechen, was Paulus als Leben im Sinne Gottes versteht. Der „neue Mensch“ hingegen steht für eine veränderte Existenz, die von Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit geprägt ist. Diese Veränderung betrifft nicht nur äußeres Verhalten, sondern auch die innere Haltung eines Menschen.
Das „Anziehen“ des neuen Menschen ist dabei nicht als einmaliger Akt zu verstehen, sondern als ein fortwährender Prozess. Es geht darum, sich bewusst auf einen neuen Lebensstil einzulassen, der sich an den Werten Gottes orientiert. Dieser Prozess wird im Epheserbrief mit der „Erneuerung des Sinnes“ verbunden, also mit einer inneren Veränderung des Denkens, die sich im Handeln ausdrückt.
Das Bild macht deutlich, dass christlicher Glaube nicht nur aus Überzeugungen besteht, sondern auch praktische Konsequenzen für das Leben hat. Wer „den neuen Menschen anzieht“, entscheidet sich dafür, alte Verhaltensmuster hinter sich zu lassen und ein Leben zu führen, das von Mitmenschlichkeit, Aufrichtigkeit und Verantwortung geprägt ist.
Im übertragenen Sinn kann der Ausdruck auch allgemein für persönliche Entwicklung stehen. Menschen verändern sich im Laufe ihres Lebens, lernen dazu und entwickeln neue Einstellungen. „Einen neuen Menschen anziehen“ kann daher als Einladung verstanden werden, bewusst an sich zu arbeiten und das eigene Verhalten immer wieder zu überprüfen und zu erneuern.
So beschreibt der Satz ein Bild für innere und äußere Veränderung. Er macht deutlich, dass ein neues Leben nicht nur gedacht, sondern auch gelebt werden soll – sichtbar in dem, wie ein Mensch denkt, handelt und mit anderen umgeht.
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