Matthäi am Letzten

Matthäi am Letzten Luther verweist damit auf den letzten Vers des Evangeliums

Der Ausdruck „Matthäi am Letzten“ geht auf die Art zurück, wie Martin Luther in seiner Bibelübersetzung auf den letzten Vers des Evangeliums nach Matthäus verweist. Gemeint ist damit der abschließende Vers in Matthäus 28,20, der den sogenannten Missionsauftrag enthält. Der Begriff selbst ist heute eine feste Redewendung geworden und bezeichnet allgemein den Schluss oder das Ende eines Textes oder einer Sache.

Im ursprünglichen Zusammenhang steht am Ende des Matthäusevangeliums die Zusage von Jesus Christus: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Diese Worte bilden den Abschluss der Begegnung Jesu mit seinen Jüngern nach seiner Auferstehung. Sie enthalten sowohl einen Auftrag als auch eine Verheißung. Die Jünger sollen hinausgehen und alle Völker zu Jüngern machen, sie taufen und lehren – und dabei dürfen sie sich der Gegenwart Jesu gewiss sein.

Die Formulierung „Matthäi am Letzten“ verweist also nicht nur auf eine Stelle am Ende eines Buches, sondern auf einen inhaltlich bedeutenden Abschluss. Der letzte Vers fasst gewissermaßen die Botschaft des gesamten Evangeliums zusammen: die Sendung der Jünger und die bleibende Gegenwart Jesu. Dadurch erhält der Schluss eine besondere Gewichtung, die über eine bloße formale Beendigung hinausgeht.

Im übertragenen Sprachgebrauch wird „Matthäi am Letzten“ heute oft verwendet, um den letzten Abschnitt oder das Ende einer Angelegenheit zu bezeichnen. Es kann sich dabei um den Abschluss eines Textes, eines Vorgangs oder auch einer längeren Entwicklung handeln.

So verbindet der Ausdruck eine sprachgeschichtliche Herkunft mit einem inhaltlich zentralen biblischen Gedanken. Er erinnert daran, dass ein Ende nicht nur ein Abschluss ist, sondern oft auch einen Höhepunkt oder eine zusammenfassende Aussage enthält, die dem Vorangegangenen Bedeutung verleiht.

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