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    Philister
    Amos 9,7, Richter 15-16, 1. Samuel 4-6, 1. Samuel 17, Jesaja 9,11

    Der Begriff „Philister“ geht auf verschiedene biblische Überlieferungen zurück, unter anderem in den Büchern Amos (Amos 9,7), Richter (Ri.15–16), (1.Sa.4–6; 17) sowie Jesaja (Jes 9,11). Historisch bezeichnet er ein Volk, das in der Küstenregion des alten Israel lebte und häufig in Konflikt mit den Israeliten stand.

    In den biblischen Erzählungen erscheinen die Philister oft als Gegenspieler Israels. So wird etwa in den Geschichten um Simson (Richter 15–16) oder den Kampf zwischen David und Goliath (1. Samuel 17) von Auseinandersetzungen berichtet. Dort spielen die Philister eine zentrale Rolle. Auch die Erzählungen um die Bundeslade (1. Samuel 4–6) zeigen die Spannungen zwischen beiden Völkern.

    Das prophetischen Buch Amos betont , dass die Philister – wie andere Völker auch – Teil der Geschichte Gottes mit der Welt sind. Der Text relativiert nationale Unterschiede und erinnert daran, dass Gott über alle Völker herrscht. Die Philister stehen damit nicht nur für einen historischen Gegner, sondern auch exemplarisch für die Auseinandersetzungen und Spannungen zwischen Völkern insgesamt.

    Ein Spießbürger

    Im übertragenen Sinn hat sich der Begriff im Laufe der Zeit im deutschen Sprachgebrauch verändert. Er wird gelegentlich abwertend für Menschen verwendet, die als engstirnig, ungebildet oder ohne geistige Offenheit gelten. Diese Bedeutung ist jedoch unabhängig von der ursprünglichen biblischen und historischen Rolle zu sehen. Der moderne Philister galt dann als kulturloser Spießbürger.
    Der Begriff ist seit dem Mittelater bekannt als abfällige Bezeichnung für die bildungsferne Stadtbewohner oder Nichtakademiker. Unter anderem im Zeitalter der Romantik stand der Begriff für Spießigkeit und somit für geistige Engstirnigkiet und Oberflächlichkeit.

    Die biblischen Texte über die Philister zeigen insgesamt ein vielschichtiges Bild: Sie erzählen von Konflikten, aber auch davon, dass Gott nicht auf ein einzelnes Volk beschränkt ist. Das macht deutlich, dass menschliche Gegensätze und politische Spannungen zwar sehr real sind. Letztlich müssen sie aber in einen größeren Zusammenhang gestellt werden, in dem Gott als übergreifende Instanz verstanden wird.