Schlagwort: Esra

  • Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Gnade währet ewiglich

    Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Gnade währet ewiglich.
    1. Chr. 16,34;Ps. 106,1; 2. Chr.7,3; Esra 3,11

    Der Satz „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Gnade währet ewiglich“ ist ein immer wiederkehrender Ruf des Lobes im Alten Testament. Er begegnet unter anderem in 1. Buch der Chronik 16,34, in Psalm 106 1, in 2. Buch der Chronik 7,3 sowie in Esra 3,11. Dass dieser Vers an verschiedenen Stellen erscheint, zeigt seine besondere Bedeutung im Glaubensleben Israels.

    Zum ersten Mal wird er im Zusammenhang mit der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem hervorgehoben. König David stimmt ein Danklied an, in dem das Volk aufgefordert wird, Gott zu preisen. Der Dank gründet nicht in momentanen Erfolgen, sondern im Wesen Gottes selbst: Er ist „freundlich“ – das heißt gütig, zugewandt und voller Liebe. Seine „Gnade“ – im Hebräischen chesed – beschreibt seine treue, verlässliche Bundestreue. Diese Gnade „währet ewiglich“, sie ist nicht abhängig von menschlicher Leistung oder Stimmung.

    Auch bei der Einweihung des Tempels unter Salomo erklingt dieser Ruf. Als die Herrlichkeit Gottes das Haus erfüllt, fällt das Volk nieder und betet an. Der Lobpreis verbindet die Erfahrung von Gottes Nähe mit dem Bekenntnis seiner ewigen Treue. Später, nach dem Exil, beim Wiederaufbau des Tempels unter Esra, wird derselbe Vers erneut gesungen. Gerade in einer Zeit des Neuanfangs, nach Schuld, Zerstörung und Leid, erinnert sich das Volk an die unveränderliche Gnade Gottes.

    Dank als Glaubensbekenntnis und Einladung

    Der Satz ist daher mehr als ein liturgischer Refrain. Er ist ein Glaubensbekenntnis. Er spricht von einem Gott, dessen Güte beständig ist – gestern, heute und morgen. Menschen erleben wechselhafte Zeiten: Freude und Trauer, Erfolg und Scheitern. Doch Gottes Wesen bleibt gleich. Seine Freundlichkeit ist nicht flüchtig, seine Gnade nicht begrenzt.

    „Danket dem Herrn“ ist zugleich eine Einladung. Dankbarkeit richtet den Blick weg von der eigenen Sorge hin auf Gottes Treue. Wer dankt, erkennt an, dass das Leben getragen ist. Dieser Dank kann im Jubel erklingen, aber auch im Vertrauen mitten in schwierigen Zeiten.

    So verbindet dieser Vers Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er erinnert an Gottes Handeln in der Geschichte, stärkt den Glauben im Heute und gibt Hoffnung für das Morgen. Gottes Freundlichkeit und seine ewige Gnade sind der Grund, immer wieder neu zu sagen: Danket dem Herrn.

  • Sich etwas über den Kopf wachsen lassen

    Sich etwas über den Kopf wachsen lassen Esra 9,6

    Der Ausdruck „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ wird in Anlehnung an Book of Ezra (Esra 9,6) verstanden und beschreibt eine Situation, in der ein Mensch von Schuld, Sorgen oder Problemen überwältigt wird. Im genannten biblischen Kontext spricht Ezra ein Gebet, in dem er die Schwere der Schuld seines Volkes zum Ausdruck bringt und bekennt, dass diese „uns bis über den Kopf gewachsen ist“.

    Das Bild verdeutlicht, dass die Last nicht mehr zu bewältigen ist und den Menschen gleichsam überragt. Es geht um ein Gefühl der Überforderung, bei dem die eigene Kraft oder die eigenen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, um mit der Situation fertigzuwerden. Die Metapher macht anschaulich, wie Schuld oder Belastung den Menschen einnehmen und ihm den Handlungsspielraum nehmen kann.

    Im biblischen Zusammenhang steht dieses Bekenntnis nicht nur für Klage, sondern auch für Einsicht und Verantwortung. Ezra spricht offen die Situation an und erkennt die eigene und gemeinschaftliche Schuld an. Diese Haltung ist verbunden mit dem Wunsch nach Umkehr und einer neuen Ausrichtung.

    Im weiteren Kontext der Bible wird deutlich, dass das Eingeständnis von Überforderung ein erster Schritt zur Veränderung sein kann. Indem Menschen ihre Grenzen erkennen und ihre Situation vor Gott bringen, öffnen sie sich für Hilfe, Vergebung und Neuanfang.

    So beschreibt „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ eine Erfahrung, in der Belastungen so groß werden, dass sie den Menschen zu überwältigen scheinen – zugleich aber auch den Moment, in dem Einsicht und Umkehr möglich werden.

  • Wie ein Mann

    Wie ein Mann Ri 20,1; Esra 2,64; 3,1.9; 6,20; Nehemia 7,66; 8.1

    Der Ausdruck „wie ein Mann“ findet sich an mehreren Stellen in der Bibel, etwa in Richter (Ri 20,1), im Buch Esra sowie im Buch Nehemia. Er wird dort verwendet, um eine besondere Form von Einmütigkeit, Geschlossenheit und gemeinschaftlichem Handeln zu beschreiben.

    Wenn es heißt, dass sich das Volk „wie ein Mann“ versammelt, bedeutet das, dass die Beteiligten einmütig zusammenkommen, mit einer gemeinsamen Zielrichtung und einem gemeinsamen Willen. Die einzelnen Personen treten dabei nicht als isolierte Individuen auf, sondern als eine Einheit, die gemeinsam handelt, entscheidet oder vor Gott tritt. Diese Formulierung betont also nicht nur die Anzahl der Menschen, sondern vor allem ihre innere Übereinstimmung.

    In den genannten Texten wird diese Einheit in unterschiedlichen Situationen sichtbar: im Richterbuch versammelt sich ganz Israel „wie ein Mann“ zum Handeln; bei Esra und Nehemia kommen die Rückkehrer aus dem Exil „wie ein Mann“ zusammen, um Gottesdienst zu feiern, das Gesetz zu hören oder Aufgaben zu bewältigen. Immer steht dabei im Vordergrund, dass die Gemeinschaft trotz ihrer Vielfalt ein gemeinsames Ziel verfolgt.

    Der Ausdruck unterstreicht die Bedeutung von Zusammenhalt. Wenn Menschen „wie ein Mann“ handeln, überwinden sie Unterschiede und handeln gemeinsam entschlossen. Diese Einheit ist eine Stärke, die es ermöglicht, große Herausforderungen zu bewältigen oder wichtige Vorhaben umzusetzen. Gleichzeitig zeigt sich darin auch eine geistliche Dimension: Die Gemeinschaft richtet sich gemeinsam auf Gott aus und sucht seine Führung.

    Im übertragenen Sinn beschreibt „wie ein Mann“ ein Verhalten, bei dem viele Einzelne in Einmütigkeit zusammenstehen. Es geht um Kooperation, gegenseitige Unterstützung und das Teilen einer gemeinsamen Verantwortung. Eine solche Haltung kann Gemeinschaften stabilisieren und ihnen Orientierung geben.

    So wird der Ausdruck „wie ein Mann“ zu einem Bild für Einheit, Geschlossenheit und gemeinsames Handeln. Die biblischen Beispiele zeigen, dass gemeinsames Auftreten und einmütiges Handeln eine große Kraft entfalten können, besonders dann, wenn Menschen sich mit einem gemeinsamen Anliegen verbinden und zusammen auf ein Ziel hin ausgerichtet sind.