„Nicht mehr wissen, wo rechts und wo links ist“ (Jona 4,11)
Der Satz „nicht mehr wissen, wo rechts und wo links ist“ aus dem Buch Jona beschreibt einen Zustand tiefer Orientierungslosigkeit. In Jona 4,11 spricht Gott über die Menschen von Ninive, die nicht unterscheiden können – ein Bild für Unwissenheit, Unsicherheit und fehlende moralische Klarheit.
Dieses Wort zeigt eine bemerkenswerte Perspektive: Statt Verurteilung steht Mitgefühl im Vordergrund. Die Menschen handeln falsch, doch sie tun es aus Unkenntnis oder Verwirrung. Sie sind wie jemand, der die Richtung verloren hat und nicht mehr weiß, wohin er gehen soll. Genau darin liegt der Grund für Gottes Barmherzigkeit.
Auch heute kennen Menschen solche Situationen. Es gibt Momente, in denen Entscheidungen schwerfallen, in denen Werte verschwimmen oder äußere Einflüsse den Blick trüben. Die Redewendung bedeutet dann, innerlich unsicher zu sein, vielleicht auch überfordert oder orientierungslos.
Der Vers lädt dazu ein, mit solchen Situationen anders umzugehen – sowohl bei sich selbst als auch bei anderen. Statt vorschnell zu urteilen, kann es helfen, Verständnis zu zeigen und Orientierung zu geben. Menschen brauchen in solchen Momenten nicht Verurteilung, sondern Hilfe, Geduld und klare Wegweisung.
Dieser Satz wird so zu einer Erinnerung an die Bedeutung von Barmherzigkeit und Verantwortung. Er ruft dazu auf, nicht nur den richtigen Weg zu suchen, sondern auch anderen dabei zu helfen, ihn wiederzufinden
*
Wenn man nicht mehr weiß, wo rechts und links ist
Wenn Menschen nicht mehr wissen, wo rechts und wo links ist, mag das auf eine vorübergehende Verwirrung oder Orientierungslosigkeit hindeuten. Sie fühlen sich dann desorientiert, verlieren den Faden und wissen nicht mehr, wo oben und unten bzw. wo vorne und hinten ist.
Haben sie eine geistige Erschöpfung erlitten, fühlen sie sich vieleicht überfordert, glauben, völlig neben der Kappe zu sein oder wissen gerade nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht.
Bei einem Kontrollverlust oder emotionalen Schock kann es vorkommen, dass man einen Blackout hat, glaubt, völlig neben der Spur zusein oder nicht mehr weiß, wie einem geschieht.
*
Etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen haben eine Rechts-Links-Schwäche und können die beiden Seiten nur schwer voneinander unterscheiden. Dabie handelt es sich um keine Erkrankung, sondern um eine Besonderheit bei der Reizverarbeitung des Gehirns.
Die unterscheidung der beiden Seite ist grundsätzlich eine Frage der Perspektive, da die Seiten immer von der eigenen Position im Raum, vom eigenen Körper abhängen. Es werden immer noch verschiedene Ursachen diskutiert, die für diese Orientierungsschwäche in Frage kommen.
Eine Möglichkeit zur Orientierung ist folgende Übung: Legen sie beide Hände flach auf den Tisch. Daumen und Zeigefinger der linken (!) Hand bilden ein „L“; das „L“ der rechten Hand ist spiegelverkehrt.