Eine Unterlassungssünde begehen

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Eine Unterlassungssünde begehen aus Jakobus 4,17

Der Begriff „Unterlassungssünde“ stammt aus der christlichen Ethik und geht auf einen Gedanken aus dem Jakobusbrief zurück. In Jakobus 4,17 heißt es: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.“ Mit diesen Worten macht die Bibel deutlich, dass Schuld nicht nur durch falsches Handeln entstehen kann, sondern auch dadurch, dass man das Richtige unterlässt.

Oft denken Menschen bei Sünde vor allem an Dinge, die man aktiv tut, etwa Lügen, Betrug oder Ungerechtigkeit. Der Jakobusbrief erweitert diesen Blickwinkel. Er erinnert daran, dass auch Untätigkeit Folgen haben kann. Wer die Möglichkeit hat, einem Menschen zu helfen, für Gerechtigkeit einzutreten oder Verantwortung zu übernehmen, und dies bewusst nicht tut, versäumt etwas, das moralisch geboten wäre.

Eine Unterlassungssünde entsteht also nicht durch eine böse Tat, sondern durch das Ausbleiben einer guten Tat. Dabei geht es nicht um jede versäumte Gelegenheit oder um menschliche Unvollkommenheit. Entscheidend ist, dass jemand erkennt, was richtig wäre, und dennoch bewusst darauf verzichtet. Wissen und Verantwortung gehören dabei eng zusammen.

Jesus selbst hat diesen Gedanken in seinen Gleichnissen verdeutlicht. Besonders im Gleichnis vom barmherzigen Samariter wird gezeigt, dass Menschen schuldig werden können, wenn sie einem Bedürftigen nicht helfen, obwohl sie dazu in der Lage wären. Nicht nur der Räuber handelt falsch, sondern auch jene, die vorbeigehen und nichts unternehmen.

Die Bedeutung dieses Gedankens „Eine Unterlassungssünde begehen“ reicht weit über den religiösen Bereich hinaus. Auch im gesellschaftlichen Leben spielen Unterlassungen eine wichtige Rolle. Wenn Menschen wegsehen, obwohl Unrecht geschieht, wenn sie schweigen, obwohl sie die Wahrheit kennen, oder wenn sie Hilfe verweigern, obwohl sie helfen könnten, entstehen oft Leid und Ungerechtigkeit. Verantwortung bedeutet deshalb nicht nur, Schlechtes zu vermeiden, sondern auch aktiv das Gute zu fördern.

Gleichzeitig fordert dieser Bibelvers zu einer bewussten Lebenshaltung auf. Er erinnert daran, dass jeder Mensch Möglichkeiten hat, positiv auf seine Umgebung einzuwirken. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Mitgefühl sind nicht nur gute Eigenschaften, sondern konkrete Aufgaben im Alltag.

Die Worte aus Jakobus 4,17 zeigen, dass Glaube und Handeln untrennbar miteinander verbunden sind. Es genügt nicht, das Gute zu kennen oder darüber zu sprechen. Entscheidend ist, es auch zu tun. Die Lehre von der Unterlassungssünde macht deutlich, dass Verantwortung nicht nur in unseren Taten liegt, sondern auch in dem, was wir unterlassen. Sie ruft dazu auf, Gelegenheiten zum Guten wahrzunehmen und das eigene Wissen in konkretes Handeln umzusetzen.