Was werden wir essen, was werden wir trinken?

Was werden wir essen, was werden wir trinken? Mt 6,31-33

Der Satz „Was werden wir essen, was werden wir trinken?“ stammt aus der Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus (Mt 6,31–33). Jesus greift hier eine der grundlegendsten Sorgen des Menschen auf: die Angst um das tägliche Auskommen. Nahrung, Kleidung, Sicherheit – all das sind reale Bedürfnisse, die das Leben bestimmen.

Jesus verurteilt diese Fragen nicht, sondern stellt sie in einen größeren Zusammenhang. Er verweist auf die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes. Sie sorgen nicht im menschlichen Sinn, und doch werden sie versorgt. Daraus folgt keine Aufforderung zur Untätigkeit, sondern zur inneren Gelassenheit. Das Leben besteht aus mehr als Essen und Trinken; der Mensch ist mehr als sein materieller Bedarf.

Im Mittelpunkt steht der bekannte Ruf: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Die Reihenfolge ist entscheidend. Nicht die Sorge soll das Denken beherrschen, sondern das Vertrauen. Wer sein Leben auf Gottes Willen ausrichtet, darf darauf bauen, dass das Notwendige nicht fehlt.

Die Frage „Was werden wir essen, was werden wir trinken?“ ist zeitlos. In jeder Generation stehen Menschen vor Unsicherheit, wirtschaftlichen Sorgen oder existenziellen Ängsten. Jesu Antwort nimmt diese Sorgen ernst, aber sie relativiert sie zugleich. Sie ruft dazu auf, sich nicht von Angst bestimmen zu lassen, sondern vom Vertrauen auf Gottes Fürsorge.

So wird die Frage nicht verdrängt, sondern verwandelt. Aus der Sorge um das Morgen wächst die Einladung, heute im Vertrauen zu leben – mit offenen Händen, die arbeiten, und einem Herzen, das auf Gott hofft.

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