Lass die Toten ihre Toten begraben Matthäus 8,22; Lukas 9,60
Der Satz „Lass die Toten ihre Toten begraben“ aus Matthäus 8,22 und Lukas 9,60 gehört zu den herausforderndsten Worten Jesu. Er fällt im Zusammenhang mit der Berufung zur Nachfolge. Ein Mensch möchte Jesus nachfolgen, bittet jedoch darum, zunächst noch familiäre Pflichten zu erfüllen, wie die Bestattung eines Angehörigen. Jesu Antwort wirkt zunächst hart und überraschend.
Im Kontext wird deutlich, dass Jesus die Bedeutung der Nachfolge über alles andere stellt. Die Formulierung „die Toten“ wird dabei doppelt verwendet: einmal im wörtlichen Sinn für Verstorbene und zugleich im übertragenen Sinn für Menschen, die zwar leben, aber in Bezug auf die Nachfolge geistlich „tot“ sind, also nicht auf Gottes Ruf ausgerichtet sind. Der Satz bringt somit eine radikale Priorität zum Ausdruck.
Jesu Aussage will nicht die Fürsorge für Verstorbene oder die Achtung familiärer Bindungen grundsätzlich abwerten. Vielmehr betont er die Dringlichkeit seiner Botschaft und die Konsequenz, mit der Nachfolge gelebt werden soll. Wer sich auf diesen Weg einlässt, soll nicht zögern oder aufschieben, sondern klare Entscheidungen treffen.
Der Satz fordert dazu heraus, die eigenen Prioritäten zu überdenken. Er stellt die Frage, was im Leben wirklich an erster Stelle steht und wie bereit man ist, auf einen Ruf zu reagieren, der möglicherweise Veränderungen und Verzicht mit sich bringt. Nachfolge wird hier als etwas verstanden, das den ganzen Menschen beansprucht und nicht nebenbei geschieht.
So bleibt dieser Vers ein eindringliches Wort, das nicht leichtfertig zu verstehen ist. Er lädt dazu ein, über den eigenen Lebensweg nachzudenken und sich der Frage zu stellen, welche Bedeutung das Vertrauen und die Ausrichtung auf Jesus im eigenen Leben haben – auch dann, wenn dies Entscheidungen verlangt, die nicht immer bequem sind.
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