Zum Teufel gehen
Die Redewendung „zum Teufel gehen“ gehört zu den bekanntesten Wendungen der deutschen Sprache. Sie wird heute meist verwendet, um auszudrücken, dass etwas zugrunde geht, scheitert oder verloren ist. Man sagt etwa, dass ein Plan „zum Teufel geht“, wenn er misslingt, oder dass jemand „zum Teufel gegangen“ ist, wenn er einen schlechten Weg eingeschlagen hat. Die Herkunft der Redewendung liegt in der christlichen Vorstellungswelt, in der der Teufel als Gegenspieler Gottes und als Verkörperung des Bösen gilt.
In der Bibel erscheint der Teufel an verschiedenen Stellen als Verführer, Ankläger und Versucher. Er wird als Macht beschrieben, die Menschen von Gott und vom richtigen Weg abbringen möchte. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass jemand, der sich bewusst vom Guten entfernt und dem Bösen zuwendet, „zum Teufel geht“. Gemeint war ursprünglich nicht nur ein räumlicher Ort, sondern vor allem ein geistlicher und moralischer Zustand der Trennung von Gott.
Im Mittelalter gewann diese Vorstellung große Bedeutung. Die Menschen glaubten an einen ständigen Kampf zwischen den Kräften des Guten und des Bösen. Wer gegen Gottes Gebote verstieß oder ein sündiges Leben führte, galt als gefährdet, dem Einfluss des Teufels zu verfallen. In diesem Zusammenhang entstand die Redewendung als Warnung vor einem falschen Lebensweg.
Im Laufe der Zeit verlor die Wendung weitgehend ihren religiösen Charakter und wurde zu einer allgemeinen Redensart. Heute wird sie oft verwendet, ohne dass dabei an den Teufel im theologischen Sinn gedacht wird. Wenn man sagt, eine Sache gehe „zum Teufel“, meint man meist, dass sie scheitert oder sich negativ entwickelt. Ebenso kann die Aufforderung „Geh zum Teufel!“ als Ausdruck von Ärger oder Ablehnung verwendet werden.
Orientierung und Umkehr
Trotz dieser sprachlichen Entwicklung enthält die Redewendung weiterhin eine interessante Botschaft. Sie erinnert daran, dass menschliche Entscheidungen Folgen haben können. Wer leichtfertig handelt, wichtige Werte missachtet oder sich von negativen Einflüssen leiten lässt, riskiert, auf einen schlechten Weg zu geraten. In diesem Sinn kann „zum Teufel gehen“ auch heute noch als Bild für den Verlust von Orientierung, Verantwortung oder moralischen Maßstäben verstanden werden.
Gleichzeitig betont die christliche Botschaft, dass kein Mensch endgültig verloren sein muss. Die Bibel spricht nicht nur von Versuchung und Irrweg, sondern auch von Umkehr, Vergebung und Neuanfang. Selbst wer einen falschen Weg eingeschlagen hat, kann wieder zurückfinden. Deshalb steht dem Bild des „Zum-Teufel-Gehens“ immer auch die Hoffnung auf Veränderung und Rettung gegenüber.
Die Redewendung bezeichnet ursprünglich die Abkehr vom Guten und die Hinwendung zum Bösen. Heute wird sie meist im übertragenen Sinn für Scheitern, Niedergang oder Ablehnung verwendet. Ihre Wurzeln in der christlichen Tradition erinnern jedoch daran, wie wichtig Orientierung, Verantwortung und die bewusste Entscheidung für einen guten Lebensweg sind.
Der Ausdruck findet hin und wieder Verwenung, wenn ein Mensch verjagd oder verwünscht werden soll. Dann heißt es auch schon einmal: „Geh doch …“ oder „Scher dich zum Teufel!“