Den Teufel durch Beelzebub austreiben Mt. 12,24.27; Lukas 11,15-19
Der Ausdruck „den Teufel durch Beelzebub austreiben“ begegnet in den Evangelien nach Matthäus (12,24.27) und Lukas (11,15–19). Er fällt im Zusammenhang mit der Reaktion auf Jesu Wirken: Als Menschen erleben, dass er Kranke heilt und Dämonen austreibt, versuchen einige seiner Gegner, dies zu erklären, indem sie ihm vorwerfen, er handle selbst in der Macht des „Beelzebub“, also des Anführers der bösen Mächte.
Diese Behauptung ist eine drastische Form der Ablehnung. Sie unterstellt, dass das Gute, das durch Jesus geschieht, in Wahrheit aus einer bösen Quelle stammt. Damit wird nicht nur seine Person infrage gestellt, sondern auch die Wahrnehmung derjenigen, die seine Taten als heilbringend erleben.
Jesus begegnet diesem Vorwurf mit einer Gegenfrage: Wie kann ein Reich bestehen, wenn es in sich selbst gespalten ist? Wenn der Satan gegen sich selbst kämpft, würde sein Reich zerfallen. Damit macht er deutlich, dass diese Argumentation widersprüchlich ist. Gutes kann nicht aus einer Quelle stammen, die ihrem Wesen nach zerstörerisch ist.
Die Redewendung selbst ist zu einem Bild für unfaire oder widersinnige Argumentation geworden. Sie beschreibt Situationen, in denen jemandem ein Motiv unterstellt wird, das seine Handlungen ins Gegenteil verkehrt, oder in denen Probleme mit Mitteln bekämpft werden, die sie nur verschärfen würden.
Im biblischen Zusammenhang geht es jedoch um mehr als eine Diskussion. Es geht um die Frage, wie Menschen das Wirken Jesu deuten und ob sie bereit sind, darin Gottes Handeln zu erkennen. Die Auseinandersetzung zeigt auch, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann: Was für die einen als Zeichen von Befreiung und Heil erscheint, wird von anderen kritisch oder ablehnend interpretiert.
So bleibt der Satz ein Beispiel für eine tiefere Spannung zwischen Vertrauen und Zweifel, zwischen Offenheit für das Gute und dem Versuch, es vorschnell zu deuten oder abzuwerten. Er lädt dazu ein, genau hinzusehen und zu prüfen, aus welcher Haltung heraus man das Handeln anderer beurteilt.
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