Es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben

„Es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben“ (Matthäus 24,2)

Der Ausdruck „Es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben“ stammt aus der Bibel, konkret aus Matthäus 24,2 im Evangelium nach Matthäus. Gesprochen wird er von Jesus von Nazareth im Zusammenhang mit einer Ankündigung über die Zerstörung des Tempels in Jerusalem.

Im biblischen Kontext beschreibt Jesus seinen Jüngern, dass die prächtigen Gebäude des Tempels nicht bestehen bleiben werden. Die Aussage „kein Stein auf dem anderen“ ist eine bildhafte Übertreibung, die verdeutlicht, dass die Zerstörung vollständig und gründlich sein wird. Tatsächlich wird diese Ankündigung als Hinweis auf die späteren Ereignisse verstanden, bei denen der Tempel im Jahr 70 n. Chr. zerstört wurde.

Der Ausdruck steht somit für den vollständigen Zerfall von etwas, das zuvor stabil und dauerhaft erschien. Der Tempel galt als ein zentraler Ort religiöser Identität und Sicherheit. Gerade an diesem Beispiel wird deutlich, dass auch scheinbar unerschütterliche Strukturen vergänglich sind.

Im übertragenen Sinn wird „kein Stein auf dem anderen bleiben“ heute verwendet, um eine Situation zu beschreiben, in der etwas völlig umgestürzt, grundlegend verändert oder vollständig zerstört wird. Es kann sich auf Gebäude, Systeme, Beziehungen oder Zustände beziehen, die nicht in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben.

Gleichzeitig trägt der Ausdruck auch eine tiefere Bedeutung: Er verweist auf die Begrenztheit menschlicher Sicherheiten und die Vergänglichkeit irdischer Strukturen. Was heute stabil erscheint, kann sich verändern oder vergehen.

So wird „Es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben“ zu einem eindrücklichen Bild für radikale Veränderung und Vergänglichkeit – und erinnert daran, dass nicht alles im Leben von Dauer ist, selbst wenn es noch so fest und beständig wirkt.

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