Ein Kind dieser Welt sein Lk 16,8
Der Ausdruck „ein Kind dieser Welt sein“ geht auf Gospel of Luke (Lk 16,8) zurück und steht im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom untreuen Verwalter, das Jesus Christ erzählt. In diesem Gleichnis lobt der Herr den Verwalter nicht wegen seiner Unehrlichkeit, sondern wegen seiner Klugheit und Umsicht im Umgang mit einer schwierigen Situation.
Wenn Jesus sagt, dass die „Kinder dieser Welt“ klüger im Umgang mit ihresgleichen sind als die „Kinder des Lichts“, unterscheidet er zwischen zwei Lebenshaltungen. „Kinder dieser Welt“ bezeichnet Menschen, die ihre Ziele, Entscheidungen und ihr Verhalten vor allem an weltlichen Maßstäben orientieren – an kurzfristigem Nutzen, an materiellen Interessen oder an den Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders.
Im Gegensatz dazu stehen die „Kinder des Lichts“, die sich an göttlichen Maßstäben orientieren und ihr Leben im Blick auf Glauben, Wahrheit und Verantwortung gestalten. Die Aussage Jesu ist dabei keine pauschale Abwertung der „Kinder dieser Welt“, sondern eine Beobachtung: Menschen handeln in weltlichen Angelegenheiten oft entschlossen und zielgerichtet, während im geistlichen Bereich nicht immer die gleiche Konsequenz sichtbar ist.
Im übertragenen Sinn bedeutet „ein Kind dieser Welt sein“, das eigene Denken und Handeln vor allem an den Gegebenheiten, Werten und Zielen der Welt auszurichten, ohne notwendigerweise eine religiöse oder geistliche Perspektive einzubeziehen.
Im weiteren Kontext der Bible wird diese Unterscheidung dazu genutzt, zur Reflexion über die eigene Lebensausrichtung anzuregen. Sie fordert dazu auf, die eigene Haltung zu überprüfen und zu fragen, ob man sich eher von kurzfristigen weltlichen Interessen leiten lässt oder von dauerhaften, geistlichen Werten.
So beschreibt „ein Kind dieser Welt sein“ eine Lebensweise, die stark an den sichtbaren und praktischen Realitäten des Alltags orientiert ist, und stellt diese in Beziehung zu einer tieferen, geistlich geprägten Perspektive, wie sie im Gleichnis angedeutet wird.
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