Kategorie: K

Bibelsprüche, die mit k beginnen

  • Eine Jugendsünde begehen

    Eine Jugendsünde begehen Ps 25,7

    Der Ausdruck „eine Jugendsünde begehen“ steht im Zusammenhang mit Psalms (Ps 25,7), wo der Beter Gott bittet, sich nicht an die Sünden seiner Jugend zu erinnern. Dieser Vers bringt die Einsicht zum Ausdruck, dass frühe Lebensphasen oft von Unreife, Fehlentscheidungen und mangelnder Erfahrung geprägt sind.

    Eine „Jugendsünde“ bezeichnet dabei ein Fehlverhalten in jungen Jahren, das aus Unwissenheit, Impulsivität oder mangelnder Reife entstanden ist. Der biblische Kontext zeigt jedoch, dass solche Verfehlungen nicht einfach verdrängt werden, sondern bewusst vor Gott gebracht werden. Der Beter vertraut darauf, dass Gott barmherzig ist und nicht nur die Taten sieht, sondern auch die Entwicklung des Menschen im Blick hat.

    Die Bitte in Psalm 25,7 ist zugleich ein Ausdruck von Reue und Hoffnung. Reue, weil die eigenen Fehler erkannt und nicht verharmlost werden; Hoffnung, weil Gott als gnädig und vergebend beschrieben wird. Es geht darum, Vergangenes nicht als endgültige Last zu betrachten, sondern als Teil eines Weges, auf dem Vergebung und Neuanfang möglich sind.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird deutlich, dass der Mensch nicht auf seine frühen Fehler festgelegt ist. Die Erinnerung an „Jugendsünden“ kann zwar beschämend sein, doch sie ist auch eine Gelegenheit zur Umkehr und zur Reifung. Gott wird hier als einer dargestellt, der vergibt, leitet und den Menschen auf seinem weiteren Lebensweg begleitet.

    So steht der Ausdruck „eine Jugendsünde begehen“ nicht nur für einen Fehltritt in jungen Jahren, sondern auch für die Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit neu zu beginnen.

    Eine Jugendsünde begehen bedeutet, dass junge Menschen im jugendlichen Übermut manchmal Fehlentscheidungen treffen und Dummheiten machen. Oder sie leisten sich den einen oder anderen Ausrutscher, den sie bei etwas Überlegung vermieden hätten. Als Erwachsene werden sie drüber schmunzeln, manches bereuen oder verharmlosen. Und mancher wird Schwänke und Geschichten aus seiner Jugend erzählen können über Wettstreit, Rausch und Liebelei.

  • Einen Kahlkopf haben

    Einen Kahlkopf haben 2 Kg 2,23-24

    Der Ausdruck „einen Kahlkopf haben“ aus 2. Könige 2,23–24 steht in einer Erzählung über den Propheten Elisha. Als Elischa nach Bethel hinaufzieht, begegnen ihm einige junge Leute, die ihn verspotten und ihm zurufen: „Komm herauf, Kahlkopf! Komm herauf, Kahlkopf!“ Darauf reagiert Elischa mit einem Fluch, woraufhin Bären aus dem Wald herauskommen und die Spötter angreifen.

    Die Bezeichnung „Kahlkopf“ ist hier als spöttische und respektlose Beleidigung zu verstehen. Sie richtet sich nicht nur gegen das äußere Erscheinungsbild, sondern dient als Ausdruck von Geringschätzung gegenüber dem Propheten und damit indirekt auch gegenüber seiner göttlichen Sendung. In der damaligen Kultur war die Respektlosigkeit gegenüber einem Gottesmann ein ernstes Vergehen.

    Die Erzählung verdeutlicht die Bedeutung von Achtung gegenüber göttlicher Autorität und gegenüber Personen, die im Namen Gottes sprechen. Der Vorfall zeigt, dass Spott und Verhöhnung nicht folgenlos bleiben, sondern Konsequenzen haben können. Dabei geht es weniger um die äußere Bezeichnung „Kahlkopf“ an sich, sondern um die dahinterstehende Haltung von Respektlosigkeit und Ablehnung.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Geschichte häufig als Mahnung verstanden, mit Worten und Verhalten verantwortungsvoll umzugehen. Sie zeigt, dass Sprache Macht hat und dass abwertende oder spöttische Äußerungen nicht nur verletzen, sondern auch tiefgreifende Folgen haben können.

    So steht der Ausdruck in dieser biblischen Szene exemplarisch für eine respektlose Anrede, die über eine bloße Beschreibung hinausgeht und eine Haltung der Missachtung ausdrückt – mit entsprechenden Konsequenzen im erzählten Geschehen.

    Allzumenschliches

    Auf den Kopfschmuck mittels Frisuren aus dem eigenem Kopfhaar, unter Verwendung von Haarteilen, Perücken oder anderem wird von den Menschen seit Alters her großer Wert gelegt. In vielen Kulturen haben Menschen ihr Kopfhaar nach geltenden Moden und Normen hergerichtet, um z.B. ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu zeigen oder ihre besondere Stellung auszudrücken.

    Die (altersbedingte) Glatze wird oft als unattraktiv und Zeichen des Alters gesehen, während volles und langes Haar für Vitalität und Fitness steht.

  • Das Kainsmal

    Das Kainsmal oder -zeichen ist ein göttliches Zeichen, das ein Schuldiger trägt, und welches ihn schützen soll vor aller Welt und Rache. 1. Mose 4,15

    Hintergrund: Die beiden Brüder Kain und Abel opfern ihrem Gott; dabei wird Abels Opfer angenommen, Kains dagegen nicht. Kain sinnt auf Rache und erschlägt schließlich im Zorn seinen Bruder. Damit wird er zum ersten Mörder der Menschheitsgeschichte und zum Brudermörder.
     Von Gott zur Rede gestellt, leugnet er zunächst. Gott ist entsetzt über die Tat und verflucht Kain, sagt sogar, dass Kain von seinem Acker nicht mehr wird ernten können. Kain erkennt seine große Schuld und seine hilflose Lage im Angesicht von Gottes Fluch, und er schreit seine Scham und Schuld heraus. Daraufhin lässt Gott Gnade walten und verpasst dem Kain ein Zeichen, dass ihn schützen soll vor jeder Blutrache. Auch der Brudermörder soll weder schutz- noch rechtlos sein. Das Kainsmal ist also weniger Schandfleck als Schutzzeichen.

    Heute dagegen wird gilt das Kainszeichen als Stigmatisierung von Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, seien es Kriegs- oder politische Parteien oder sonstige Personen, denen ein kritikfähiges Verhalten vorgeworfen wird. 1. Mose 4,15

    Menschlich gesehen

    Nach einem gemeinsamen Opfer muss Kain feststellen, dass sein Bruder ihm irgendwie etwas voraus hat. Abels Opfer ist vor Gott angenehm, Kains Opfer nicht. Abel ist erfolgrteich, sein Bruder hat das Nachsehen. Der Neid des Bruders wird zu Hass, und daraus wird schließlich der erste Mord der Menschheitsgeschichte.

    Wie soll man eine solche Tat sühnen? Was ist gerecht? Welche Strafe kann einen Mord, sogar einen Brudermord ausgleichen? – Gott straft Kain, den Brudermörder hart, aber er lässt ihm das Leben. Und er verpasst ihm ein Mal, ein Zeichen, dass zeigt, daß der Mensch Kain trotz der schweren Schuld als Geschöpf Gottes unter dem Schutz desselben steht.

    Heute ist das Kainsmal sowohl ein Schutzzeichen im biblischen Sinn als auch ein Stigma, ein Brandmal, das die Last einer schweren Verfehlung zeigt. Wer sich etwas zu Schulden hat kommen lassen, der wird dieses Stigma als Kainszeichen zeitlebens mit sich tragen.

  • Ein Kainszeichen tragen

    Ein Kainszeichen tragen Gen 4,10-15

    Das Kainsmal oder -zeichen ist ein göttliches Zeichen, das ein Schuldiger trägt, und welches ihn schützen soll vor aller Welt und Rache. 1. Mose 4,15

    Der Ausdruck „ein Kainszeichen tragen“ geht auf die Erzählung in Genesis (1. Mose 4,15) zurück, in der Kain nach dem Mord an seinem Bruder Abel von Gott angesprochen wird. Als Kain die Konsequenzen seiner Tat fürchtet, setzt Gott ein „Zeichen“ an ihn, um ihn zu schützen: Niemand soll ihn töten.

    Das „Kainszeichen“ ist dabei kein Strafinstrument im engeren Sinn, sondern ein Schutzzeichen. Es dient dazu, Kain vor Vergeltung zu bewahren und sein Leben trotz seiner Schuld zu erhalten. Gleichzeitig macht es seine Tat sichtbar und erinnert an die schwere Schuld, die er auf sich geladen hat. Das Zeichen steht somit in einer Spannung zwischen Gericht und Barmherzigkeit.

    „Ein Kainszeichen tragen“ heute oft verwendet, um jemanden zu beschreiben, der durch eine besondere Schuld oder ein Makel gekennzeichnet ist, der sichtbar oder zumindest bekannt ist. Es kann auch allgemein für eine Last stehen, die jemand mit sich trägt und die ihn von anderen unterscheidet.

    Im biblischen Kontext zeigt die Geschichte, dass selbst nach schwerer Schuld ein völliger Ausschluss oder die endgültige Vernichtung nicht das letzte Wort haben. Gott setzt ein Zeichen, das sowohl die Verantwortung für die Tat als auch den Schutz des Täters umfasst. Dadurch wird deutlich, dass göttliches Handeln sowohl Gerechtigkeit als auch Bewahrung beinhaltet.

    In der Bibel erinnert das „Kainszeichen“ daran, dass Schuld und Barmherzigkeit nebeneinanderstehen können. Es ist ein vielschichtiges Symbol für die Folgen menschlichen Handelns, aber auch für die Möglichkeit, dass Leben bewahrt wird, selbst wenn es von Schuld geprägt ist.

    Und heute?

    Heute hat sich die Bedeutung des Kainszeichens geändert. Menschen, die einen Fehler begangen oder eine Schuld auf sich geladen haben, tragen dieses Image oder Stigma zeit ihres Lebens mit sich. Sie werden oft und in den Augen anderer immer die Täter einer längst vergangenen Tat bleiben; der Betrüger, der Dieb, der Gewalttäter, der Raser, usw.

  • Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist

    Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist Matthäus 22,21b; Markus 12,17; Lukas 20,25

    Der Satz „Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“ stammt aus den Evangelien Matthäus (Mt 22,21b), Markus (Mk 12,17) und Lukas (Lk 20,25). Er geht auf eine Antwort von Jesus Christus zurück. Der wird von Gegnern gefragt, ob es erlaubt sei, dem römischen Kaiser Steuern zu zahlen.

    Jesus wird dabei eine Falle gestellt. Wird er die Steuer bejahen, könnte man ihn als Unterstützer der römischen Besatzungsmacht darstellen. Wird er die Steuer ablehnen, könnte man ihn als Aufrührer anklagen. Seine Antwort „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ durchbricht jedoch diese Falle und lenkt die Frage auf eine grundsätzliche Ebene.

    Mit diesem Satz macht Jesus deutlich, dass es unterschiedliche Bereiche von Verantwortung gibt. Einerseits haben staatliche Autoritäten Anspruch auf bestimmte Abgaben und Pflichten im gesellschaftlichen Zusammenleben. Andererseits bleibt Gott der letztgültige Bezugspunkt für das Leben des Menschen. Die Antwort Jesu stellt somit keine einfache Trennung dar. Sie weist vielmehr auf eine doppelte Zugehörigkeit hin. Der Mensch lebt in einer weltlichen Ordnung, steht aber zugleich in Beziehung zu Gott.

    Im übertragenen Sinn bedeutet „dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“, die Anerkennung legitimer staatlicher Ordnung und die Erfüllung bürgerlicher Pflichten. Gleichzeitig betont die Antwort Jesu, dass diese Verpflichtungen nicht absolut sind, sondern in einem größeren Rahmen stehen. In diesem soll Gott immer den obersten Anspruch haben.

    Im Kontext der Bibel zeigt dieser Satz eine ausgewogene Haltung zwischen Verantwortung gegenüber der weltlichen Ordnung und Treue gegenüber Gott. Er lädt dazu ein, die eigenen Pflichten bewusst wahrzunehmen, ohne dabei die tiefere, geistliche Ausrichtung des Lebens aus dem Blick zu verlieren.

  • Ein fettes Kalb schlachten

    Ein fettes Kalb schlachten Lukas 15,23

    Der Ausdruck „ein fettes Kalb schlachten“ stammt aus dem Lukasevangelium (Lk 15,23) und gehört zum Gleichnis vom verlorenen Sohn. Jesus Christ erzählt darin von einem Vater, der seinen zurückkehrenden Sohn mit großer Freude empfängt, nachdem dieser sein Erbe verschwendet und in Not geraten ist.

    Das „fette Kalb“ war in der damaligen Zeit ein besonderes Tier, das für festliche Anlässe reserviert war. Es zu schlachten bedeutete, ein großes Fest auszurichten. Ein besonderer Anlass ist gebührend zu feiern. Im Gleichnis steht diese Handlung für die außergewöhnliche Freude des Vaters über die Rückkehr seines Sohnes. Die Feier symbolisiert Vergebung, Wiederaufnahme in die Familie und einen Neuanfang.

    Der Ausdruck wird heute oft verwendet, um eine große Feier oder einen besonderen Anlass zu beschreiben, bei dem man sich etwas Besonderes gönnt. Ursprünglich verweist der Ausdruck jedoch auf die tiefere Bedeutung der Versöhnung. Er zeigt die Freude über Wiederherstellung einer zerbrochenen Beziehung.

    Im weiteren Kontext der Bibel zeigt das Gleichnis, dass Vergebung nicht nur ein innerer Akt ist, sondern auch Ausdruck in konkreten Zeichen der Freude und des Feierns findet. Die Reaktion des Vaters macht deutlich, dass Rückkehr und Umkehr willkommen sind und mit offenen Armen und großzügiger Freude beantwortet werden.

    So steht das „fette Kalb“ im Gleichnis als Symbol für überströmende Freude, Annahme und die Feier eines Neubeginns, der aus Vergebung und Versöhnung entsteht.

    Von wegen ein Kalb schlachten

    Bei aller Freude über ein bestimmtes Ereignis, bei aller Begeisterung für das Fest müssen doch ein paar Vorgaben beachtet werden. Die Schlachtung eine Kalbes muss nach strengen Regeln ablaufen. Hier spielt der Tierschutz eine wichtige Rolle (auch wenn dem Tier gerade das Leben genommen wird). Andererseits kommt es der Fleischqualität sehr zugute, wenn ein Tier stressfrei getötet wird. Ein Tier dagegen, dass gestresst ist, erschreckt wird und flüchten will, würde Hormone produzieren, die die Fleischqualität negativ beeinflussen.

  • Um das goldene Kalb tanzen

    Um das goldene Kalb tanzen 2. Mose 32,8

    Der Ausdruck „um das goldene Kalb tanzen“ geht auf die Erzählung in Exodus (2. Mose 32,8) zurück. In dieser Szene wird beschrieben, was geschieht, während Mose auf dem Berg Sinai verweilt. Das Volk Israel fertigt ein goldenes Kalb als Götzenbild an und betet es auch an. In Abwesenheit ihres Anführers wenden sich die Menschen von dem Gott ab, der sie aus Ägypten geführt hat. Sie suchen sich ein sichtbares, greifbares Objekt der Verehrung.

    „Um das goldene Kalb tanzen“ beschreibt die ausgelassene, aber zugleich fehlgeleitete Verehrung dieses selbstgemachten Götzen. Das Tanzen steht dabei für die festliche, aber in diesem Fall religiös fehlgeleitete Feier rund um das Götzenbild. Die Szene zeigt eine Mischung aus Unsicherheit, Ungeduld und dem Wunsch nach unmittelbarer, sichtbarer Sicherheit, die das Vertrauen auf den unsichtbaren Gott verdrängt.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute verwendet, um eine Haltung zu beschreiben, in der Menschen materiellen Dingen, Macht oder äußeren Werten eine übermäßige Bedeutung beimessen. „Um das goldene Kalb tanzen“ kann somit für das Streben nach Geld, Erfolg oder anderen weltlichen Zielen stehen, denen ein nahezu kultischer Stellenwert eingeräumt wird.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird die Geschichte des goldenen Kalbes zu einem warnenden Beispiel für den Verlust von Orientierung und Vertrauen. Sie zeigt, wie schnell Menschen sich von grundlegenden Werten und von ihrem Glauben entfernen können, wenn Unsicherheit oder Ungeduld überhandnehmen.

    So steht die Redewendung sinnbildlich für die Gefahr, äußeren oder materiellen Dingen eine zentrale Rolle im Leben zu geben und dabei das eigentliche Fundament aus dem Blick zu verlieren.

    Allzumenschliches

    Wenn Menschen dem Mammon dienen, wenn nur die Rendite zählt, dann ist das oft ein Tanz ums goldene Kalb. Die Redewendung beschreibt eine Fixierung auf materielle Dinge oder den überhöhten Kult, der über Ideen, Personen oder Projekte veranstaltet wird. Kulturelle Werte, ethische Grundsätze treten in den Hintergrund. Sie haben dem Schein, der Gier und falchen Idealen, z.B. Gled, Luxus und Macht, den Vortritt zu lassen.

  • Mit fremdem Kalbe pflügen

    Mit fremdem Kalbe pflügen Richter 14,8

    Der Ausdruck „mit fremdem Kalbe pflügen“ stammt aus Richter 14,8 und steht im Zusammenhang mit der Geschichte von Samson. In der Erzählung gibt Samson ein Rätsel auf, dessen Lösung seine Gegner durch Drohung und Druck von seiner Frau erlangen. Dadurch verrät sie das Geheimnis an die anderen, und Samson erkennt, dass seine Worte auf indirekte Weise „ausgebeutet“ wurden.

    Der Ausdruck selbst ist ein Bild für unrechtmäßiges oder unlauteres Verhalten. „Mit fremdem Kalbe pflügen“ bedeutet sinngemäß, sich etwas zunutze zu machen, was einem nicht gehört, oder durch Umwege an Informationen oder Vorteile zu gelangen, die man eigentlich nicht hätte erlangen dürfen. Es beschreibt also ein Vorgehen, das auf Täuschung, Ausnutzung oder indirekter Beschaffung beruht.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute verwendet, um Situationen zu charakterisieren, in denen jemand auf unfaire Weise profitiert oder sich fremder Mittel bedient, um eigene Ziele zu erreichen. Dabei schwingt eine kritische Bewertung mit, da ein solches Verhalten gegen Regeln von Fairness und Ehrlichkeit verstößt.

    Im weiteren Kontext der Bibel zeigt die Szene um Samson, wie zwischenmenschliche Beziehungen durch Misstrauen und Druck belastet werden können. Die Geschichte macht deutlich, dass Geheimnisse und Vertrauen verletzlich sind und dass unlautere Mittel letztlich zu Konflikten und Enttäuschung führen können.

    Die Redewendung steht sinnbildlich für ein Vorgehen, das nicht auf eigener Leistung oder ehrlichem Weg beruht, sondern sich fremder Mittel oder Wege bedient, um einen Vorteil zu erlangen.

    So was von menschlich?

    Menschen, die mit fremdem Kalbe pflügen, schmücken sich auch gerne mit fremden Federn. Man erntet, wo man vorher nicht gesät hat, nutzt fremde Arbeit oder Hilfe, anstatt sich selber zu bemühen. Das Bild vom Arbeiten mit einem Nutztier, das einem nicht gehört, steht für die Ausnutzung der Arbeit anderer Menschen. Hier wird einfach abgepinnt, abgekupfert und unerlaubt kopiert. Dabei werden nicht selten Urheberrechte verletzt. Und man spricht dann auch gelegentlich vom Plagiat, einer modernen Form, sich literarisch und wissenschaftlich hervorzutun. (*Ironiemodus aus!*)

  • Weder kalt noch warm

    Weder kalt noch warm Offb.3,15

    Der Ausdruck „weder kalt noch warm“ stammt aus der Offenbarung des Johannes (Offb 3,15) und ist Teil der Mahnung an die Gemeinde in Laodizea. Jesus Christ richtet dort Worte an die Gemeinde und kritisiert ihre geistliche Haltung als lau und unentschlossen.

    Mit den Bildern „kalt“ und „warm“ beschreibt der Text zwei gegensätzliche Zustände: „warm“ steht für eine lebendige, engagierte und überzeugte Glaubenshaltung, während „kalt“ zumindest eine klare, wenn auch ablehnende Position darstellen kann. Die Redewendung bezeichnet eine Haltung der Gleichgültigkeit, Halbherzigkeit und inneren Unentschiedenheit. Gerade diese Lauheit wird im Text besonders kritisch bewertet, weil sie weder echte Ablehnung noch echte Hingabe erkennen lässt.

    Die Gemeinde in Laodizea war offenbar materiell wohlhabend und äußerlich gut gestellt, hatte jedoch ihre geistliche Orientierung verloren. Die Mahnung zielt darauf ab, sich der eigenen Situation bewusst zu werden und eine klare Haltung einzunehmen. Die Metapher verdeutlicht, dass eine gleichgültige oder oberflächliche Einstellung im Glauben nicht ausreicht.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird der Ausdruck „weder kalt noch warm“ zu einem Bild für innere Unentschlossenheit und mangelnde Konsequenz. Er erinnert daran, dass Glauben mehr ist als äußere Zugehörigkeit oder Routine, sondern eine bewusste und lebendige Beziehung erfordert.

    Somit steht dieser Satz sinnbildlich für die Kritik an Gleichgültigkeit und Halbherzigkeit und ruft dazu auf, eine klare, aufrichtige und engagierte Haltung einzunehmen, anstatt zwischen verschiedenen Zuständen zu verharren.

    Allzumenschliches

    Der Ausdruck fordert eigentlich dazu auf, sich zu entscheiden: vor oder zurück, rechts oder links, oben oder unten. Die Frage lautet dann: „Willst du jetzt oder willst du nicht?!“

    Als Synonym kennen wir auch den Ausdruck „Weder Fisch noch Fleisch„. Eine Person kann oder will sich nicht entscheiden, bleibt indifferent, unentschlossen. Man (oder frau) müsste sich ja festlegen, müsste auch zu einer getroffenen Entscheidung stehen und Verantwortung übernehmen. Und sei es nur die Verantwortung für eben diese getroffene Entwscheidung.

    Die Redensart beschreibt einen ‚lauwarmen‚, gleichgültigen Zustand, der als angepasst, wankelmütig oder charakterlos empfunden wird. Und im folgenden heißt es dann auch kosequenter Weise: „Weil du aber lau bist, will ich dich ausspeien aus meinem Mund.“ – Weil du dich ewig nicht entscheiden kannst, spielst du bei meinen weiteren Planungen keine Rolle mehr. Ich möchte mich auf die Menchen in meiner Umgebung verlassen können, und ich habe keine Lust und keine Zeit für solche Spielchen.

  • Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr
    (Matthäus 19,24, Markus 10,25, Lukas 18,25)

    Der Ausdruck „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr“ stammt aus den Evangelien von Matthäus (Mt 19,24), Markus (Mk 10,25) und Lukas (Lk 18,25). Jesus verwendet dieses Bild im Gespräch mit seinen Jüngern, nachdem ein reicher Mann traurig weggegangen ist, weil er seinen Besitz nicht aufgeben wollte, um Jesus nachzufolgen.

    Das Bild vom Kamel, das durch ein Nadelöhr gehen soll, ist eine drastische Übertreibung und verdeutlicht die Unmöglichkeit eines solchen Vorgangs. Es dient als anschauliche Metapher, um zu zeigen, wie schwierig es ist, dass ein Mensch, der stark an seinen Reichtum gebunden ist, in das Reich Gottes gelangt. Dabei geht es nicht allein um materiellen Besitz, sondern um die innere Haltung: Wer sich zu sehr an weltliche Sicherheiten klammert, findet schwer Zugang zu einer vertrauensvollen Beziehung zu Gott.

    Jesus macht deutlich, dass Reichtum eine Herausforderung darstellen kann, wenn er zum Zentrum des Lebens wird. Die Jünger reagieren entsprechend erstaunt, denn die Aussage widerspricht der damaligen verbreiteten Vorstellung, dass Reichtum ein Zeichen von Gottes Segen sei. Jesus stellt jedoch klar, dass nicht äußere Umstände entscheidend sind, sondern die innere Bereitschaft, sich Gott anzuvertrauen.

    Das Bild wird oft als Hinweis darauf verstanden, dass menschlich Unmögliches bei Gott möglich ist. Es unterstreicht die Grenzen menschlicher Möglichkeiten und lenkt den Blick auf Gottes Handeln, das auch dort neue Wege eröffnen kann, wo aus menschlicher Sicht keine bestehen.

    So steht „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr“ sinnbildlich für etwas, das extrem unwahrscheinlich oder unmöglich erscheint, und zugleich für die Herausforderung, sich von inneren Bindungen zu lösen, um Raum für Vertrauen, Glauben und Offenheit gegenüber Gott zu schaffen.

    Die enge Pforte

    In Mt 7,13-14 lädt Jesus dazu ein, durch die enge Pforte zu gehen, denn das Tor sei eng und der Weg sei schmal, der zum ewigen Leben führt. – In dem aktuellen Gleichnis von dem Kamel, das eben nicht durch ein Nadelöhr geht, erklärt Jesus anhand eines grotesken Bildes, das es reichen Menschen nicht möglich ist – und nur wegen ihres Reichtums – ins Himmelreich zu kommen kommen. Er fügt aber an, dass es durch Gottes Gnade einen Ausweg gibt.

    Es ist ja nicht das einzige Mal, dass Jesus mit solchen Beispielen seine Zuhörer belehrt (vgl. Mk.10,23ff.;9,42,Mt.5,13;6,3;7,4;8,22). Er sagt aber auch, dass es nicht unmöglich ist, zu Gott zu finden, denn es ist allein die Gnade Gottes, die völlig unverdient den Menschen das Reich Gottes schenkt.

    Ist Reichtum wirklich nur immer der Schotter, die Knete oder die Mörderkohle, die ein Mensch auf dem Konto hat? Oder kann Reichtum auch aus den vielen kleinen Dingen bestehen, die wichtiger sind als unsere Beziehung zu Gott ? – Nein, nicht die Sünde, die von Gott trennt, sondern die Kleinigkeiten, die wichtiger sind als unsere Beziehung zu Gott.

    Saulus von Tarsus gehört in seiner Zeit zur Bildungselite, diese Bildung ist sein Reichtum. Später bekennt er, nichts zu wissen als Jesus (1. Kor. 2,2). allein. In der Zeit, aus der Jesus durch sein Gleichnis zu uns spricht, ist für die einfachen Menschen deren (Groß-)Familie Reichtum und Sicherheit. Denen sagt Jesus, sie können nur seine Jünger werden, wenn sie die Familie völlig zurückstellen (Lk. 14,26).

    Und noch einmal die Frage: Was ist hier eigentlich mit Reichtum gemeint?

    Ein Ausweg vor dem Nadelöhr?

    Wie denn? Kann man dem Nadelöhr noch ausweichen? – Ich denke: Nein.

    In dem Gleichnis von dem Kamel und dem Nadelöhr unterstreicht Jesus mit einem Adynaton*, dass es für einen Reichen schier unmöglich ist, ins Reich Gottes zu kommen.

    Jesus sagt nicht einfach, dass ein Reicher nicht ins Himmelreich kommen könne. Stattdessen behauptet er, bevor das geschieht und ein Reicher ins Reich Gottes kommt, passiert das Unmögliche, und das große Kamel geht durch ein winzig kleines Nadelöhr.

    Dieses Bild ist unmissverständlich, und die Reaktion der Jünger scheint das zu bestätigen. Als Juden gehen sie davon aus, dass ein gewisser Kontostand durchaus als ein Zeichen göttlichen Wohlgefallens und Segens zu verstehen ist. Manche von ihnen sind wohlhabend und finanzieren die Mission Jesu und seiner Jünger, andere haben ihre Familie und den Arbeitsplatz verlassen um ihm nachzufolgen, und einige werden wie – vorsichtig formuliert – vor den Kopf gestoßen sein, als sie hören, was Jesus von Reichtum hält. Das bekommt er von Petrus im folgenden Gespräch auch deutlich zu hören.

    Jesus lenkt ein; er sagt den Jüngern zu, dass es die Gnade Gottes sei, die dem Menschen ermögliche, an seiner Neuen Welt teilzuhaben, und dass es keine Angelegenheit eigenen Verdienstes oder eigener Größe ist, zum Werk des Herrn zu gehören und ins Himmelreich zu kommen. Dann verspricht er den Jüngern vielfache Belohnung, warnt aber auch wieder, dass die Ersten Letzte und die Letzten Erste werden können. (Mt,19,26-30) Von finanziellem Reichtum ist hier nicht die Rede, eher von Dünkel.

    * – Ein Adynaton ist ein rhetorischer Trick, eine Aussage, die sich auf etwas Unmögliches beruft, um dadurch zu bestätigen, dass etwas auf keinen Fall geschehen kann.

    Die oben stehenden Texte „Die enge Pforte“ und „Ein Ausweg vor dem Nadelöhr“ stammen aus meinem Buch „Gleichnisse des Jesus von Nazareth: Kreuz und quergedacht„, Frank Weber, BoD, 2025

  • Einen guten Kampf führen

    Einen guten Kampf führen 1.Tim.6,12; 2 Tim 4,7-8

    Der Ausdruck „einen guten Kampf führen“ stammt aus den Pastoralbriefen des Neuen Testaments, insbesondere aus 1 Timotheus (1 Tim 6,12) und 2 Timotheus (2 Tim 4,7–8). Er wird im Zusammenhang mit dem Apostel Paulus verwendet, der sein Leben und seinen Glaubensweg mit einem Kampf vergleicht.

    Mit „Kampf“ ist hier nicht ein gewaltsamer Konflikt gemeint, sondern ein Bild für den Einsatz, die Anstrengung und die Ausdauer, die ein Leben im Glauben erfordert. „Den guten Kampf des Glaubens kämpfen“ bedeutet, an der eigenen Überzeugung festzuhalten, trotz Widerständen standhaft zu bleiben und sich nicht von äußeren oder inneren Herausforderungen abbringen zu lassen. Es geht um Treue, Durchhaltevermögen und die bewusste Entscheidung, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

    In 2 Timotheus (2 Tim 4,7) beschreibt Paulus rückblickend sein eigenes Leben mit den Worten, er habe den „guten Kampf gekämpft“, den „Lauf vollendet“ und den „Glauben bewahrt“. Dieses Bild verbindet mehrere Aspekte: ein zielgerichtetes Leben, das Durchhalten bis zum Ende und die Bewahrung der eigenen Glaubensüberzeugung. Die anschließende Verheißung einer „Krone der Gerechtigkeit“ steht für die Hoffnung auf göttliche Anerkennung und Belohnung.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird der Ausdruck zu einer Metapher für das gesamte christliche Leben, das als Weg mit Herausforderungen, Entscheidungen und Prüfungen verstanden wird. Der „gute Kampf“ ist dabei kein Kampf gegen andere Menschen, sondern ein Ringen um Treue, Standhaftigkeit und innere Klarheit.

    So beschreibt „einen guten Kampf führen“ ein Leben, das von Einsatz, Ausdauer und Glauben geprägt ist – mit dem Ziel, den eigenen Weg konsequent zu gehen und die eigene Überzeugung bis zum Ende zu bewahren.

    Über den paulinischen Siegeskranz

    Paulus spricht an anderer Stelle (Korinther 9,24ff) vom christlichen Leben gewissermaßen als sportlichen Wettbewerb. Jede und jeder hat das Beste zu geben, in der Hoffnung, den ersten Platz zu erringen. Mit diesem Siegeskranz sind ewiges Leben und die Gnade Gottes gemeint.

    Einen guten Kampf kämpfen

    Es bedeutet, standhaft und ausdauernd an einem großen Ziel festzuhalten, ein vorbildliches Leben zu führen und Versuchungen zu widerstehen. Paulus kann schlussendlich auf seine Arbeit und den erfolgreichen Kampf für die Sache Christi zurückblicken.
    Der Ausdruck mag damit ermutigen, sich ausdauernd und beharrlich für eine gute Sache einzusetzen, um am Ende wie der Apostel dankbar zurückschauen zu können.

  • Unter aller Kanone sein

    Unter aller Kanone sein Ez 40,5, Jes 46,5-6.7b-9

    Der Ausdruck „unter aller Kanone sein“ wird in der deutschen Alltagssprache verwendet, um etwas als sehr schlecht, mangelhaft oder unzureichend zu bewerten. Die angegebenen Bibelstellen aus Hesekiel (Hes 40,5) und Jesaja (Jes 46,5–6.7b–9) stehen nicht direkt hinter dieser modernen Redewendung. Sie werden aber gelegentlich im Zusammenhang mit bildhaften Darstellungen von Maß, Bewertung und Vergleich herangezogen.

    Inhaltlich geht es in diesen biblischen Texten um Maßstäbe, Orientierung und die Frage, woran sich der Mensch ausrichten soll. Bei Hesekiel wird etwa eine Vision von einer vermessenen, geordneten Tempelanlage beschrieben, die Ordnung, Struktur und Genauigkeit symbolisiert. In Jesaja wird die Macht und Einzigartigkeit Gottes den von Menschen gefertigten Götzen gegenübergestellt, die im Vergleich dazu als kraftlos und unzureichend erscheinen.

    Übertragen auf den heutigen Sprachgebrauch beschreibt „unter aller Kanone sein“ etwas, das deutlich hinter einem erwarteten Standard zurückbleibt. Es kann sich auf Leistungen, Zustände oder Verhaltensweisen beziehen. Diese werden als besonders schwach oder ungenügend wahrgenommen. Die Redewendung bringt damit eine starke Abwertung zum Ausdruck.

    Im weiteren Kontext der Bibel lässt sich dieser Gedanke allgemein mit dem Thema von Maßstäben und Bewertung verbinden. Dinge werden miteinander verglichen, und das Ergebnis macht deutlich, was als gut, geordnet oder zuverlässig gilt – und was diesen Maßstäben nicht entspricht.

    Der Ausdruck verweist sinnbildlich auf etwas, das einem Vergleich oder einer Bewertung nicht standhält und deutlich unter dem erwarteten Niveau liegt.

    Allzumenschliches

    Die Redewendung stammt (laut KI) aus der Schülersprache des 19. Jahrhunderts. Es handele sich um eine scherzhafte Eindeutschung des lateinischen „sub omni canone„, was übersetzt etwa bedeutet: „unterhalb jeglichen Maßstabes„. Der Ausdruck hat als nichts mit Schusswaffen oder Kriegsgerät zu tun. Er spricht eher davon, dass etwas inakzeptabel und sehr schlecht geraten ist. Das lateinische ‚canone‚ bedeutet richtigerweise Richtschnur oder Massstab.

    Das Verhalten, eines Menschen, die Leisung einer Gruppe oder die Dienstleistung z.B. im Gasthaus, Geschäft oder in einer Werkstatt war unter aller Kanone … ist also verbesserungsbedürftig.

  • Seinen Katechismus kennen

    Seinen Katechismus kennen Apg 18,24-26

    Der Ausdruck „seinen Katechismus kennen“ lässt sich im Zusammenhang mit Apostelgeschichte 18,24–26 verstehen. Dort wird von Apollos berichtet. Apollos wird dort als ein gebildeter und redegewandter Mann beschrieben, der die Schriften gut kannte und mit großer Überzeugung lehrte.

    Allerdings war seine Kenntnis zunächst noch unvollständig: Er kannte die Taufe des Johannes, aber nicht die vollständige Botschaft über Jesus Christ und den christlichen Glauben, wie er sich in der jungen Gemeinde entfaltet hatte. Priscilla and Aquila nahmen ihn daher beiseite und erklärten ihm den „Weg Gottes“ genauer.

    „Seinen Katechismus kennen“ bedeutet im übertragenen Sinn, die grundlegenden Inhalte des Glaubens oder eines Lehrsystems zu beherrschen. Der Begriff „Katechismus“ steht allgemein für eine strukturierte Zusammenfassung von Glaubenswissen, Fragen und Antworten, die zur Unterweisung dienen. Im biblischen Kontext wird deutlich, dass es nicht nur um Wissen an sich geht, sondern auch um das richtige Verständnis und die vollständige Einordnung dieses Wissens.

    Die Geschichte zeigt, dass selbst jemand, der bereits viel weiß und überzeugend auftritt, offen bleiben sollte für Ergänzung und Korrektur. Apollos ist ein Beispiel dafür, dass Lernbereitschaft und die Bereitschaft, sich weiter belehren zu lassen, entscheidend sind, um im Glauben zu wachsen.

    Im weiteren Zusammenhang der Bibel wird deutlich, dass fundiertes Wissen und richtige Unterweisung eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wird betont, dass Wissen allein nicht ausreicht. Es muss immer auch durch Verständnis, Begegnung und praktische Umsetzung ergänzt werden.

    Der Ausdruck steht sinnbildlich für das Beherrschen grundlegender Inhalte, verbunden mit der Einsicht, dass echtes Verstehen Offenheit für Vertiefung und Korrektur voraussetzt.

    Allzumenschliches

    Die Kenntnis des eigenen Katechismus kann auch so verstanden werden, dass Menschen in ihrem Fach bewandert sind. Zum Beispiel haben Handwerker nicht nur ihre Werkzeuge parat, sie wissen um wichtige naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge. Servierkräfte oder Kellner im Gasthaus kennen die Karte, wissen um Gerichte, Getränke und auch Preise und können gegebenenfalls Auskunft geben. Die Liste lässt sich beliebig erweitern …

  • Im stillen Kämmerlein beten

    Sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen – Im stillen Kämmerlein beten Mt 6,6

    Der Ausdruck „sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen“ geht auf Matthäus 6,6 zurück und ist Teil der Lehre von Jesus Christus über das Gebet. Dort heißt es, dass man zum Beten in das eigene Zimmer gehen, die Tür schließen und im Verborgenen zu Gott beten soll.

    Mit „im stillen Kämmerlein“ ist ein Ort der Abgeschiedenheit gemeint, an dem man ungestört und ohne äußere Ablenkung zur Ruhe kommt. Im Gegensatz zu öffentlichem oder demonstrativem Beten betont Jesus hier die persönliche, innere Beziehung zwischen dem Menschen und Gott. Es geht nicht darum, vor anderen Eindruck zu machen, sondern ehrlich und aufrichtig vor Gott zu treten.

    Das Bild unterstreicht, dass Gebet etwas sehr Persönliches ist. Im Verborgenen entsteht ein Raum, in dem Gedanken, Sorgen, Dank und Bitten offen ausgesprochen werden können, ohne dass äußere Erwartungen eine Rolle spielen. Diese Form des Gebets fördert Authentizität und Konzentration auf das Wesentliche.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird das „stille Kämmerlein“ zu einem Symbol für die innere Einkehr und die persönliche Gottesbeziehung. Es zeigt, dass Spiritualität nicht an öffentliche Sichtbarkeit gebunden ist, sondern gerade im Stillen Tiefe gewinnen kann.

    So steht „im stillen Kämmerlein beten“ sinnbildlich für die bewusste Suche nach Ruhe, Konzentration und innerer Sammlung, um in einem persönlichen und ungestörten Rahmen in Beziehung zu Gott zu treten.

    Allzumenschliches

    Man weiß ja nie, was die Menschen sich im stillen Kämmerlein so ausdenken, was Kinder aushecken und sich an neuen Streichen einfallen lassen. Und man kann Augen und Ohren nicht überall haben. Nur gut, dass man nicht weiß, was manche im Kämmerlein, ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit ausbrüten und im Schilde führen.

    Wer sich in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, mag sich nicht am Lärm der Außenwelt beteiligen, einfach mal allein und für sich sein und z.B. private Frömmigleit pflegen. In selbstgewählter Isolation kann Mensch zur Ruhe kommen, neue Kräfte sammeln und gegebenenfalls in aller Stille das eine oder andere persönliche Anliegen vor Gott bringen. Dabei sind keine gewählten Worte notwendig; es ist ein Ort für Gedanken und Geheimnisse, die sonst niemanden etwas angehen.

  • Den bitteren Kelch bis zu Ende trinken

    Den bitteren Kelch bis zu Ende trinken Ps 75,9

    Der Ausdruck „den bitteren Kelch bis zu Ende trinken“ geht in seiner Bildsprache auf biblische Vorstellungen zurück, wie sie unter anderem in Psalm 75,9 anklingen. Der „Kelch“ steht in der Bibel häufig sinnbildlich für das Schicksal eines Menschen oder Volkes, insbesondere auch für Leid, Gericht oder schwer zu ertragende Erfahrungen.

    Ein „bitterer Kelch“ bezeichnet dabei eine Situation, die von Schmerz, Ungerechtigkeit oder großen Herausforderungen geprägt ist. „Bis zu Ende trinken“ bedeutet, dieses Schicksal vollständig anzunehmen und zu durchleben, ohne ihm ausweichen zu können. Das Bild vermittelt die Vorstellung, dass bestimmte Lebenssituationen nicht abgekürzt oder vermieden werden können. Manches muss einfach durchgestanden werden.

    Im biblischen Kontext verweist der Kelch zudem auf die Erfahrung göttlichen Handelns, das sowohl Gericht als auch Prüfung beinhalten kann. Der Mensch steht dabei vor der Aufgabe, sich mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen, die ihm widerfahren, und sie in sein Leben zu integrieren.

    Im weiteren Zusammenhang der Bibel wird der „bittere Kelch“ oft als Metapher für schwere Lebensphasen verstanden, die mit Leid, Verlust oder inneren Kämpfen verbunden sind. Der Ausdruck macht deutlich, dass solche Erfahrungen Teil menschlichen Lebens sein können und nicht immer vermieden werden können.

    So steht „den bitteren Kelch bis zu Ende trinken“ sinnbildlich für das Annehmen und Durchstehen schwieriger Situationen, die einen Menschen herausfordern und prägen, und für die Bereitschaft, auch unangenehme Wege nicht vorzeitig abzubrechen, sondern sie in ihrer ganzen Tiefe zu durchleben.

    Menschliches

    Der bittere Kelch, der geleert werden muss, verweist zudem auf das Gebet Jesu im Garten Gethsemane, wo er Gott, seinen Vater, darum bittet, der Kelch möge an ihm vorübergehen.

    Der Ausdruck steht auch dafür, dass jemand etwas bis zur letzten Konsequenz ertragen oder bis zum bitteren Ende durchstehen muss. Andere müssen (etwas humorvoll ausgedrückt) in den sauren Apfel beißen, eine bittere Pille schlucken oder eine Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben. Immer geht es darum, dass ein Schicksal, so misslich es auch sei, ertragen werden muss.

  • Der Kelch geht an jemandem vorüber

    Der Kelch geht an jemandem vorüber Mt 26,39b

    Der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ geht auf die Szene in Matthäus 26,39b zurück, in der Jesus Christ im Garten Gethsemane betet. In großer innerer Not bittet Jesus: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Gemeint ist damit die bevorstehende Leidens- und Kreuzesgeschichte, die er vor sich sieht.

    Der „Kelch“ ist in der biblischen Bildsprache ein Symbol für das Schicksal, das einem Menschen zuteilwird – hier insbesondere für Leid, Prüfung und das bevorstehende Leiden Jesu. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den Wunsch zum Ausdruck, von schwerem Leid verschont zu bleiben. Gleichzeitig folgt unmittelbar die Bereitschaft, sich dem göttlichen Willen zu fügen: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

    Im übertragenen Sinn bedeutet „der Kelch geht an jemandem vorüber“, dass eine schwere Erfahrung, ein Unglück oder eine unangenehme Situation jemanden verschont oder nicht trifft. Die Redewendung wird heute oft verwendet, um auszudrücken, dass man von etwas Belastendem verschont geblieben ist.

    Im weiteren Kontext der Bible zeigt diese Stelle die Spannung zwischen menschlichem Wunsch nach Leidvermeidung und der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg anzunehmen. Sie verbindet menschliche Angst und Hoffnung mit Vertrauen und Hingabe.

    So steht der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ sowohl für die Bitte um Bewahrung vor schwerem Leid als auch für die Erfahrung, von einer schwierigen Situation verschont zu bleiben – mit einem biblischen Hintergrund, der zugleich die Bedeutung von Vertrauen und Annahme des eigenen Weges betont.

    Allzumenschliches

    Der Kelch stand in der alten, jüdischen Kultur also für ein jeweiliges Schicksal, das dem Menschen von Gott zugedacht war. Wenn wir heute davon sprechen, dass ein bitterer Kelch an jemandem verüber gegangen ist, dann ist derjenige sicher gerade um eine unangenehme Aufgabe, eine Krankheit, ein Unglück oder eine andere schicksalhafte Wendung herumgekommen.

  • Möge dieser Kelch an mir vorübergehen

    Möge dieser Kelch an mir vorübergehen Matthäus 26,39,42; Markus 14,36; Lukas 22,42

    Der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ stammt aus den Passionsberichten von Matthäus (Mt 26,39.42), Markus (Mk 14,36) und Lukas (Lk 22,42). In dieser Szene betet Jesus Christ im Garten Gethsemane in großer innerer Anspannung kurz vor seiner Verhaftung.

    Der „Kelch“ ist ein symbolisches Bild für das bevorstehende Leiden, das Jesus erwartet. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den menschlichen Wunsch zum Ausdruck, schweres Leid zu vermeiden. Sie zeigt, dass Jesus die bevorstehende Situation nicht gleichgültig hinnimmt. Er empfindet sie als Mensch als belastend und herausfordernd.

    Gleichzeitig wird die Bitte in den Evangelien immer mit einer zweiten, entscheidenden Aussage verbunden. „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“. Damit wird deutlich, dass Jesus trotz seines natürlichen Wunsches nach Verschonung sich bewusst dem göttlichen Willen unterordnet. In dieser Spannung zwischen Wunsch und Hingabe liegt eine zentrale Aussage der Szene.

    Im übertragenen Sinn steht der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ für den Wunsch, von einer schwierigen, schmerzhaften oder belastenden Situation verschont zu bleiben. Er wird heute häufig verwendet, um eine Bitte um Bewahrung vor Leid oder unangenehmen Umständen auszudrücken.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Stelle als Beispiel für Vertrauen und Gehorsam gegenüber Gott verstanden. Auch wenn der eigene Weg mit Leid verbunden ist. Sie zeigt, dass menschliche Gefühle von Angst und Abwehr ihren Platz haben. Letztlich werden sie aber in eine Haltung des Vertrauens und der Annahme eingebettet werden.

    So verbindet der Ausdruck die Erfahrung menschlicher Begrenztheit mit der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg zu gehen, und macht deutlich, dass sich Wunsch und Vertrauen nicht ausschließen, sondern in einer tiefen inneren Entscheidung zusammenfinden können.

    Dietrich Bonhöffer beschreibt diesen Kelch, der auch als Taumelbecher bekannt ist, in seinem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“:

    Und reichst du (Gott) uns den schweren Kelch, den bittern
    des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand,
    so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
    aus deiner guten und geliebten Hand.

    Losgelöst vom religiösen Zusammenhang findet die Redewendung oft Verwendung um auszudrücken: „Hoffentlich bleibt mir dies und jenes erspart, hoffentlich bleibe ich davon verschont.“

  • Keusch wie Josef

    Keusch wie Josef 1.Mose39

    Der Ausdruck „keusch wie Josef“ bezieht sich auf die Erzählung in Genesis 39, in der Joseph als junger Mann in Ägypten dient und in das Haus des Potifar gelangt. Dort versucht die Frau seines Herrn, ihn zu verführen. Sie fordert ihn wiederholt auf, sich mit ihr einzulassen.

    Joseph weist diese Versuche entschieden zurück. Er begründet seine Ablehnung nicht nur mit Loyalität gegenüber seinem Herrn, sondern vor allem mit seiner Verantwortung vor Gott. Er will keine Schuld auf sich laden und das Vertrauen missbrauchen, das ihm entgegengebracht wurde. Selbst als sie ihn bedrängt, bleibt er standhaft und entzieht sich der Situation, indem er flieht.

    „Keusch wie Josef“ beschreibt daher eine Haltung der Treue, Selbstbeherrschung und moralischen Integrität. Keuschheit wird hier nicht nur im engeren Sinn verstanden. Sie ist eine innere Haltung, die sich durch Loyalität, Klarheit und das Festhalten an ethischen Überzeugungen auszeichnet – auch dann, wenn Versuchung oder Druck vorhanden sind.

    Joseph wird somit zu einem Vorbild für Standhaftigkeit in schwierigen Situationen. Seine Geschichte zeigt, dass es möglich ist, Versuchungen zu widerstehen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Selbst wenn dies persönliche Nachteile mit sich bringen kann.

    So steht der Ausdruck „keusch wie Josef“ sinnbildlich für die Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen und an einer als richtig erkannten Haltung festzuhalten – geprägt von Selbstdisziplin, Vertrauen und moralischer Klarheit.

    Die Keuschheit gilt seit altersher als eine der sieben himmlischen Tugenden; ihr Gegenpart ist die Wolllust (lat.: luxuria). Diese Liste himmlischer Tugenden entstand im Mittelalter. Die Tugenden ringen in den Herzen der Menschen mit ihrem jeweiligem Widersacher um die Vorherrschaft.
    Grundlage für diese Liste war die Psychomachia, ein Werk des des christlichen Dichters Prudentius (348 bis ca. 405).

    Das Wort Keusch leitet sich ab vom lateinischen concius für „bewusst“; im Mittelhochdeutschen hieß es kiusche für „sittsam“ oder „bewusst“. Die Keuschheit, die hir eigentlich gemeint ist, reicht damit ein wenig weiter als sexuelle Abstinenz.

  • Ein Kind des Todes sein

    Ein Kind des Todes sein 1 Sam 26,16; 2. Samuel 12,5

    Der Ausdruck „ein Kind des Todes sein“ findet sich in 1 Samuel (1 Sam 26,16) sowie in 2 Samuel (2 Sam 12,5) und ist Teil der alttestamentlichen Rechtssprache. Gemeint ist eine Person, die aufgrund eines schweren Vergehens nach damaligem Verständnis die Todesstrafe verdient hätte.

    In der Erzählung aus 1. Samuel spricht David zu Saul und sagt, dass Saul ihn zu Unrecht verfolgt. Die Formulierung unterstreicht hier die Schwere der Lage und die rechtliche Bewertung eines vermeintlichen oder tatsächlichen Vergehens. In 2. Samuel wird der Ausdruck im Gleichnis des Propheten Nathan verwendet, der David auf dessen Schuld hinweist. David selbst spricht dort das Urteil über einen Mann, der im Gleichnis ungerecht gehandelt hat, und erklärt ihn für „ein Kind des Todes“.

    Im übertragenen Sinn bezeichnet die Redewendung eine Situation, in der jemand durch sein Verhalten eine so schwere Schuld auf sich geladen hat. Wegen dieser muss er nach menschlichem Urteil eigentlich mit einem Todesurteil rechnen. Die Formulierung verdeutlicht die Ernsthaftigkeit eines Vergehens und die Konsequenzen, die daraus folgen können.

    Im weiteren Kontext der Bibel zeigt sich jedoch auch, dass solche Urteile nicht nur der Feststellung von Schuld dienen. Sie sind oft in einen größeren Zusammenhang von Gerechtigkeit, Einsicht und möglicher Umkehr eingebettet. Gerade in der Begegnung zwischen Nathan und David wird deutlich, dass das Aufdecken von Schuld zur Reue führen kann.

    „Ein Kind des Todes sein“ steht sinnbildlich für eine extreme Schuldzuweisung, die die Schwere eines Vergehens unterstreicht, und verweist zugleich auf die biblische Spannung zwischen Urteil, Verantwortung und der Möglichkeit zur Umkehr.

    Eine moderne Lesart

    Der Ausdruck beschreibt in modernem Zusammenhang auch die Ausweglosigkeit einer Situation, sofern keine Hilfe kommt. Jemnd schwebt in Lebensgefahr, es gibt offenbar meine ausweg aus der leebnsbedrohlichen Situation, der Untergang ist unausweichlich, wenn nicht noch ein Wunder geschiet.

  • Ein Kind dieser Welt sein

    Ein Kind dieser Welt sein Lk 16,8

    Der Ausdruck „ein Kind dieser Welt sein“ geht auf Lukas 16,8 zurück und steht im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom untreuen Verwalter. Jesus erzählt. In diesem Gleichnis lobt der Herr den Verwalter nicht wegen seiner Unehrlichkeit, sondern wegen seiner Klugheit und Umsicht im Umgang mit einer schwierigen Situation.

    Jesus sagt, dass die „Kinder dieser Welt“ klüger im Umgang mit ihresgleichen sind als die „Kinder des Lichts“. Damit unterscheidet er zwischen zwei Lebenshaltungen. „Kinder dieser Welt“ bezeichnet Menschen, die ihre Ziele, Entscheidungen und ihr Verhalten vor allem an weltlichen Maßstäben orientieren – an kurzfristigem Nutzen, an materiellen Interessen oder an den Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders.

    Kleine Kinder versuchen spielerisch und vorbehaltlos ihre Umwelt neu zu entdecken, statt sie – wie viele Erwachsene – achtlos und als gegeben hinzunehmen. Und Kinder werden völlig unschuldig mit Mut, mit Neugier und Staunen zu ‚Akteuren des Wandels‘. Sie versinken dann in ihrem Tun und im Spiel.

    Im Gegensatz dazu stehen die „Kinder des Lichts“. Sie orientieren sich an göttlichen Maßstäben und gestalten ihr Leben im Blick auf Glauben, Wahrheit und Verantwortung. Die Aussage Jesu ist dabei keine pauschale Abwertung der „Kinder dieser Welt“, sondern eine Beobachtung. Menschen handeln in weltlichen Angelegenheiten oft entschlossen und zielgerichtet, während im geistlichen Bereich nicht immer die gleiche Konsequenz sichtbar ist.

    Im übertragenen Sinn bedeutet „ein Kind dieser Welt sein“, das eigene Denken und Handeln vor allem an den Gegebenheiten, Werten und Zielen der Welt auszurichten, ohne notwendigerweise eine religiöse oder geistliche Perspektive einzubeziehen.

    Zum guten Schluss

    Die Texte der Bibel nutzen diese Unterscheidung dazu, zur Reflexion über die eigene Lebensausrichtung anzuregen. Sie fordert dazu auf, die eigene Haltung zu überprüfen. Die Leser mögensich fragen, ob sie sich eher von kurzfristigen weltlichen Interessen leiten lassen oder von dauerhaften, geistlichen Werten.

    So beschreibt „ein Kind dieser Welt sein“ eine Lebensweise, die stark an den sichtbaren und praktischen Realitäten des Alltags orientiert ist, und stellt diese in Beziehung zu einer tieferen, geistlich geprägten Perspektive, wie sie im Gleichnis angedeutet wird.

  • Ein Kind unter dem Herzen tragen

    Ein Kind unter dem Herzen tragen 2 Makk 7,27b

    Der Ausdruck „ein Kind unter dem Herzen tragen“ steht in Zusammenhang mit der Erzählung in 2 Maccabees (2 Makk 7,27b). Dort tritt eine Mutter mit ihren sieben Söhnen auf, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. In der bewegenden Szene ermutigt die Mutter ihre Kinder, standhaft zu bleiben, und erinnert sie an die Schöpfung Gottes und daran, dass er das Leben geben kann.

    Die Mutter soll ihren jüngsten Sohn überzeugen, dass er dem Wort des Königs folgen soll. Sie will sein Leben retten. Das unterstreicht sie mit dem Argument, dass sie auch ihn, den Jüngsten, unter ihrem Herzen getragen hat. Doch der Sohn ist anderer Meinung.

    Es ist etwas Kleines unterwegs. Die werdende Mutti trägt ein neues Leben unter dem Herzen. Sie ist in anderen oder in gesegneten Umständen und guter Hoffnung. Und sie sieht ihren Mutterfreuden entgegen.

    „Ein Kind unter dem Herzen tragen“ ist eine bildhafte Umschreibung für die Schwangerschaft. Es beschreibt die enge, körperliche und zugleich emotionale Verbindung zwischen Mutter und Kind. In der biblischen Erzählung wird diese Formulierung im Kontext von Fürsorge, Hoffnung und Opferbereitschaft verwendet. Die Mutter zeigt eine tiefe Bindung zu ihren Kindern, die über bloße Fürsorge hinausgeht und auch Bereitschaft zum Leiden umfasst.

    Und das heißt …?

    Im übertragenen Sinn steht der Ausdruck für das Tragen von Leben im eigenen Inneren – sowohl im wörtlichen als auch im symbolischen Sinne. Er kann für Verantwortung, Schutz und die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind stehen. Es mag aber auch für etwas steeen, das man in sich trägt und das einem besonders am Herzen liegt.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird die Szene oft als Beispiel für Glaubenstreue, Mut und Vertrauen verstanden. Die Mutter verkörpert dabei nicht nur körperliche Mutterschaft, sondern auch geistliche Stärke, indem sie ihre Kinder im Glauben bestärkt und selbst in einer extremen Situation Haltung bewahrt.

    So beschreibt „ein Kind unter dem Herzen tragen“ nicht nur einen biologischen Zustand, sondern auch eine tiefgehende Beziehung, die von Nähe, Verantwortung und Hingabe geprägt ist – ein Bild für das Entstehen und Bewahren von Leben in einem umfassenden Sinn.

  • Wes Geistes Kind jemand ist

    Wes Geistes Kind jemand ist Lk 9,55

    Der Ausdruck „wes Geistes Kind jemand ist“ geht auf eine Szene in Lukas 9,55 zurück. Dort begegnen Jesus und seine Jünger einem Dorf, das sie nicht aufnehmen will. Einige der Jünger reagieren darauf mit dem Vorschlag, Feuer vom Himmel fallen zu lassen, um die Ablehnung zu bestrafen. Jesus weist sie jedoch zurecht und macht deutlich, dass ihre Reaktion nicht seinem Geist entspricht.

    Mit der Frage bzw. dem Gedanken „wes Geistes Kind jemand ist“ beurteilen wir die innere Haltung eines Menschen. Gemeint ist nicht nur das äußere Verhalten, sondern die Motivation, die dahintersteht: Welche Gesinnung, welcher Charakter oder welcher „Geist“ prägt das Handeln? Im biblischen Kontext wird damit deutlich gemacht, dass die Jünger in diesem Moment von einer Haltung der Strenge und des Strafens geleitet sind, während Jesus einen anderen Weg der Barmherzigkeit und Zurückhaltung vertritt.

    Im übertragenen Sinn dient der Ausdruck heute dazu, um zu hinterfragen, aus welcher inneren Einstellung heraus jemand handelt oder spricht. Es geht um die grundlegende Ausrichtung des Denkens und Handelns. Ist die Haltung einer Person von Mitgefühl, Härte, Egoismus oder Verantwortung geprägt.

    Die Szene lädt dazu ein, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Sie macht deutlich, dass nicht jede spontane Reaktion dem entspricht, was als gut oder angemessen gilt, und dass die innere Haltung entscheidend ist für die Qualität des Handelns.

    Als Redewendung

    Die Redewendung „Wes Geistes Kind jemand ist“ steht sinnbildlich für die Frage nach der inneren Prägung eines Menschen. Sie erinnert daran, dass Worte und Taten aus einer bestimmten Grundhaltung hervorgehen, die das gesamte Verhalten bestimmt.

    Wenn die Überlegung angestellt wird, welches Geistes Kind eine Person denn wohl sein möge, dann meist mit einem sehr kritischen Unterton. Es ist mehr als legitim, zu hinterfragen, wie eine Person tickt, wie der Mensch in Wahrheit denkt, wer sie oder er wirklich ist. Die Ausssage macht deutlich, dass man anhan des Verhaltens, der Redens und Tuns den Menschen dahinter deutlich sehen kann, wie sie oder er ist. Zuweilen findet der Ausdruck Verwendung um eine ungewöhnliche, wenn nicht gar zweifelhafte Haltung anzuprangern.

  • Die Kinder dieser Welt

    Die Kinder dieser Welt Lukas 16,8

    Der Ausdruck „die Kinder dieser Welt“ stammt aus Lukas 16,8 und steht im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom untreuen Verwalter, das Jesus Christ erzählt. In diesem Gleichnis wird ein Verwalter beschrieben, der in einer schwierigen Lage klug handelt, um seine Zukunft zu sichern.

    Wenn Jesus von den „Kindern dieser Welt“ spricht, meint er Menschen, die ihr Leben vor allem an weltlichen Maßstäben orientieren. Dazu gehören praktische Klugheit, strategisches Denken und ein geschickter Umgang mit den Gegebenheiten des Alltags. Diese Menschen handeln oft zielgerichtet und nutzen ihre Möglichkeiten. Sie versuchen, ihre Interessen zu wahren oder ihre Situation zu verbessern.

    Im Gleichnis wird deutlich, dass diese „Kinder dieser Welt“ in ihrem eigenen Bereich mit großer Umsicht und Konsequenz handeln. Jesus stellt dem die „Kinder des Lichts“ gegenüber, also diejenigen, die sich am Glauben und an geistlichen Werten orientieren. Die Aussage hebt hervor, dass es im geistlichen Bereich manchmal an derselben Entschlossenheit und Weitsicht fehlt, die im weltlichen Leben selbstverständlich erscheint.

    Im übertragenen Sinn beschreibt „die Kinder dieser Welt“ Menschen, deren Denken und Handeln stark von den Realitäten, Zielen und Prioritäten des alltäglichen Lebens geprägt ist, ohne notwendigerweise eine religiöse Perspektive einzubeziehen.

    Kind dieser Welt

    Im weiteren Kontext der Bibel dient dieser Ausdruck dazu, zum Nachdenken über die eigene Lebensweise anzuregen. Er fordert dazu auf, die eigene Zielstrebigkeit und Konsequenz zu prüfen und zu überlegen, in welchem Maß das eigene Handeln von weltlichen oder von geistlichen Werten bestimmt ist.

    So steht „die Kinder dieser Welt“ für eine Lebenshaltung, die sich an praktischen, sichtbaren und gegenwärtigen Interessen orientiert. Damit bildet diese Haltung eine Gegenüberstellung zu einer stärker geistlich geprägten Perspektive bildet.

    Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. (Lukas 16,8)
    Nicht die Unehrlichkeit des Verwalters, sondern vielehr der geschickte Umgang mit Ressourcen, die umsichtige und vorausschauende Haltung, sich rechtzeitig um Zukünftiges zu kümmern, werden hier gelobt.

  • Kinder sind Kinder, als Kinder treiben sie kindisches

    Kinder sind Kinder, als Kinder treiben sie kindisches. –
    Sunt pueripueri, pueripuerilia tractant. 1.Kor.13,11

    Der Gedanke greift eine Aussage aus 1. Korinther 13,11 auf, die von Paulus stammt. Der Apostel vergleicht darin verschiedene Entwicklungsstufen des Menschen und beschreibt, wie sich Denken, Sprechen und Handeln im Laufe des Lebens verändern.

    Im genannten Vers sagt Paulus sinngemäß, dass er als Kind wie ein Kind dachte, redete und urteilte, und dass er mit dem Erwachsenwerden diese kindlichen Verhaltensweisen ablegte. Die lateinische Formulierung „Sunt pueri, pueripuerilia tractant“ (Kinder sind Kinder, sie tun kindische Dinge) bringt denselben Gedanken prägnant zum Ausdruck. In der Kindheit entspricht das Verhalten dem Entwicklungsstand. Später tritt mit zunehmender Reife ein Wandel ein.

    Im übertragenen Sinn verweist dieser Gedanke darauf, dass bestimmtes Verhalten alters- oder entwicklungsabhängig ist. Kindliches Verhalten ist nicht negativ gemeint, sondern Ausdruck einer natürlichen Phase, in der Lernen, Ausprobieren und spielerisches Handeln im Vordergrund stehen. Mit zunehmender Reife erwarten wir jedoch voneinander, dass Denken und Handeln differenzierter, verantwortungsbewusster und reflektierter werden.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Aussage auch symbolisch verstanden. Sie beschreibt nicht nur das tatsächliche Erwachsenwerden. Sie mahnt auch ein inneres Reifen im Glauben und in der Lebensführung an. Bestimmte Denk- und Verhaltensweisen lassen wir dabei hinter uns, um zu einer größeren Klarheit und Tiefe zu gelangen.

    So macht der Satz deutlich, dass kindliches Verhalten zur Kindheit gehört, während Reife darin besteht, sich weiterzuentwickeln und über frühere, weniger reflektierte Formen des Denkens und Handelns hinauszuwachsen.

    Kind-Ich vs. Erwachsenen-Ich

    Das freie Kind-Ich wird recht spontan und emotional reagieren. Dabei kann es recht krativ und phantasievoll, daber auch trotzig, unsicher und ängstlich auftreten. Ein starker Fokus liegt auf der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung, meist Hunger, Durst oder die Suche nach Zuwendung.
    Das Erwachsenen-Ich begegnet auf rational-sachlicher Ebene und versucht, die jeweilige Situation im Hier und Jetzt ruhig, objektiv und lösungsorientiert wahrzunehmen. Der erwachsene Mensch kann unvoreingenommen bewerten, Handlungsalternativen abwägen und Verantwortung übernehmen. Die Kommunikation geschieht resspektvoll und sachlich auf Augenhöhe. – „Ich bin gut. Du bist gut.“

    Die beiden Ich-Zustände, die sich nach Bedarf abwechseln können, sind doch beide Teil unserer jeweiligen Persönlichkeit.

    Siehe z.B. auch Transaktionsanalys nach Eric Berne

  • Kinder und Kindeskinder

    Kinder und Kindeskinder nach 2 Mose 34,7

    Der Ausdruck „Kinder und Kindeskinder“ geht auf Exodus (2. Mose 34,7) zurück. Er ist ist Teil einer Selbstoffenbarung Gottes an Moses. In diesem Zusammenhang beschreibt Gott seine Barmherzigkeit, aber auch die Ernsthaftigkeit von Schuld und Verantwortung. Die kann sich über Generationen auswirken.

    Mit „Kinder und Kindeskinder“ ist die nachfolgende Generation gemeint – also die direkte Nachkommenschaft und darüber hinaus die Enkel und weitere Generationen. Der Ausdruck macht deutlich, dass die Folgen menschlichen Handelns nicht nur den Einzelnen betreffen. Sie können sich auch auf die Gemeinschaft und die kommenden Generationen auswirken können. In der biblischen Darstellung wird damit die Tragweite von Entscheidungen unterstrichen.

    Im Kontext von 2. Mose 34,7 steht der Satz in einer längeren Beschreibung Gottes, in der sowohl seine Geduld und Gnade als auch seine Gerechtigkeit betont werden. Es wird deutlich, dass Gott Schuld ernst nimmt, gleichzeitig aber auch bereit ist zu vergeben und treu zu sein. Die Erwähnung von „Kindern und Kindeskindern“ verweist darauf, dass sowohl positive als auch negative Auswirkungen von Handlungen langfristige Folgen haben können.

    Thema Verantwortung

    Im weiteren Zusammenhang der Bibel wird dieser Gedanke häufig als Hinweis auf Verantwortung verstanden. Menschen sollen sich ihrer Wirkung auf andere bewusst sein, insbesondere im Blick auf kommende Generationen. Gleichzeitig wird aber auch die Hoffnung vermittelt, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist und nicht auf eine einzige Generation beschränkt bleibt.

    Der Bibelvers sagt, dass Gott gnädig sein und Sünden vergeben will, dass er aber niemand ungestraft lässt. Nach der Aussage am Ende von Vers 7 wird er die Fehltritte der Menschen verfolgen bis ins dritte und vierte Glied. Damit ist aber auch die Verfolgung einer Tat beschränkt auf die noch lebenden Generationen von Großvätern, Vätern, Söhnen und Enkel. Vielleicht dürfen wir das als Zeichen von Gottes Gnade verstehen: Irgendwann darf es auch mal gut sein.

    Der Ausdruck „Kinder und Kindeskinder“ steht sinnbildlich für die Weitergabe von Wirkungen über Generationen hinweg und erinnert daran, dass menschliches Handeln nicht nur im Moment Bedeutung hat, sondern auch langfristige Konsequenzen entfalten kann.