Wie die Jungfrau zum Kind Lk. 1,30
Der Ausdruck „wie die Jungfrau zum Kind“ geht zurück auf die Verkündigung der Geburt Jesu bei Lukas (Lk 1,30). In diesem Zusammenhang erscheint der Engel Gabriel bei Mary und kündigt ihr an, dass sie einen Sohn empfangen und gebären wird, obwohl sie keine Beziehung zu einem Mann hatte. Die Aussage verweist somit auf ein außergewöhnliches, menschlich nicht erklärbares Geschehen.
Im biblischen Kontext steht dieses Ereignis im Zentrum der Weihnachtsgeschichte. Es wird als Wirken Gottes verstanden, der in das Leben der Menschen eingreift und Neues schafft. Die Empfängnis Jesu wird nicht als gewöhnlicher biologischer Vorgang beschrieben. Sie gilt als Zeichen göttlicher Initiative und Gnade. Maria reagiert auf die Ankündigung mit Vertrauen und Offenheit gegenüber Gottes Plan.
Der Ausdruck „wie die Jungfrau zum Kind“ hat sich im Sprachgebrauch zu einer Redewendung entwickelt, die etwas überraschend, unerwartet oder scheinbar aus dem Nichts entstanden beschreibt. Oft wird damit eine Situation bezeichnet, in der etwas plötzlich geschieht, ohne dass es vorhersehbar war oder aus einer erkennbaren Ursache hervorging.
Etwas ist geschehen völlig unerklärlich und wie durch ein Wunder. Dabei geschah es ohne jede Vorbereitung oder eine Absicht. Weder durch eigenes Zutun noch bewusste Planung. Sie oder er kam dazu wie die Jungfrau zum Kind oder es fiel ihr/ihm in den Schoß. Sei es plötzlicher Reichtum oder Besitz, eine neue Position oder eine Aufgabe.
Und die Schilderung des überraschenden Geschehens geschieht natürlich nicht ohne die zugehörige Portion Ironie.
Im weiteren Kontext der Bibel wird deutlich, dass die Geschichte nicht nur ein außergewöhnliches Ereignis beschreibt, sondern auch eine theologische Botschaft trägt: Gott handelt auf unerwartete Weise und überschreitet menschliche Vorstellungen und Möglichkeiten. Die Erzählung lädt dazu ein, offen zu sein für das, was über das Gewohnte hinausgeht, und Vertrauen in Gottes Wirken zu haben, auch wenn es sich nicht vollständig erklären lässt.