Zur Hölle fahren Ps. 28,1
Der Ausdruck „zur Hölle fahren“ hat seinen Ursprung in biblischen Vorstellungen vom Reich der Toten, das im Alten Testament oft als Ort der Gottferne und Stille beschrieben wird. In Psalm 28,1 ruft der Beter: „HERR, zu dir rufe ich; mein Fels, schweige mir nicht, damit ich nicht, wenn du mir schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren.“
Die „Grube“ oder „Hölle“ steht hier nicht in erster Linie für einen Ort der Strafe im späteren Sinn, sondern für Tod, Verlassenheit und das Getrenntsein von Gott. „Zur Hölle fahren“ bedeutet daher, dass ein Mensch in einen Zustand gerät, in dem er ohne Hoffnung, ohne Gottes Nähe und ohne Leben ist. Es ist ein Ausdruck tiefster Angst vor Verlorenheit und Sinnlosigkeit.
Der Psalm zeigt, dass der Beter diese Situation unbedingt vermeiden will. Er sucht Gottes Nähe, Schutz und Antwort, weil er weiß, dass Gottes Schweigen wie ein Abgrund wirken kann. Die Bitte richtet sich an Gott als Retter, der davor bewahren kann, in die Dunkelheit der Gottferne abzusinken.
Theologisch macht der Ausdruck deutlich, dass die Beziehung zu Gott lebensentscheidend ist. Ohne diese Beziehung droht dem Menschen ein Zustand der Leere, Orientierungslosigkeit und geistlichen Trennung. Gleichzeitig zeigt der Psalm, dass Gott angerufen werden kann und dass Hoffnung besteht, solange der Mensch sich an ihn wendet.
Zusammengefasst bedeutet „zur Hölle fahren“, dass man in einen Zustand der tiefen Gottferne, Hoffnungslosigkeit oder des Todes gerät. Es ist ein Bild für Verlorenheit und das Fehlen von Gottes Gegenwart, das zugleich die Sehnsucht nach Rettung und Nähe zu Gott zum Ausdruck bringt.
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