Bei Adam und Eva anfangen

Bei Adam und Eva anfangen nach Gen. 3,20


In Genesis 3,20 heißt es:
„Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.“

Dieser kurze Satz steht am Ende der Erzählung vom sogenannten „Sündenfall“. Adam und Eva haben von der verbotenen Frucht gegessen, das Paradies verloren und müssen nun die Folgen ihres Handelns tragen. Doch gerade in dieser dunklen Situation geschieht etwas Erstaunliches: Adam gibt seiner Frau einen neuen Namen – Eva, hebräisch Chawwa, was „Leben“ oder „Lebendige“ bedeutet. Mitten im Gericht, nach Schuld und Trennung, spricht der Mensch ein Wort der Hoffnung aus.

Hier zeigt sich eine der zentralen Botschaften der Bibel: Das Ende des Paradieses ist nicht das Ende der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Auch nach dem Bruch bleibt das Leben bestehen, und mit ihm bleibt die Möglichkeit eines neuen Anfangs. In der Gestalt Evas beginnt die Geschichte der Menschheit. Sie wird „Mutter aller Lebendigen“ – Sinnbild für das Weitergehen des Lebens, trotz der Wunden und Grenzen, die der Mensch sich selbst zugefügt hat.

„Bei Adam und Eva anfangen“ bedeutet also mehr als nur, zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte zurückzugehen. Es bedeutet, das Menschsein in seiner ganzen Spannung zu begreifen: zwischen Schuld und Hoffnung, zwischen Verlust und Neubeginn. Adam und Eva stehen für uns alle – für die, die irren, die schuldig werden, aber auch für die, die weiterleben, sich versöhnen und Verantwortung übernehmen.

Gott lässt die Menschen nicht im Chaos zurück. Auch wenn sie das Paradies verlassen müssen, sorgt er für sie, kleidet sie und schenkt ihnen Zukunft. Damit wird deutlich: Selbst im Gericht ist Gottes Barmherzigkeit wirksam. Der Name „Eva“ ist ein Versprechen, dass Leben stärker ist als Tod, und dass in jedem Ende ein Anfang liegt.

So lädt die Geschichte uns ein, immer wieder „bei Adam und Eva anzufangen“ – das heißt, neu zu erkennen, wer wir sind: Geschöpfe, die fallen können, aber auch aufstehen dürfen. Menschen, die nicht perfekt sind, aber von Gott dennoch angenommen werden. In dieser Erkenntnis liegt der erste Schritt zu einem echten Neuanfang – damals wie heute.


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