„An seine Brust schlagen – Eine Betrachtung von Lukas 18,13
In Lukas 18,13 begegnen wir einer sehr anschaulichen Geste des Bußfertigen. Der Zöllner, der vor dem Tempel betet, „schlug sich an die Brust“ und sagte: „Gott, sei mir Sünder gnädig“. Diese Bewegung – sich an die Brust zu schlagen – war in der damaligen Kultur Ausdruck von Reue, Demut und tiefem Bedauern. Sie zeigt, dass der Mensch sein Fehlverhalten ernst nimmt und seine Schuld vor Gott offen eingesteht.
Das Schlagen auf die Brust ist mehr als eine äußere Handlung. Es symbolisiert innere Buße und ehrliche Selbstprüfung. Der Zöllner erkennt, dass er Unrecht getan hat. Er bringt seine Reue in einer Geste zum Ausdruck, die sowohl Demut als auch die Bereitschaft zur Veränderung zeigt. Jesus hebt diesen Zöllner als positives Beispiel hervor, weil er in seinem Herzen aufrichtig ist und seine Schuld nicht verschleiert oder verharmlost. Die Geste wird so zu einem Zeichen authentischer Begegnung mit Gott.
Darüber hinaus verdeutlicht die Passage, dass es bei Buße nicht um äußere Perfektion oder öffentliches Ansehen geht. Viele Menschen, wie der Pharisäer im selben Gleichnis, zeigen stolz ihre Tugenden und ihre „Rechtschaffenheit“. Der Zöllner hingegen steht demütig da, erkennt seine Fehler und bittet um Gottes Gnade. Das Herz ist entscheidend: Es geht um Ehrlichkeit vor Gott, nicht um äußere Darstellung. Die Geste des Brustschlagens macht diese innere Haltung sichtbar.
Die Szene lädt auch heute zur Reflexion ein. Sich an die eigene „Brust zu schlagen“ kann symbolisch verstanden werden. Es bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, Fehler anzuerkennen und die Bereitschaft zur Veränderung zu zeigen. Wer sich seiner Schuld bewusst wird und echte Reue empfindet, öffnet sich für Gnade, Vergebung und inneren Frieden. Die Geste lehrt, dass Buße nicht nur Worte braucht. Es braucht die innere Haltung, die durch Taten und Haltung zum Ausdruck kommt.
Zusammenfassend zeigt Lukas 18,13, dass das Schlagen auf die Brust ein starkes Zeichen von Reue, Demut und Aufrichtigkeit vor Gott ist. Es erinnert daran, dass Buße und Selbstprüfung wesentliche Bestandteile eines spirituellen Lebens sind. Wer seine Fehler erkennt, Verantwortung übernimmt und sich in Demut Gott zuwendet, erfährt Gnade und inneren Frieden. Die Geste ist somit nicht nur eine historische Handlung, sondern eine zeitlose Einladung, ehrlich zu sich selbst zu sein und das Herz für Veränderung zu öffnen.
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