Eine Josefsehe führen

Eine Josefsehe führen Mt 22,30

Der Ausdruck „eine Josefsehe führen“ bezieht sich auf die Aussage Jesu bei Matthäus (Mt 22,30). Dort erklärt er, dass es nach der Auferstehung keine ehelichen Beziehungen mehr in der Form gibt, wie sie im irdischen Leben bestehen. Jesus sagt dort, dass die Menschen „wie die Engel im Himmel“ sein werden und weder heiraten noch verheiratet werden.

Der Begriff „Josefsehe“ leitet sich von der Vorstellung ab, dass eine Ehe bestehen kann, ohne dass sie sexuell vollzogen wird. Der Name „Josef“ verweist auf Joseph, den irdischen Vater Jesu. Der lebte mit Maria in einer ehelichen Beziehung, die nach der Überlieferung ohne geschlechtliche Vereinigung geführt wurde. Eine „Josefsehe“ bezeichnet somit eine Ehe, die durch gegenseitige Treue, Verantwortung und Gemeinschaft geprägt ist, jedoch auf sexuelle Intimität verzichtet.

Im Licht von Matthäus 22,30 wird deutlich, dass die irdische Ehe eine zeitliche Ordnung für das gegenwärtige Leben darstellt, die in der kommenden Wirklichkeit nicht in gleicher Weise fortbesteht. Die Aussage Jesu richtet den Blick auf eine zukünftige Existenzform. Dort stehen andere Beziehungen und eine andere Form der Gemeinschaft mit Gott im Mittelpunkt.

Der Begriff „eine Josefsehe führen“ beschreibt oft Lebensform, die sich durch besondere geistliche Ausrichtung, Enthaltsamkeit und gegenseitige Hingabe auszeichnet. Im weiteren Kontext der Bibel verweist er auf die Spannung zwischen dem gegenwärtigen Leben und der zukünftigen Hoffnung. Während die Ehe ein Geschenk für diese Welt ist, weist sie zugleich über sich hinaus auf eine vollkommene Gemeinschaft mit Gott, in der andere Maßstäbe gelten.

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