Sein Leid in sich fressen Psalm 39,3
Der Ausdruck „sein Leid in sich fressen“ aus Psalm 39,3 beschreibt eine innere Spannung und das bewusste Zurückhalten von Schmerz und Klage. Im Kontext des biblischen Buches Psalm 39 wird geschildert, wie David in einer leidvollen Situation versucht, seine Gedanken und Gefühle nicht offen auszusprechen, um nicht in seiner Umgebung oder vor den Gottlosen Anstoß zu erregen. Er entscheidet sich zunächst dafür, still zu bleiben und seinen Schmerz in sich zu tragen.
Das Bild des „In-sich-Fressens“ macht deutlich, wie belastend es sein kann, Gefühle nicht ausdrücken zu können oder zu wollen. Das Leid bleibt nicht äußerlich sichtbar, sondern wirkt im Inneren weiter und kann dort an Kraft gewinnen. Diese Zurückhaltung kann aus verschiedenen Gründen entstehen – etwa aus dem Wunsch nach Selbstkontrolle, aus Rücksicht auf andere oder aus der Angst, missverstanden zu werden. Gleichzeitig zeigt der Vers aber auch, dass unterdrückte Gefühle eine große innere Spannung erzeugen können.
Im weiteren Verlauf des Psalms wird deutlich, dass das Schweigen für David nicht dauerhaft tragbar ist. Schließlich bricht er sein Schweigen und wendet sich im Gebet an Gott, um seinem inneren Druck Ausdruck zu verleihen. Dadurch wird sichtbar, dass das „In-sich-Fressen“ des Leids keine endgültige Lösung ist, sondern vielmehr ein vorübergehender Zustand, der den Weg zu einem offenen Umgang mit dem eigenen Schmerz bereitet.
Der Vers macht insgesamt deutlich, wie wichtig es ist, mit Leid nicht allein zu bleiben. Auch wenn es Situationen gibt, in denen Schweigen angebracht erscheint, zeigt der Psalm, dass das Aussprechen von innerem Schmerz – insbesondere im Gebet – eine Möglichkeit ist, Entlastung und Klarheit zu finden. Das Bild des „In-sich-Fressens“ steht somit für eine Phase innerer Auseinandersetzung, die letztlich in eine Öffnung und Hinwendung führt.
So wird Psalm 39,3 zu einem eindrücklichen Zeugnis dafür, wie Menschen mit Leid umgehen können: zwischen Zurückhaltung und Ausdruck, zwischen innerem Ringen und dem Schritt, das eigene Herz zu öffnen.
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