Tauben Ohren predigen

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Tauben Ohren predigen Jes 6,10; 42,20; Matthäus 13,13

Der Ausdruck „tauben Ohren predigen“ geht auf verschiedene biblische Stellen zurück, unter anderem auf das Buch Jesaja (Jesaja 6,10; 42,20) sowie auf das Evangelium nach Matthäus (Matthäus 13,13). In diesen Texten beschreibt Jesus Christus eine Situation, in der Menschen zwar hören, aber nicht verstehen, und sehen, aber nicht erkennen.

Der Ausdruck „taube Ohren“ ist dabei bildlich gemeint. Er beschreibt Menschen, die zwar physisch hören können, die aber innerlich nicht aufnahmebereit sind. Die Botschaft dringt nicht zu ihnen durch, weil sie nicht offen sind oder sich bewusst dagegen verschließen. „Predigen“ meint in diesem Zusammenhang das Verkündigen oder Weitergeben einer Botschaft, die jedoch nicht verstanden oder angenommen wird.

Im Kontext der Bibel steht diese Formulierung für eine geistliche Blindheit oder Verhärtung. Trotz klarer Worte und deutlicher Hinweise bleiben Menschen unzugänglich für die Botschaft. Ihre Herzen sind nicht offen. Die Texte bei Jesaja und im Matthäusevangelium machen deutlich, dass dies nicht nur ein Problem des Hörens ist. Es ist vor allem ein Problem des Verstehens und der inneren Bereitschaft.

Die Wendung wird im übertragenen Sinn heute verwendet, um auszudrücken, dass jemand nicht zuhört oder für Argumente nicht zugänglich ist. Sie kann sich auf Situationen beziehen, in denen eine Person Informationen ignoriert, ablehnt oder schlicht nicht aufnimmt, obwohl sie eigentlich dazu in der Lage wäre.

So beschreibt „tauben Ohren predigen“ eine grundlegende menschliche Erfahrung: Kommunikation gelingt nicht allein durch das Sprechen, sondern setzt auch Offenheit und Bereitschaft auf Seiten des Hörenden voraus. Ohne diese innere Aufnahmebereitschaft bleibt selbst eine klare Botschaft wirkungslos.

Da will man Warnungen, Ratschläge oder Argumente jemandem nahebringen und muss feststellen, dass der dafür völlig unempfänglich ist. Also hätte man auch in den Wind schreien oder gegen eine Wand anreden können, oder Perlen vor die Säue werfen. Und das alles nur, weil da einer einen auf völlig unbelehrbar macht und auf seiner althergebrachten Meinung beharren will.