Wie ein Ölgötze

Wie ein Ölgötze Lk. 22,39

Der Ausdruck „wie ein Ölgötze“ ist eine umgangssprachliche Redewendung und geht nicht direkt als feststehender biblischer Begriff aus Lukas 22,39 hervor, steht aber im weiteren Umfeld von Begebenheiten aus dem Evangelium nach Lukas, in denen Jesus Christus in der Ölbergregion (Garten Getsemani) betet. Die Formulierung „Ölgötze“ selbst bezeichnet ursprünglich ein aus Holz oder Stein gefertigtes Götzenbild, das mit Öl überzogen sein konnte oder sinnbildlich mit etwas „eingelassen“ oder „glatt“ gemacht wurde.

Im übertragenen Sinn wird „wie ein Ölgötze“ verwendet, um eine Person zu beschreiben, die regungslos, stumm oder ausdruckslos dasteht, ohne zu reagieren oder Anteil zu nehmen. Es geht dabei weniger um eine wörtliche Beschreibung, sondern um ein Bild für Passivität oder Teilnahmslosigkeit. Eine solche Haltung wird oft als auffällig empfunden, weil sie im Kontrast zu einer erwarteten Reaktion steht.

Im biblischen Kontext des Ölbergs wird hingegen ein sehr bewegtes Geschehen beschrieben: Jesus zieht sich zum Gebet zurück, ringt innerlich und bittet Gott um Kraft für das, was vor ihm liegt. Die Szene ist geprägt von intensiver innerer Auseinandersetzung, nicht von Teilnahmslosigkeit. Gerade dieser Gegensatz zeigt, wie unterschiedlich Bilder und Redewendungen im Laufe der Zeit verwendet werden können.

Im allgemeinen Sprachgebrauch kann der Ausdruck „wie ein Ölgötze“ daher kritisch gemeint sein, wenn jemand als unbeteiligt, starr oder gleichgültig wahrgenommen wird. Er beschreibt eine äußere Erscheinung, die wenig oder keine emotionale Reaktion erkennen lässt.

So verweist die Redewendung auf ein Bild aus der antiken Religionswelt und hat sich im übertragenen Sinn zu einer Beschreibung für menschliches Verhalten entwickelt. Sie macht deutlich, wie Sprache historische Vorstellungen aufgreift und in neue Bedeutungszusammenhänge überträgt.

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