„Auf der Bank der Spötter sitzen“ (Psalm 1,1)
Der Ausdruck „auf der Bank der Spötter sitzen“ geht auf den Beginn des Psalmen zurück, insbesondere auf Psalm 1,1 in der Bibel. Dieser Psalm wird traditionell David zugeschrieben und eröffnet die Sammlung mit einer grundlegenden Weisung für ein gelingendes Leben.
Im Psalm wird beschrieben, dass der Mensch glücklich ist, der nicht im „Rat der Gottlosen“ wandelt, nicht auf dem „Weg der Sünder“ steht und nicht „im Kreis der Spötter sitzt“. „Spötter“ sind Menschen, die sich über andere erheben, Dinge ins Lächerliche ziehen und eine Haltung der Verachtung einnehmen. Das „Sitzen“ auf ihrer Bank steht sinnbildlich für das Verweilen in einem solchen Umfeld und das Einnehmen einer entsprechenden Haltung.
Die dreifache Steigerung im Vers – gehen, stehen, sitzen – macht deutlich, dass es nicht nur um einzelne Handlungen, sondern um eine zunehmende Nähe und Verstrickung in bestimmte Denk- und Verhaltensweisen geht. Wer „auf der Bank der Spötter sitzt“, hat sich bereits mit einer Haltung identifiziert, die von Spott, Kritik und Ablehnung geprägt ist.
Im positiven Gegenbild beschreibt der Psalm den Weg des Menschen, der sich an Gottes Weisung orientiert und darin Halt und Orientierung findet. Statt in spöttischen Kreisen zu verweilen, wird ein Leben empfohlen, das von Nachdenken über das Gute und von innerer Ausrichtung geprägt ist.
Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute verwendet, um eine Haltung zu beschreiben, in der jemand andere aus einer distanzierten, oft überheblichen Perspektive beurteilt oder sich an abwertender Rede beteiligt. Er kann auch als Warnung verstanden werden, sich nicht dauerhaft in einem Umfeld zu bewegen, das von Spott und Negativität geprägt ist.
So erinnert „auf der Bank der Spötter sitzen“ daran, dass die Haltung, in der man sich bewegt, prägt, wie man denkt und handelt – und dass es eine bewusste Entscheidung ist, ob man sich in Kreisen der Verachtung oder in einer Haltung von Respekt und Weisheit bewegt.
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