Die Stillen im Lande

„Die Stillen im Lande“ (Psalm 35,20)

Der Ausdruck „die Stillen im Lande“ stammt aus der Bibel, genauer aus dem Psalmen, insbesondere Psalm 35,20. Dort spricht der Beter über Menschen, die friedliebend, bescheiden und ohne eigene Machtansprüche leben.

Mit „still“ sind hier nicht nur leise oder schweigsame Menschen gemeint, sondern solche, die sich nicht in den Vordergrund drängen, keine Streitlust zeigen und nicht auf Konfrontation aus sind. Es geht um eine Haltung der Zurückhaltung, des Vertrauens und der inneren Ruhe. Diese Menschen gelten im biblischen Verständnis als besonders schutzbedürftig, da sie nicht durch Stärke oder Einfluss auffallen, sondern durch ihre Friedfertigkeit.

Im Kontext des Psalms steht der Ausdruck in einem Gebet, in dem der Beter um Gerechtigkeit bittet und sich gegen falsche Anklagen wehrt. Die „Stillen im Lande“ werden dabei als diejenigen gesehen, die auf Gottes Hilfe angewiesen sind und deren Stimme leicht überhört werden kann. Gerade ihnen gilt die Aufmerksamkeit Gottes in besonderer Weise.

Im übertragenen Sinn beschreibt der Ausdruck heute Menschen, die im Hintergrund wirken, bescheiden leben und nicht nach Anerkennung streben. Oft sind es diejenigen, die ohne großes Aufsehen Gutes tun und durch ihre Haltung zum Frieden und Zusammenhalt beitragen.

„Die Stillen im Lande“ verweist auf eine Lebensweise, die nicht von Lautstärke oder Macht geprägt ist, sondern von Vertrauen, Bescheidenheit und innerer Stärke – und erinnert daran, dass gerade diese leisen Stimmen eine wichtige und schützenswerte Rolle in der Gemeinschaft spielen.

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