Schlägt dich einer auf die rechte Wange, so halte ihm auch die andere hin

„Schlägt dich einer auf die rechte Wange, so halte ihm auch die andere hin.“ (Matthäus 5,39)

Dieser Satz stammt aus der Bibel und wird von Jesus von Nazareth in der Bergpredigt (Matthäus 5,39) ausgesprochen. Er gehört zu einer Reihe von Aussagen, in denen Jesus neue Maßstäbe für den Umgang mit Konflikten und Gewalt formuliert.

Das Bild der geschlagenen Wange steht sinnbildlich für eine erlittene Kränkung oder ein Unrecht. Die Aufforderung, auch die andere Wange hinzuhalten, beschreibt keine passive Gleichgültigkeit, sondern eine bewusste Haltung gegenüber Gewalt und Unrecht. Es geht darum, nicht mit Gegengewalt oder Vergeltung zu reagieren, sondern einen anderen Weg zu wählen.

Im Kontext der Bergpredigt wird deutlich, dass diese Aussage Teil einer umfassenderen Ethik ist, die auf Gewaltverzicht, Vergebung und innerer Stärke basiert. Anstatt auf Angriff mit Gegenangriff zu reagieren, wird dazu eingeladen, die Eskalation zu durchbrechen und nicht in den Kreislauf von Gewalt und Vergeltung einzutreten.

Diese Haltung erfordert Selbstbeherrschung und Mut. Sie bedeutet nicht, Unrecht gutzuheißen oder sich dauerhaft ungerecht behandeln zu lassen, sondern vielmehr, bewusst anders zu reagieren als erwartet. Dadurch kann ein Raum entstehen, in dem Konflikte nicht weiter angeheizt, sondern möglicherweise entschärft werden.

So steht der Satz für eine radikale Einladung, auf Gewalt nicht mit Gegengewalt zu antworten, sondern mit einer Haltung, die auf Deeskalation, Würde und innerer Freiheit beruht.

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