Wo diese schweigen, werden Steine schreien

„Wo diese schweigen, werden die Steine schreien“ (Habakuk 2,11; Lukas 19,40)

Der Ausdruck „Wo diese schweigen, werden die Steine schreien“ ist in der Bibel überliefert und findet sich in ähnlicher Form im Buch Habakuk sowie im Evangelium nach Lukas. In Lukas 19,40 spricht Jesus von Nazareth diese Worte im Zusammenhang mit seinem Einzug in Jerusalem.

Im biblischen Kontext geht es um die Frage nach Lob, Wahrheit und der Unaufhaltsamkeit von Gottes Wirken. Als einige Menschen Jesus auffordern, die jubelnden Jünger zum Schweigen zu bringen, antwortet er, dass, wenn diese schweigen, die Steine selbst schreien würden. Damit wird ausgedrückt, dass die Wahrheit und das Geschehen nicht zum Schweigen gebracht werden können.

Das Bild der „schreienden Steine“ ist eine eindrückliche Metapher: Steine stehen normalerweise für etwas Stummes, Lebloses und Unbewegliches. Gerade deshalb macht die Aussage deutlich, wie außergewöhnlich und unumstößlich das Gemeinte ist. Wenn selbst das scheinbar Unbelebte „sprechen“ müsste, zeigt dies, dass eine Situation von großer Bedeutung ist, die nicht ignoriert werden kann.

Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck verwendet, um zu verdeutlichen, dass eine Wahrheit oder ein Ereignis so offensichtlich ist, dass es sich nicht dauerhaft unterdrücken oder verschweigen lässt. Selbst wenn Menschen schweigen oder sich zurückhalten, bleibt das Geschehen selbst so bedeutend, dass es gewissermaßen „für sich spricht“.

Der Satz erinnert uns daran, dass bestimmte Wahrheiten nicht zum Verstummen gebracht werden können und dass das, was von grundlegender Bedeutung ist, letztlich Ausdruck finden wird – selbst dann, wenn menschliche Stimmen verstummen.

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