Schlagwort: Hesekiel

  • Angst und Bange werden

    Angst und Bange werden nach Ez. 30,13


    In Ezechiel 30,13 heißt es:
    „Die Horden Ägyptens werden fallen im Krieg; und ich werde ihr Stolz in Schrecken verwandeln. Sie werden fallen mit den Schwertern umher, spricht der Herr, HERR.“

    Dieser Vers gehört zu einer Reihe von Prophezeiungen, in denen Gott das kommende Gericht über die Nationen ankündigt, die sich gegen ihn und sein Volk stellen. Die Worte „Angst und Bange werden“ beschreiben eine tiefe existenzielle Bedrängnis: Menschen und Nationen geraten in Schrecken angesichts der Macht Gottes, die alles durchdringt und den Hochmut der Mächtigen entlarvt. In der Bibel zeigt sich Angst nicht nur als Furcht vor Gewalt, sondern als Bewusstsein der eigenen Begrenztheit und Verletzlichkeit vor Gott.

    „Angst und Bange“ kann zunächst negativ erscheinen, doch sie hat auch eine aufrüttelnde Funktion. Sie zwingt zur Besinnung, zur Umkehr und zu innerer Wachheit. Die Propheten wie Ezechiel nutzen diese Bilder, um Menschen die Realität ihres Handelns vor Augen zu führen. Stolz und Überheblichkeit werden durch Gottes Macht entlarvt. Wer sich gegen Gottes Willen stellt, muss die Konsequenzen spüren. Angst und Bange zu erleben, ist somit auch ein Weckruf, Verantwortung zu übernehmen und sein Leben zu prüfen.

    Andererseits:

    Zugleich zeigt der Text, dass Angst nicht nur Bedrohung ist, sondern auch Teil der göttlichen Ordnung. Sie entsteht, wenn Menschen außerhalb der von Gott gesetzten Grenzen handeln. Gott wirkt dabei nicht als grausamer Richter, sondern als lenkende Kraft, die den Hochmut der Mächtigen korrigiert und Gerechtigkeit herstellt. Die Angst vor Gott kann daher als notwendige Erfahrung gesehen werden. Sie lehrt Demut. Und sie lehrt, den eigenen Platz im Leben und in der Welt zu erkennen.

    Für uns heute kann „Angst und Bange werden“ ein Spiegel sein: Wir erleben Momente der Unsicherheit, des Zweifels und der Bedrohung – in persönlichen Krisen, in gesellschaftlichen Spannungen oder in globalen Katastrophen. Wie die Menschen in Ezechiels Zeiten sind wir herausgefordert, unsere Reaktionen zu prüfen. Angst darf nicht lähmen, sondern kann zu Achtsamkeit, Umkehr und Vertrauen führen. Wer sich Gott zuwendet, erfährt, dass Angst nicht das letzte Wort hat, sondern dass Gottes Hand auch inmitten der Bedrängnis Schutz, Orientierung und Hoffnung schenkt.

    So zeigt Ezechiel 30,13: Angst und Bange sind ernstzunehmende Erfahrungen des Menschen. Sie können aber in Gottes Hand verwandelt werden. Von lähmender Furcht hin zu Wachheit, Besinnung und dem Vertrauen auf die rettende Macht Gottes.


  • Augen haben und nichts sehen, und Ohren haben und nichts hören

    Augen haben und nichts sehen, und Ohren haben und nichts hören nach Psalm 115,5.6;135,16.17Jeremia 5,21; Hesekiel 12,2


    „Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Sie haben Ohren und hören nicht.“
    So beschreibt der Psalmist (Psalm 115,5–6; 135,16–17) die Götzenbilder, die Menschen sich machen. Diese Verse sind scharfe Kritik an der Götzenverehrung. Menschen schaffen sich Abbilder aus Holz, Stein oder Metall, geben ihnen Augen und Ohren – doch diese Götzen bleiben stumm, blind und taub. Sie können nichts wahrnehmen, nichts verstehen, nichts tun. Im Gegensatz dazu steht der lebendige Gott, der sieht, hört und handelt.

    Doch die Bibel überträgt dieses Bild auch auf Menschen selbst. In Jeremia 5,21 heißt es:
    „Hört doch dies, du törichtes Volk, das kein Herz hat, das Augen hat und sieht nicht, Ohren hat und hört nicht!“

    Und auch Hesekiel 12,2 klagt:
    „Menschensohn, du wohnst inmitten eines widerspenstigen Hauses, die Augen haben, um zu sehen, und doch nicht sehen, Ohren, um zu hören, und doch nicht hören; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.“

    Wirklich wahrnehmen

    Diese Worte treffen mitten ins Herz menschlicher Wirklichkeit. Sie zeigen, dass Blindheit und Taubheit nicht nur körperlich, sondern auch geistlich sein können. Es geht nicht darum, ob jemand tatsächlich sehen oder hören kann. Die Frage ist, ob er offen ist für Wahrheit, Gerechtigkeit und Gottes Wort. Viele Menschen sehen zwar mit den Augen, aber sie erkennen nicht, was wirklich wichtig ist. Sie hören die Botschaft Gottes, aber sie lassen sie nicht an ihr Herz.

    „Augen haben und nichts sehen, Ohren haben und nichts hören“ beschreibt also eine innere Verschlossenheit. Das meint eine Haltung der Gleichgültigkeit, des Stolzes oder der Bequemlichkeit. Wer so lebt, verliert den Sinn für das, was Leben schenkt. Jeremia und Hesekiel rufen die Menschen zur Umkehr: Sie sollen ihre Herzen öffnen, ihre Sinne schärfen und sich wieder dem lebendigen Gott zuwenden.

    Und wir im Heute?

    Diese Worte sind auch heute aktuell. In einer Welt voller Bilder, Stimmen und Reize besteht die Gefahr, dass wir zwar vieles sehen und hören, aber wenig wirklich wahrnehmen. Wir übersehen das Leid anderer, überhören den Ruf nach Gerechtigkeit. Und wir übersehen das Gute, das Gott täglich wirkt. Geistliches Sehen und Hören bedeutet, aufmerksam zu werden für das, was Leben, Liebe und Wahrheit hervorbringt.

    Die Bibel lädt uns ein, unsere inneren Augen und Ohren neu zu öffnen – für Gottes Wort, für die Not der Menschen und für die Schönheit der Schöpfung. Wer wirklich sieht und hört, erkennt Spuren Gottes in allem Lebendigen. Und wer sich von Gott die Augen und Ohren öffnen lässt, wird fähig, die Welt mit Mitgefühl, Klarheit und Hoffnung zu betrachten.


  • In die Bresche springen

    „In die Bresche springen“ – Eine Betrachtung von Ezechiel 13,4-6


    In Ezechiel 13,4-6 spricht der Prophet eine eindringliche Warnung an falsche Propheten. „Wehe den Sehern, die Träume sehen und trügerische Vorhersagen machen! Sie schlagen die Menschen mit falscher Sicherheit und sagen: ‚Der Herr spricht!‘, obwohl sie nichts von Gott empfangen haben“. Die Propheten hatten im Volk Israel eine wichtige Aufgabe. Sie sollten das Volk vor Gefahr warnen, Gottes Willen verkünden und auf die moralische Verantwortung hinweisen. Doch Ezechiel kritisiert hier jene, die diese Verantwortung missbrauchen, und betont, dass das „In-die-Bresche-Springen“ eine ernste Aufgabe ist.

    Der Ausdruck „in die Bresche springen“ bedeutet wörtlich, eine Lücke in der Mauer zu schließen, um das Volk zu schützen. Symbolisch steht er für den Einsatz von Propheten und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und für andere einzutreten. Falsche Propheten, so Ezechiel, „springen nicht in die Bresche“. Sie schwächen die Gemeinschaft, indem sie trügerische Hoffnungen geben und das Volk in Sicherheit wiegen, wo eigentlich Gefahr besteht. Sie verfehlen ihre Aufgabe, das Volk zu leiten und zu schützen. Und sie bringen damit Schaden über die Menschen, die ihnen vertrauen.

    Verantwortung, Ehrlichkeit und Integrität

    Die Passage zeigt deutlich die Bedeutung von Verantwortung, Ehrlichkeit und Integrität. Wer in die Bresche springt, setzt sich für andere ein. Er warnt vor Gefahren und trägt aktiv zum Schutz und Wohlergehen der Gemeinschaft bei. Diese Aufgabe erfordert Mut, Einsicht und eine klare moralische Orientierung. Ezechiel macht deutlich, dass Untätigkeit oder falsche Ratschläge, gerade in entscheidenden Momenten, schwerwiegende Folgen haben können.

    Die Botschaft lässt sich auch auf das heutige Leben übertragen. In vielen Bereichen – sei es in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder in der Gesellschaft – sind Menschen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und für andere einzustehen. „In die Bresche springen“ bedeutet, mutig hinzuschauen, Missstände zu erkennen und zu handeln, anstatt die Augen zu verschließen oder die Verantwortung auf andere abzuschieben. Wer dies tut, schützt nicht nur andere, sondern stärkt auch das Vertrauen und den Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft.

    Zusammenfassend macht Ezechiel 13,4-6 deutlich, dass Verantwortung, Mut und Integrität zentrale Werte sind. „In die Bresche springen“ ist ein Bild für den Einsatz für andere, für den Schutz der Gemeinschaft und für ehrliches Handeln. Die Warnung vor falschen Propheten erinnert daran, dass Untätigkeit oder Täuschung großen Schaden anrichten kann. Die Passage ermutigt, aktiv Verantwortung zu übernehmen, die Schwachen zu schützen und sich für das Wohl anderer einzusetzen – eine Botschaft, die bis heute relevant bleibt.


  • Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt – wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden

    Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt – wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Matthäus 23,23; Lk. 14,10-11, Hesekiel 17,24; 21,31

  • Ein Herz von Stein haben

    Ein Herz von Stein haben Ez 36,25-27

  • Den Himmel offen sehen

    Den Himmel offen sehen Hesekiel 1,1; Johannes 1,50b-51; Apostelgeschichte 7,55; 10,11

  • Unter aller Kanone sein

    Unter aller Kanone sein Ez 40,5, Jes 46,5-6.7b-9

  • Ein Land, wo Milch und Honig fließen

    Ein Land, wo Milch und Honig fließen 2. Mose 3,8, 5. Mose 31,20; Josua 5,6b; Jeremia 11,5; 32,22; Sirach 46,8; Ez 20,6.15; Baruch 1,20

  • Wie die Mutter, so die Tochter

    Wie die Mutter, so die Tochter Ez 16,44

  • Falsche Propheten

    Falsche Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel, 1. Könige 22,22.23; Matthäus 7,15

  • Tun, was recht und gut ist

    Tun, was recht und gut ist Hesekiel 33,14.16.19; 45,9

  • In alle Winde zerstreut

    In alle Winde zerstreut Hesekiel 17,21