Unter aller Kanone sein

Unter aller Kanone sein Ez 40,5, Jes 46,5-6.7b-9

Der Ausdruck „unter aller Kanone sein“ wird in der deutschen Alltagssprache verwendet, um etwas als sehr schlecht, mangelhaft oder unzureichend zu bewerten. Die angegebenen Bibelstellen aus Ezekiel (Ez 40,5) und Isaiah (Jes 46,5–6.7b–9) stehen zwar nicht direkt hinter dieser modernen Redewendung, werden aber gelegentlich im Zusammenhang mit bildhaften Darstellungen von Maß, Bewertung und Vergleich herangezogen.

Inhaltlich geht es in diesen biblischen Texten um Maßstäbe, Orientierung und die Frage, woran sich der Mensch ausrichten soll. In Ezekiel wird etwa eine Vision von einer vermessenen, geordneten Tempelanlage beschrieben, die Ordnung, Struktur und Genauigkeit symbolisiert. In Jesaja wird die Macht und Einzigartigkeit Gottes den von Menschen gefertigten Götzen gegenübergestellt, die im Vergleich dazu als kraftlos und unzureichend erscheinen.

Übertragen auf den heutigen Sprachgebrauch beschreibt „unter aller Kanone sein“ etwas, das deutlich hinter einem erwarteten Standard zurückbleibt. Es kann sich auf Leistungen, Zustände oder Verhaltensweisen beziehen, die als besonders schwach oder ungenügend wahrgenommen werden. Die Redewendung bringt damit eine starke Abwertung zum Ausdruck.

Im weiteren Kontext der Bible lässt sich dieser Gedanke allgemein mit dem Thema von Maßstäben und Bewertung verbinden: Dinge werden miteinander verglichen, und es wird deutlich gemacht, was als gut, geordnet oder zuverlässig gilt – und was diesen Maßstäben nicht entspricht.

So verweist der Ausdruck „unter aller Kanone sein“ sinnbildlich auf etwas, das einem Vergleich oder einer Bewertung nicht standhält und deutlich unter dem erwarteten Niveau liegt.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert