Ein gutes Werk tun

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Sie hat ein gutes Werk an mir getan; ein gutes Werk tun Mt 26,10

Die Worte „Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ stammen aus dem Matthäusevangelium (Mt 26,10). Jesus spricht sie im Zusammenhang mit einer Szene, in der eine Frau ihn mit sehr kostbarem Öl salbt. Während einige Anwesende dieses Verhalten kritisieren und als Verschwendung betrachten, bewertet Jesus die Handlung ganz anders: Er erkennt darin ein „gutes Werk“.

Die Begebenheit spielt kurz vor dem Leiden und Sterben Jesu. Eine Frau – in den Evangelien unterschiedlich beschrieben, oft aber anonym – kommt zu Jesus und gießt kostbares Salböl über sein Haupt. Für die Umstehenden wirkt diese Handlung übertrieben. Das Öl hätte verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden können. Jesus jedoch widerspricht dieser Kritik. Er deutet die Tat als Zeichen der Liebe und Verehrung und weist darauf hin, dass die Frau etwas getan hat, das im richtigen Moment und mit großer Bedeutung geschieht.

Mit seiner Aussage „Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ macht Jesus deutlich, dass gute Werke nicht nur in ihrer äußeren Nützlichkeit gemessen werden dürfen. Entscheidend ist auch die innere Haltung. Die Frau handelt aus Liebe, Hingabe und Respekt. Ihr Tun ist kein gewöhnliches Alltagswerk, sondern ein Ausdruck tiefen Glaubens und persönlicher Zuwendung.

Gleichzeitig weist Jesus darauf hin, dass das Verständnis von „gutem Werk“ nicht immer eindeutig ist. Was für die einen wie Verschwendung erscheint, kann in Gottes Augen einen besonderen Wert haben. Die Jünger denken praktisch und sozial: Das Geld hätte den Armen helfen können. Jesus aber erkennt eine einmalige Situation, in der Ehre, Liebe und Vorbereitung auf sein bevorstehendes Leiden im Mittelpunkt stehen.

Die Geschichte zeigt damit, dass gute Werke nicht nur aus äußerem Nutzen bestehen. Sie können auch symbolische oder persönliche Bedeutung haben. Manchmal ist eine Handlung wichtig, weil sie Beziehung ausdrückt – zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Gott. Die Frau zeigt ihre Zuneigung zu Jesus auf eine Weise, die über Worte hinausgeht.

Auch heute stellt diese Erzählung eine wichtige Frage: Was ist ein „gutes Werk“? Oft wird es mit Hilfe für Bedürftige, sozialem Engagement oder praktischer Unterstützung gleichgesetzt. Diese Formen der Nächstenliebe sind zweifellos zentral. Gleichzeitig erinnert die Geschichte daran, dass auch Gesten der Liebe, Dankbarkeit und persönlichen Hingabe ihren eigenen Wert haben.

Jesus verteidigt die Frau ausdrücklich und stellt ihr Handeln in einen größeren Zusammenhang. Damit wird deutlich, dass Gott nicht nur auf den äußeren Nutzen schaut, sondern auch auf das Herz des Menschen. Ein gutes Werk entsteht dort, wo Liebe, Ehrlichkeit und Hingabe das Handeln bestimmen.

So zeigt Matthäus 26,10, dass ein gutes Werk mehr sein kann als bloße Nützlichkeit. Es ist ein Ausdruck echter Beziehung und innerer Überzeugung. Die Frau, die Jesus salbt, wird so zum Beispiel dafür, dass selbst einfache oder umstrittene Handlungen in Gottes Augen wertvoll sein können, wenn sie aus Liebe geschehen.