Auch einer von denen nach Matthäus 26,73
Der Satz, mit dem der Angesprochene als ein Nachfolger des galiläischen Wanderpredigers Jesus von Nazareth enttarnt wird, stammt aus der Passionsgeschichte im Evangelium nach Matthäus (Mt 26,73). Er fällt im Hof des Hohenpriesters, in der Nacht, in der Jesus verhaftet wurde. Petrus sitzt draußen am Feuer, während drinnen das Verhör stattfindet. Menschen treten auf ihn zu und sagen: „Wahrhaftig, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich.“
Es ist ein Moment der Entlarvung. Petrus, der seinem Herrn zuvor Treue bis in den Tod versprochen hatte, wird entlarvt und als Jünger Jesu erkannt. – Es bedarf dazu keiner besonderen Beweise;allein seine Art zu reden,seine Ausdrucksweise und der Klang seiner Stimme verraten seine Zugehörigkeit zu Jesus von Nazareth. „Auch einer von denen“ bezeichnet hier die Gemeinschaft der Jünger Jesu. Doch statt stolz dazu zu stehen, reagiert Petrus mit Angst. Er verleugnet Jesus dreimal.
Der Satz trägt eine doppelte Bedeutung. Einerseits beschreibt er die Zugehörigkeit eines Menschen: Man erkennt, wer wohin und zu wem gehört. Die Aussage zeigt aber auch die Zerbrechlichkeit menschlicher Standhaftigkeit. Denn in der Stunde der Gefahr macht die Zugehörigkeit angreifbar und wird zur Bedrohung.
Gleichzeitig liegt in diesen Worten eine tiefe Wahrheit: Christsein bleibt nicht verborgen. Sprache, Verhalten und Haltung verraten oft mehr, als wir denken. Zugehörigkeit prägt Identität. Die Frage ist nur, ob wir bereit sind, dazu zu stehen.
Die Geschichte endet nicht mit der Verleugnung. Nach der Auferstehung wird Petrus neu beauftragt und gestärkt. Das Versagen wird nicht das letzte Wort behalten. So erinnert „Auch einer von denen“ daran, dass Zugehörigkeit zu Christus Mut fordert – und dass selbst dort, wo Menschen scheitern, Vergebung und Neubeginn möglich sind.
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