„Brosamen, die von des Reichen Tische fallen“
Eine Betrachtung von Matthäus 15,27 und Lukas 16,21
Jesus verwendet in Matthäus 15,27 und Lukas 16,21 ein eindrucksvolles Bild, um über Bedürftigkeit, Glauben und göttliche Gnade zu lehren. In Matthäus 15,27 bittet eine kanaanäische Frau darum, dass wenigstens die „Brosamen, die vom Tisch der Kinder fallen“, auf sie herabkommen. Und in Lukas 16,21 wird der Arme Lazarus beschrieben. Der liegt vor dem Haus eines reichen Mannes und sehnt sich nach den Krümeln, die von dessen Tisch fallen. Dieses Bild ist stark symbolisch. Die „Brosamen“ stehen für kleine Gaben, Chancen und den Zugang zu Segen, den die Armen oder Bedürftigen erhalten.
Die Geschichte zeigt die soziale Ungleichheit und die Realität menschlicher Bedürftigkeit. Die Reichen besitzen Überfluss, während die Armen auf Reste und kleine Zuwendungen angewiesen sind. Doch Jesus hebt hier hervor, dass auch die kleinsten Gaben, wenn sie mit Glauben empfangen werden, von großer Bedeutung sein können. Die Frau aus Matthäus 15,27 beweist Glauben und Beharrlichkeit. Sie vertraut darauf, dass selbst die kleinsten Reste des Segens für sie ausreichen. Sie erkennt, dass Gottes Gnade nicht begrenzt ist, sondern auch denjenigen zugutekommt, die scheinbar am Rande stehen.
Das Bild der „Brosamen“ lädt darüber hinaus zu einer tieferen Betrachtung ein. Es verdeutlicht, dass Gottes Segen oft auf unerwartete Weise kommt. Nicht immer erleben Menschen Fülle oder Überfluss. Manchmal sind es die kleinen Geschenke, die unerwarteten Gelegenheiten oder die Zeichen der Fürsorge, die das Leben bereichern. Wer bereit ist, diese „Brosamen“ anzunehmen, zeigt Demut, Dankbarkeit und Glauben. Es geht nicht um materielle Größe, sondern um die innere Haltung, das Wenige wertzuschätzen und in Treue anzunehmen.
Darüber hinaus ist das Bild eine Aufforderung an diejenigen, die im Überfluss leben, Verantwortung zu übernehmen. Die Reichen haben die Möglichkeit, ihre Gaben zu teilen, die Schwachen zu unterstützen und Barmherzigkeit zu zeigen. Jesus macht damit deutlich, dass soziale Gerechtigkeit, Mitgefühl und Teilen zentrale Werte sind, die das Leben in Gemeinschaft prägen. Wer teilt, selbst die „Brosamen“, trägt dazu bei, Ungleichheit zu mildern und Nächstenliebe zu praktizieren.
Zusammenfassend verdeutlichen Matthäus 15,27 und Lukas 16,21, dass selbst kleine Gaben, Krümel oder Brosamen von großer Bedeutung sein können, wenn sie mit Glauben, Dankbarkeit und Offenheit angenommen werden. Das Bild lehrt uns Demut, soziale Verantwortung und die Kraft des Glaubens. Es zeigt, dass Gottes Segen überall wirkt – auch in kleinen Dingen – und dass Mitgefühl, Teilen und Dankbarkeit zentrale Werte sind, die das Leben bereichern und die Gemeinschaft stärken.
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