Tohuwabohu ist ein hebräischer Ausdruck für wüst und leer.
1. Mose 1,2
Der Ausdruck „Tohuwabohu“ stammt aus dem Hebräischen und wird im ersten Kapitel der Bibel in 1. Mose 1,2 verwendet. Dort heißt es, dass die Erde „wüst und leer“ war. Die hebräischen Begriffe „tohu“ und „bohu“ beschreiben einen Zustand von Formlosigkeit, Leere und Ungeordnetheit – eine Welt, die noch keine Struktur, kein Leben und keine Gestalt hat.
Im biblischen Schöpfungsbericht steht dieser Zustand am Anfang, bevor Gott ordnend eingreift und aus dem Chaos eine geordnete Welt entstehen lässt. Licht wird von Finsternis getrennt, Himmel und Erde werden unterschieden, Wasser und Land erhalten ihre Plätze. Aus dem „Tohuwabohu“ entsteht Schritt für Schritt eine lebensfreundliche Ordnung.
Der Begriff „Tohuwabohu“ wird heute oft umgangssprachlich verwendet, um ein Durcheinander oder Chaos zu beschreiben. Gemeint ist damit eine Situation, in der Unordnung herrscht, nichts richtig organisiert ist oder alles unübersichtlich erscheint. Dabei hat sich die ursprüngliche Bedeutung aus dem biblischen Kontext in eine bildhafte Alltagsbeschreibung gewandelt.
Gleichzeitig trägt der Begriff eine tiefere symbolische Bedeutung in sich. Er erinnert daran, dass Ordnung nicht selbstverständlich ist, sondern etwas, das entstehen und gestaltet werden muss. Im biblischen Verständnis steht am Anfang nicht die fertige Welt, sondern ein Zustand, der erst durch das Wirken Gottes seine Form erhält.
So verbindet „Tohuwabohu“ die Vorstellung von Unordnung mit dem Gedanken der möglichen Verwandlung. Was zunächst leer und ungeordnet erscheint, kann durch Struktur, Beziehung und Gestaltung zu etwas Lebendigem und Sinnvollem werden. Der Begriff macht damit auch deutlich, wie aus einem Zustand der Unsicherheit und Unübersichtlichkeit eine geordnete und tragfähige Wirklichkeit entstehen kann.
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