Nach mir die Sintflut!

„Nach mir die Sintflut!“ (1. Mose 6,17)

Der Ausdruck „Nach mir die Sintflut!“ geht auf die Bildsprache der Bibel zurück, insbesondere auf die Erzählung der Sintflut in 1. Mose 6,17 im Buch Genesis. Wörtlich steht der Satz so nicht im Text, doch er ist sinngemäß mit der biblischen Vorstellung einer großen Flut verbunden, die die damalige Welt erfasst.

Im biblischen Zusammenhang beschreibt die Sintflut ein umfassendes Gericht über eine verdorbene und gewalttätige Welt. Nur Noah und seine Familie werden gerettet, weil sie den Anweisungen Gottes folgen und eine Arche bauen. Die Flut steht damit für einen radikalen Neubeginn nach einer Zeit der Zerstörung.

Die Redewendung „Nach mir die Sintflut!“ hat sich im Laufe der Zeit verselbständigt und wird heute verwendet, um eine Haltung auszudrücken, die wenig Rücksicht auf die Folgen des eigenen Handelns nimmt. Gemeint ist jemand, der sich nur um das Hier und Jetzt kümmert, ohne an die Auswirkungen für andere oder die Zukunft zu denken.

Im übertragenen Sinn beschreibt der Ausdruck eine egoistische Einstellung, bei der Verantwortung ausgeblendet wird. Die Konsequenzen des eigenen Handelns werden dabei bewusst oder unbewusst ignoriert, solange die eigenen Interessen erfüllt sind.

Gleichzeitig steht der biblische Hintergrund im Kontrast zu dieser Haltung. Die Erzählung von Noah betont Verantwortung, Gehorsam und die Bedeutung, vorausschauend zu handeln. Sie zeigt, dass umsichtiges Verhalten nicht nur dem Einzelnen, sondern auch der Gemeinschaft zugutekommt.

So wird „Nach mir die Sintflut!“ zu einer warnenden Redewendung, die dazu anregt, über Verantwortung und die Folgen des eigenen Handelns nachzudenken. Sie stellt eine Haltung der Gleichgültigkeit einer Perspektive gegenüber, die auch die Zukunft und das Wohl anderer im Blick behält.

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