„Klug (listig) wie die Schlange“ (Matthäus 10,16)
Der Ausdruck „klug (listig) wie die Schlange“ stammt aus der Bibel und wird von Jesus von Nazareth in Matthäus 10,16 verwendet. In diesem Zusammenhang sendet er seine Jünger aus und gibt ihnen Anweisungen für ihr Verhalten in einer Umgebung, die nicht immer freundlich oder offen ist.
Das Bild der Schlange steht hier für Klugheit, Wachsamkeit und Umsicht. Schlangen gelten in der antiken Bildsprache als Tiere, die aufmerksam ihre Umgebung wahrnehmen und vorsichtig agieren. Diese Eigenschaften sollen sinnbildlich auf das Verhalten der Jünger übertragen werden: Sie sollen aufmerksam sein, Situationen richtig einschätzen und umsichtig handeln.
Der Begriff „listig“ ist dabei nicht im Sinne von Täuschung oder Unaufrichtigkeit gemeint, sondern eher als kluge Voraussicht und Fähigkeit, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Es geht um eine Form von Intelligenz, die nicht naiv ist, sondern realistisch und angepasst an die jeweilige Situation.
Im gleichen Vers wird dieses Bild mit einer weiteren Eigenschaft verbunden: „unschuldig wie die Tauben“. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Klugheit und Lauterkeit. Menschen sollen einerseits vorsichtig und verständig handeln, andererseits aber auch ehrlich, aufrichtig und ohne böse Absichten bleiben.
Der Ausdruck „klug wie die Schlange“ zeigt so, dass kluges Handeln und moralische Integrität sich nicht ausschließen. Vielmehr wird dazu eingeladen, mit Umsicht und Bedacht zu handeln, ohne dabei die eigene Aufrichtigkeit zu verlieren.
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