Pfahl im Fleisch 2.Kor.12,7
Der Ausdruck „Pfahl im Fleisch“ stammt aus dem zweiten Korintherbrief ( 12,7) und wird von Paulus von Tarsus verwendet. Er beschreibt eine belastende Erfahrung oder Einschränkung, die Paulus „gegeben“ wurde, damit er sich nicht überhebe.
Was genau dieser „Pfahl im Fleisch“ war, bleibt in der Auslegung offen. Manche vermuten eine körperliche Krankheit. Oder es mögen seelische Belastungen, Anfechtungen oder äußere Widerstände gewesen sein. Sicher ist jedoch: Es handelt sich um etwas, das Paulus als dauerhaft störend und schmerzhaft empfand und von dem er sich Befreiung wünschte.
Paulus berichtet, dass er dreimal zum Herrn gebetet habe, diese Belastung von ihm zu nehmen. Die Antwort, die er erhält, lautet: „Meine Gnade genügt dir. Denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ Damit wird deutlich, dass der „Pfahl im Fleisch“ nicht einfach als Strafe zu verstehen ist. Er gilt als eine Art Grenze, die Paulus hilft, sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst zu bleiben.
Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute für ein dauerhaftes Problem, eine Einschränkung oder eine unangenehme Situation verwendet, die einen Menschen begleitet und ihm immer wieder zu schaffen macht. Es kann sich dabei um gesundheitliche Beschwerden, persönliche Schwächen oder äußere Umstände handeln, die nicht leicht zu überwinden sind.
Der Gedanke hinter dem Bild ist ambivalent. Einerseits steht der „Pfahl im Fleisch“ für eine Belastung, die man gerne loswerden möchte. Andererseits kann gerade diese Erfahrung dazu führen, Demut zu lernen, sich nicht auf eigene Stärke zu verlassen und Unterstützung anzunehmen.
So zeigt der biblische Zusammenhang, dass auch schwierige und ungeliebte Erfahrungen eine Bedeutung haben können. Sie erinnern daran, dass menschliche Stärke begrenzt ist und dass gerade in der Schwachheit Raum für Hilfe, Wachstum und neue Perspektiven entstehen kann.
Allzumenschliches
In der Umgangssprache hat sich der Ausdruck etabliert als Metapher für ein ständiges Ärgernis, einen Störfaktor, einen Klotz am Bein. Der Dauerkonflikt entwickelt sich zum wunden Punkt, zur Achillesferse und zu einer bleibenden schmerzhaften Belastung.