Nicht ganz koscher sein 3. Mose 11, 1-8
Der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ geht auf die Speisevorschriften in 3. Mose 11,1–8 zurück. Dort wird zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden. Diese Regelungen legen fest, welche Tiere nach dem Gesetz Israels als „rein“ gelten und gegessen werden dürfen und welche als „unrein“ zu meiden sind.
Im ursprünglichen biblischen Kontext bedeutet „koscher“ also „den religiösen Vorschriften entsprechend“ oder „rein, tauglich, in Ordnung und erlaubt“. Tiere müssen bestimmte Merkmale erfüllen, um als koscher zu gelten, etwa gespaltene Hufe und Wiederkäuen bei Landtieren. Tiere, die diese Kriterien nicht erfüllen, wie z.B. Meerestiere, die keine Schuppen haben, gelten als unrein und sind vom Verzehr ausgeschlossen.
Im übertragenen Sprachgebrauch hat sich der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ im Deutschen verselbständigt. Er bedeutet heute allgemein, dass etwas verdächtig, nicht ganz in Ordnung oder moralisch fragwürdig erscheint. Der ursprüngliche religiöse Bezug ist dabei in den Hintergrund getreten. Die Vorstellung von „Unreinheit“ im Sinne von „nicht vertrauenswürdig“ hat sich dagegen erhalten.
Im weiteren Kontext der Bibel zeigt sich, dass solche Vorschriften ursprünglich nicht nur praktische, sondern auch identitätsstiftende Bedeutung für das Volk hatten. Sie sollten helfen, eine klare Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen zu markieren und das Leben im Einklang mit den Geboten Gottes zu gestalten.
So beschreibt der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ heute eine Situation oder einen Zustand, der Zweifel weckt oder nicht ganz vertrauenswürdig erscheint, während sein Ursprung in den detaillierten Reinheitsvorschriften der biblischen Tradition liegt.
Allzumenschliches
Der Ausdruck findet Verwendung, wenn aus irgend einem Grund Zweifel oder Mißtrauen an einer Person oder an Vorgängen aufkommen. Dinge, die „nicht ganz koscher sind“, erscheinen uns fragwürdig oder dubios. Aus welchen Gründen auch immer scheint eine Sache nicht ganz einwandfrei, unlauter oder verdächtig zu sein. Die ganze Angelegenheit ist irgendwie ein wenig zweifelhaft und merkwürdig. Das Ganze ist mir nicht geheuer. Es hat ein Geschmäckle. Schlicht und ergreifend: Da ist was faul!