Sich etwas über den Kopf wachsen lassen

Verfasst von

in

Sich etwas über den Kopf wachsen lassen Esra 9,6

Der Ausdruck „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ ist in Anlehnung an Esra 9,6 zu verstehen. Er beschreibt eine Situation, in der ein Mensch von Schuld, Sorgen oder Problemen überwältigt wird. Im genannten biblischen Kontext spricht Esra ein Gebet, in dem er die Schwere der Schuld seines Volkes zum Ausdruck bringt. Darin bekennt er, dass diese „uns bis über den Kopf gewachsen ist“.

Das Bild verdeutlicht, dass die Last nicht mehr zu bewältigen ist und den Menschen gleichsam überragt. Es geht um ein Gefühl der Überforderung, bei dem die eigene Kraft oder die eigenen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, um mit der Situation fertigzuwerden. Die Metapher macht anschaulich, wie Schuld oder Belastung den Menschen einnehmen und ihm den Handlungsspielraum nehmen kann.

Im biblischen Zusammenhang steht dieses Bekenntnis nicht nur für Klage, sondern auch für Einsicht und Verantwortung. Esra spricht offen die Situation an und erkennt die eigene und gemeinschaftliche Schuld an. Diese Haltung ist verbunden mit dem Wunsch nach Umkehr und einer neuen Ausrichtung.

Im weiteren Kontext der Bibel wird deutlich, dass das Eingeständnis von Überforderung ein erster Schritt zur Veränderung sein kann. Menschen erkennen ihre Grenzen an und bringen ihre Situation vor Gott. Damit öffnen sie sich für Hilfe, Vergebung und Neuanfang.

So beschreibt „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ eine Erfahrung, in der Belastungen so groß werden, dass sie den Menschen zu überwältigen scheinen – zugleich aber auch den Moment, in dem Einsicht und Umkehr sich anbieten.

Allzumenschliches

Die Redewendung erscheint oft in Verbindung mit beruflicher oder persönlicher Überlastung, wenn Dinge zu anspruchsvoll werden, wenn Aufgaben, Probleme oder Stress so stark zunehmen, dass man sie nicht mehr bewältigen kann. In der Situation der Überforderung drohen dann Dinge außer Kontrolle zu geraten, eine Situation kippt und die Wellen schlagen über uns zusammen. Alles erscheint eine Nummer zu groß und droht, im Chaos zu versinken. Die Beteiligten verlieren de Kontrolle und sind dann auch nciht mehr Herr der Lage. – Nur um ein paar Synonyme noch zu nennen.