Weder kalt noch warm

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Weder kalt noch warm Offb.3,15

Der Ausdruck „weder kalt noch warm“ stammt aus der Offenbarung des Johannes (Offb 3,15) und ist Teil der Mahnung an die Gemeinde in Laodizea. Jesus Christ richtet dort Worte an die Gemeinde und kritisiert ihre geistliche Haltung als lau und unentschlossen.

Mit den Bildern „kalt“ und „warm“ beschreibt der Text zwei gegensätzliche Zustände: „warm“ steht für eine lebendige, engagierte und überzeugte Glaubenshaltung, während „kalt“ zumindest eine klare, wenn auch ablehnende Position darstellen kann. Die Redewendung bezeichnet eine Haltung der Gleichgültigkeit, Halbherzigkeit und inneren Unentschiedenheit. Gerade diese Lauheit wird im Text besonders kritisch bewertet, weil sie weder echte Ablehnung noch echte Hingabe erkennen lässt.

Die Gemeinde in Laodizea war offenbar materiell wohlhabend und äußerlich gut gestellt, hatte jedoch ihre geistliche Orientierung verloren. Die Mahnung zielt darauf ab, sich der eigenen Situation bewusst zu werden und eine klare Haltung einzunehmen. Die Metapher verdeutlicht, dass eine gleichgültige oder oberflächliche Einstellung im Glauben nicht ausreicht.

Im weiteren Kontext der Bibel wird der Ausdruck „weder kalt noch warm“ zu einem Bild für innere Unentschlossenheit und mangelnde Konsequenz. Er erinnert daran, dass Glauben mehr ist als äußere Zugehörigkeit oder Routine, sondern eine bewusste und lebendige Beziehung erfordert.

Somit steht dieser Satz sinnbildlich für die Kritik an Gleichgültigkeit und Halbherzigkeit und ruft dazu auf, eine klare, aufrichtige und engagierte Haltung einzunehmen, anstatt zwischen verschiedenen Zuständen zu verharren.

Allzumenschliches

Der Ausdruck fordert eigentlich dazu auf, sich zu entscheiden: vor oder zurück, rechts oder links, oben oder unten. Die Frage lautet dann: „Willst du jetzt oder willst du nicht?!“

Als Synonym kennen wir auch den Ausdruck „Weder Fisch noch Fleisch„. Eine Person kann oder will sich nicht entscheiden, bleibt indifferent, unentschlossen. Man (oder frau) müsste sich ja festlegen, müsste auch zu einer getroffenen Entscheidung stehen und Verantwortung übernehmen. Und sei es nur die Verantwortung für eben diese getroffene Entwscheidung.

Die Redensart beschreibt einen ‚lauwarmen‚, gleichgültigen Zustand, der als angepasst, wankelmütig oder charakterlos empfunden wird. Und im folgenden heißt es dann auch kosequenter Weise: „Weil du aber lau bist, will ich dich ausspeien aus meinem Mund.“ – Weil du dich ewig nicht entscheiden kannst, spielst du bei meinen weiteren Planungen keine Rolle mehr. Ich möchte mich auf die Menchen in meiner Umgebung verlassen können, und ich habe keine Lust und keine Zeit für solche Spielchen.