Adamsapfel

Adamsapfel – Obwohl in der Bibel nicht genau bezeichnet, gilt die verbotene Frucht von altersher als Apfel. Dieser blieb nach altem Volksglauben in Adams Hals stecken und gab dem vorstehenden Kehlkopf des Mannes seinen Namen.
1. Mose 3,6


Aus 1. Mose 3,6.
„Da sah die Frau, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß. Und sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.“

Dieser Vers beschreibt den entscheidenden Moment, in dem die ersten Menschen gegen Gottes Gebot handeln. Die Frucht vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ wird zum Symbol für den menschlichen Drang, selbst über Gut und Böse zu bestimmen. In der Bibel steht nicht ausdrücklich, dass es ein Apfel war. Diese Vorstellung entstand erst später in der christlichen Tradition. Doch der „Adamsapfel“ ist bis heute zum Sinnbild des Sündenfalls geworden.

Der sogenannte „Adamsapfel“ erinnert uns daran, dass Erkenntnis und Versuchung eng beieinanderliegen. Die Frucht war schön anzusehen und schien etwas zu versprechen, das über das Gewöhnliche hinausging: Weisheit, Selbstständigkeit, Macht. Der Mensch wollte mehr sein als ein Geschöpf – er wollte sein wie Gott. In diesem Wunsch liegt der Ursprung vieler menschlicher Irrwege bis heute. Seit Adam und Eva neigen wir dazu, Grenzen zu überschreiten, weil wir glauben, wir wüssten es besser als der Schöpfer.

Doch die Geschichte erzählt nicht nur vom Versagen, sondern auch vom Erwachen. Mit dem Biss in die Frucht öffneten sich den Menschen die Augen. Sie erkannten Gut und Böse, aber auch ihre eigene Nacktheit, ihre Verletzlichkeit. Der „Adamsapfel“ steht deshalb zugleich für das Bewusstsein des Menschen, zu wissen, dass er verantwortlich ist, dass seine Entscheidungen Folgen haben.

Im Volksmund wird der Begriff „Adamsapfel“ heute meist für den sichtbaren Kehlkopf bezeichnet. Er ist ein bleibendes Zeichen, so sagt man scherzhaft, des Bisses, der Adam im Halse stecken blieb. Doch symbolisch erinnert er uns daran, dass der Mensch seither mit seiner Stimme, mit seinem Wort, Verantwortung trägt. Was wir sagen und tun, kann Gutes bewirken oder zerstören – wie damals der Biss in die verbotene Frucht.

So steht der „Adamsapfel“ für die Ambivalenz des Menschseins: für Neugier und Erkenntnisdrang, aber auch für Stolz und Schuld. Er mahnt uns, dass wahre Weisheit nicht im Übertreten von Grenzen liegt, sondern im Vertrauen auf Gott, der das Leben schenkt. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, alles zu besitzen und zu wissen. Er ist dazu geschaffen, in Beziehung zu leben – mit Gott, mit anderen und mit sich selbst.


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