Behalte, was du hast nach 1.Mose33,9 und Offb. 3,11; 2,25
In 1. Mose 33,9 begegnen wir Jakob, der nach langer Trennung von seinem Bruder Esau um Vergebung bittet. Er sagt:
„Ich habe alles, was Gott mir gegeben hat.“
Jakob erkennt in diesem Moment, dass sein Leben, sein Besitz und seine Familie Gaben Gottes sind. Es ist ein Augenblick der Dankbarkeit und der Demut. „Behalte, was du hast“ bedeutet hier, das Geschenk Gottes wertzuschätzen, es zu bewahren und nicht leichtfertig zu verlieren.
Die Aufforderung findet sich auch im Neuen Testament. Sie steht in den Briefen an die Gemeinden in Offenbarung 3,11 und 2,25. Dort sagt Jesus:
„Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme.“
„Was du hast, das behalte, bis ich komme.“
Die „Krone“ ist ein Bild für das ewige Leben, für Treue und die Belohnung der Standhaften. Jesus ruft die Gläubigen auf, im Glauben beständig zu bleiben. Sie sollen das Gute, das ihnen geschenkt ist – Glaube, Hoffnung, Liebe – nicht leichtfertig aufgeben.
Beide Stellen betonen eine innere Haltung der Bewahrung und Achtsamkeit. Es geht nicht nur um materielle Güter, sondern vor allem um geistliche Werte. Vertrauen auf Gott, Treue im Glauben, ein Herz, das sich nicht von Versuchungen oder Prüfungen abbringen lässt. „Behalte, was du hast“ ist eine Mahnung, das Kostbare im Leben zu schützen – Freundschaft, Familie, Glaubensgemeinschaft, die persönlichen Gaben und die Beziehung zu Gott.
Diese Aufforderung ist hochaktuell. In einer Welt, in der vieles flüchtig ist und Ablenkung und Verlockung überall lauern, ist es leicht, das Wesentliche zu verlieren. Es erfordert Bewusstsein, Disziplin und Dankbarkeit, um das zu bewahren, was wirklich zählt. Wer bewusst auf das achtet, was Gott geschenkt hat, kann in allen Lebenslagen Standhaftigkeit entwickeln.
Gleichzeitig ist „behalte, was du hast“ kein Aufruf zu Egoismus. Vielmehr erinnert es daran, dass das Bewahren des Guten und Heiligen auch ein Zeugnis nach außen ist. Wer treu bleibt, wer seine Gaben pflegt, strahlt Stabilität, Vertrauen und Hoffnung aus. Gottes Verheißung zeigt: Wer treu bleibt, verliert nicht, sondern wird am Ende belohnt.
So verbindet sich Dankbarkeit für das, was wir haben, mit Verantwortung, Treue und Wachsamkeit. Es ist eine Einladung, bewusst zu leben, den Wert der Gaben Gottes zu erkennen und sie in Liebe, Glauben und Hoffnung zu bewahren – bis der Herr selbst wiederkommt.
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