Ein Benjamin sein

Ein Benjamin sein Gen 35,17-18


Die Verse Genesis 35,17-18 berichten von einem einschneidenden Moment in der Geschichte Jakobs und seiner Familie. Die Geburt von Benjamin, dem jüngsten Sohn Jakobs, und den tragischen Tod seiner Mutter Rahel. Nachdem Jakob mit seiner Familie nach Bethel zurückgekehrt war, wo er Gott begegnet und die Familie neu geweiht hatte, wird Rahel schwanger und bringt schließlich ihren zweiten Sohn zur Welt. Die Geburt selbst ist von Schmerz und Leid geprägt. Rahel stirbt während der Entbindung, ein Ereignis, das die Familie tief erschüttert. Jakob nennt den neugeborenen Sohn zunächst „Ben-Oni“, was „Sohn meines Kummers“ bedeutet. Später jedoch nennt er ihn „Benjamin“, „Sohn der rechten Hand“. Das soll sowohl Stärke als auch eine besondere Position innerhalb der Familie symbolisieren.

Diese Verse zeigen deutlich die Ambivalenz von Leben und Tod, Freude und Trauer. Benjamin wird als Kind geboren, das Glück und Hoffnung für Jakob bedeutet. Doch gleichzeitig markiert seine Geburt den Verlust von Rahel, der Lieblingsfrau Jakobs. Der Name „Benjamin“ spiegelt eine bewusste Verschiebung von Trauer zu Hoffnung wider. Er wird später zu einem der zwölf Stämme Israels und spielt in der Geschichte eine bedeutende Rolle. Das gilt insbesondere für seine Loyalität gegenüber der Familie und seine Verbindung zu wichtigen Ereignissen in der Geschichte Israels.

Die Passage offenbart auch die menschliche Dimension biblischer Geschichten: Schmerz, Liebe, Verlust und die Art und Weise, wie Menschen versuchen, Sinn in schwierigen Momenten zu finden. Die Geburt Benjamins steht damit nicht nur für die Fortsetzung von Jakobs Linie. Sie steht auch für die komplexe Mischung von Freude und Leid, die das menschliche Leben prägt. Benjamin wird so zu einem Symbol für Neubeginn, Hoffnung und die bleibende Präsenz Gottes trotz tragischer Umstände.

Insgesamt zeigt Genesis 35,17-18, wie eng Leben und Tod in der biblischen Erzählung miteinander verwoben sind. Benjamin ist mehr als nur der jüngste Sohn Jakobs. Er ist ein Zeugnis dafür, dass aus Trauer und Verlust Hoffnung und Zukunft erwachsen können.


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