Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Johannes 9,4
Der Satz „Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ stammt aus dem Johannesevangelium (Johannes 9,4) im Buch Johannes. Jesus von Nazareth sagt den Satz im Zusammenhang mit einem Heilungswunder. Direkt zuvor sagt Jesus, dass er die Werke dessen tun soll, der ihn gesandt hat, solange es „Tag“ ist.
Die „Nacht“ steht in diesem Vers bildhaft für eine Zeit, in der Handeln nicht mehr möglich ist. Damit ist nicht nur die Tageszeit gemeint. Im übertragenen Sinn meint „Nacht“ auch die Begrenztheit menschlicher Lebenszeit oder die Einschränkung von Möglichkeiten. Solange „Tag“ ist, also solange Zeit und Gelegenheit vorhanden sind, sollen Aufgaben erfüllt und Chancen genutzt werden. Die „Nacht“ markiert dagegen den Punkt, an dem diese Möglichkeiten enden.
Im Kontext der Aussage macht Jesus deutlich, dass sein Wirken eine bestimmte Zeit hat. Er nutzt die Zeit seines irdischen Lebens bewusst, um das zu tun, wozu er gesandt ist. Gleichzeitig wird auch der Mensch allgemein angesprochen: Es gibt eine begrenzte Zeit, in der Handlungen möglich und sinnvoll sind, und diese Zeit sollte genutzt werden.
Die Aussage kann im übertragenen Sinn als Aufforderung verstanden werden, die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll zu nutzen und nicht aufzuschieben, was getan werden kann. Sie erinnert daran, dass Gelegenheiten nicht unbegrenzt bestehen und dass Handeln immer an Zeit und Umstände gebunden ist.
Darüber hinaus enthält der Satz auch eine gewisse Dringlichkeit. Er macht bewusst, dass es Zeiten gibt, in denen Handeln nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es wichtig,, die gegenwärtigen Möglichkeiten wahrzunehmen und zu nutzen.
„Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ beschreibt die Begrenztheit menschlichen Handelns im Rahmen der Zeit. Im biblischen Zusammenhang wird daraus ein Aufruf, die vorhandenen Möglichkeiten bewusst zu ergreifen und das eigene Handeln nicht auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Synonyme
Der Volksmund legt den Mesnchen nahe: „Schmiede das Eisen, solange es heiß ist.“ – Jede und jeder soll also die Gunst der Stunde nutzen, denn die Zeit schreitet unerbittlich und unbeirrrbar fort. An anderer Stelle heißt es: „Alles hat seine Zeit“, dann aber auch: „Die Zeit des Handelns ist begrenzt“ und die Zeit läuft uns davon.