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Bibelsprüche, die mit n beginnen

  • Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann

    Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Johannes 9,4

    Der Satz „Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ stammt aus dem Johannesevangelium (Johannes 9,4) im Buch Johannes. Jesus von Nazareth sagt den Satz im Zusammenhang mit einem Heilungswunder. Direkt zuvor sagt Jesus, dass er die Werke dessen tun soll, der ihn gesandt hat, solange es „Tag“ ist.

    Die „Nacht“ steht in diesem Vers bildhaft für eine Zeit, in der Handeln nicht mehr möglich ist. Damit ist nicht nur die Tageszeit gemeint. Im übertragenen Sinn meint „Nacht“ auch die Begrenztheit menschlicher Lebenszeit oder die Einschränkung von Möglichkeiten. Solange „Tag“ ist, also solange Zeit und Gelegenheit vorhanden sind, sollen Aufgaben erfüllt und Chancen genutzt werden. Die „Nacht“ markiert dagegen den Punkt, an dem diese Möglichkeiten enden.

    Im Kontext der Aussage macht Jesus deutlich, dass sein Wirken eine bestimmte Zeit hat. Er nutzt die Zeit seines irdischen Lebens bewusst, um das zu tun, wozu er gesandt ist. Gleichzeitig wird auch der Mensch allgemein angesprochen: Es gibt eine begrenzte Zeit, in der Handlungen möglich und sinnvoll sind, und diese Zeit sollte genutzt werden.

    Die Aussage kann im übertragenen Sinn als Aufforderung verstanden werden, die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll zu nutzen und nicht aufzuschieben, was getan werden kann. Sie erinnert daran, dass Gelegenheiten nicht unbegrenzt bestehen und dass Handeln immer an Zeit und Umstände gebunden ist.

    Darüber hinaus enthält der Satz auch eine gewisse Dringlichkeit. Er macht bewusst, dass es Zeiten gibt, in denen Handeln nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es wichtig,, die gegenwärtigen Möglichkeiten wahrzunehmen und zu nutzen.

    „Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ beschreibt die Begrenztheit menschlichen Handelns im Rahmen der Zeit. Im biblischen Zusammenhang wird daraus ein Aufruf, die vorhandenen Möglichkeiten bewusst zu ergreifen und das eigene Handeln nicht auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

    Synonyme

    Der Volksmund legt den Mesnchen nahe: „Schmiede das Eisen, solange es heiß ist.“ – Jede und jeder soll also die Gunst der Stunde nutzen, denn die Zeit schreitet unerbittlich und unbeirrrbar fort. An anderer Stelle heißt es: „Alles hat seine Zeit“, dann aber auch: „Die Zeit des Handelns ist begrenzt“ und die Zeit läuft uns davon.

  • Sich einen Namen machen wollen

    Sich einen Namen machen wollen oft Menschen, die gewaltiges planen wie die Erbauer des babylonischen Turmes. 1. Mose 11,4

    Der Gedanke „sich einen Namen machen wollen“ geht auf die Erzählung vom Turmbau zu Babel im Buch Genesis zurück (1. Mose 11,4). Dort wird beschrieben, wie die Menschen gemeinsam eine Stadt und einen Turm bauen wollten, „dessen Spitze bis an den Himmel reicht“, und sich damit einen Namen machen wollten. In dieser Geschichte wird das Vorhaben mit Gott in Beziehung gesetzt, der das Projekt schließlich unterbricht.

    Im biblischen Kontext steht dieses „sich einen Namen machen“ für den Wunsch nach Selbstverherrlichung und Unabhängigkeit. Die Menschen streben danach, durch eigene Leistung, Macht und gemeinsames Handeln Größe und Bedeutung zu erlangen. Dabei geht es weniger um den praktischen Nutzen des Bauwerks, sondern um das Streben nach Ansehen, Ruhm und bleibender Bedeutung.

    Die Erzählung macht deutlich, dass dieses Vorhaben auch eine kritische Dimension hat. Der Turmbau symbolisiert eine menschliche Haltung, die versucht, ohne Gott auszukommen und sich selbst zum Maßstab zu machen. Die Einheit der Menschen wird hier nicht primär durch gemeinsame Werte, sondern durch ein gemeinsames Ziel der Selbstüberhöhung geprägt.

    Bedeutung und Größe

    Im weiteren Verlauf der Geschichte greift Gott ein, indem er die Sprache der Menschen verwirrt. Und er verstreut sie über die ganze Erde. Das ist das Ende des Projektes. Diese Wendung zeigt, dass menschliche Pläne, die auf Selbstüberhebung und Unabhängigkeit von Gott beruhen, an ihre Grenzen stoßen.

    Der Ausdruck „sich einen Namen machen“ wird heute häufig neutral oder sogar positiv verwendet, etwa im Sinne von Bekanntheit oder beruflichem Erfolg. Im biblischen Zusammenhang jedoch ist damit eine kritische Haltung verbunden. Es geht um den Versuch, Bedeutung und Größe aus eigener Kraft zu erreichen, ohne Bezug auf Gott oder übergeordnete Werte.

    So beschreibt die Geschichte vom Turmbau zu Babel ein grundlegendes menschliches Motiv: den Wunsch nach Anerkennung und Größe. Zugleich zeigt sie die Grenzen solcher Bestrebungen auf und erinnert daran, dass menschliche Pläne nicht absolut sind, sondern in einem größeren Zusammenhang stehen.

  • Was kann von Nazareth Gutes kommen

    Was kann von Nazareth Gutes kommen Johannes 1,46

    Der Satz „Was kann von Nazareth Gutes kommen?“ stammt aus dem Johannesevangelium (Johannes 1,46) im Buch Johannes. Gesprochen wird er von Nathanael, als ihm von Philippus erzählt wird, dass er den gefunden habe, von dem Mose und die Propheten geschrieben haben – Jesus Christus aus Nazareth.

    Die Frage ist zunächst Ausdruck von Skepsis. Nazareth war zur damaligen Zeit ein eher unbedeutender Ort, der keine besondere religiöse oder politische Bedeutung hatte. Aus Nathanaels Perspektive erscheint es daher wenig plausibel, dass ausgerechnet aus diesem kleinen und unscheinbaren Ort etwas oder jemand von großer Bedeutung kommen sollte. Seine Reaktion spiegelt also eine verbreitete menschliche Neigung wider, Erwartungen an Herkunft, Ansehen oder äußere Umstände zu knüpfen.

    Im Verlauf der Erzählung wird jedoch deutlich, dass diese Einschätzung zu kurz greift. Nathanael begegnet Jesus schließlich selbst und erkennt in ihm den von Gott gesandten Messias. Die anfängliche Skepsis weicht einer persönlichen Erfahrung, die seine Sichtweise verändert. Damit wird gezeigt, dass wahre Bedeutung nicht an äußere Herkunft gebunden ist.

    Der Satz macht auch deutlich, dass Menschen dazu neigen, vorschnell zu urteilen, wenn sie nur äußere Merkmale oder Vorinformationen berücksichtigen. Orte, Personen oder Situationen, die auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen, können dennoch von großer Bedeutung sein. Die biblische Erzählung lädt dazu ein, offen zu bleiben und eigene Vorurteile zu hinterfragen.

    Die Redewendung „Was kann von Nazareth Gutes kommen?“ wird heute verwendet, um Zweifel oder abwertende Erwartungen gegenüber etwas oder jemandem auszudrücken, der als unbedeutend eingeschätzt wird. Sie kann aber auch als Hinweis dienen, dass solche vorschnellen Urteile nicht immer gerechtfertigt sind.

    So zeigt die Szene im Johannesevangelium, dass wahre Erkenntnis oft über anfängliche Vorurteile hinausgeht. Die Begegnung mit Jesus führt Nathanael zu einer neuen Einsicht und macht deutlich, dass Größe und Bedeutung nicht zwangsläufig mit Herkunft oder äußerem Ansehen verbunden sind.

    Nachdem Philippus seinem Freund Nathanael von dem Messias berichtet hat, den er glaubt gefunden zu haben, reagiert dieser äußerst skeptisch. Doch Philippus antwortet nicht mit Argumenten, sondern lädt den Freund ein, sich selbst einBild zu machen. – Nazareth ist damals nur ein kleines Nest. Aber dieser unscheinbare Ort ist der Startpunkt für Jesus, der später zum Christus wird und mit seiner Lehre von Vergebung, Nächstenliebe und Barmherzigkeit die Welt verändert. Und Nazareth ist heute mit seinen historischen Stätten ein wichtiges – sowohl religiöses wie auch kulturelles – Zentrum.

  • Sich selbst der Nächste sein

    Sich selbst der Nächste sein Markus 12,31, 5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18

    Der Ausdruck „sich selbst der Nächste sein“ steht im Zusammenhang mit dem Gebot der Nächstenliebe. Dieses wird in Markus 12,31 formuliert. Jesus von Nazareth verbindet hier zwei zentrale Gebote miteinander. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. Beide stehen untrennbar nebeneinander und bilden den Kern der biblischen Ethik.

    Die Grundlage für dieses Gebot findet sich bereits im Alten Testament, in 3. Mose 19,18 und 5. Mose 6,5. Dort wird die Liebe zu Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft gefordert. Gleichzeitig wird die Aufforderung zur Liebe gegenüber dem Mitmenschen ausgesprochen. Jesus greift diese Tradition auf und fasst sie in einer klaren, verbindenden Weise zusammen.

    „Sich selbst der Nächste sein“ wird oft missverstanden oder im Alltag ironisch verwendet. Wenn z.B. jemand besonders auf das eigene Wohl bedacht ist. Im biblischen Sinn jedoch ist das Gegenteil gemeint. Nicht die Selbstbezogenheit steht im Mittelpunkt, sondern die Verantwortung gegenüber anderen. Der Maßstab für die Nächstenliebe ist dabei implizit die eigene Person. So, wie man für sich selbst sorgt, soll man auch für andere sorgen.

    Achtung und Fürsorge

    Die Aussage „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ setzt voraus, dass Menschen ein gesundes Maß an Selbstachtung und Selbstfürsorge haben. Diese Selbstliebe ist nicht egoistisch gemeint. Sie bildet die Grundlage dafür, andere in ähnlicher Weise zu achten, zu respektieren und zu unterstützen. Wer sich selbst annimmt, kann auch anderen mit Offenheit und Mitgefühl begegnen.

    Im biblischen Verständnis ist der „Nächste“ nicht auf bestimmte Gruppen beschränkt, sondern umfasst grundsätzlich jeden Mitmenschen. Das fordert eine Haltung, die über persönliche Interessen hinausgeht und sich am Wohl anderer orientiert.

    Der Ausdruck verbindet damit die beiden Dimensionen von Gottesliebe und Nächstenliebe zu einem gemeinsamen ethischen Grundprinzip. „Sich selbst der Nächste sein“ im ursprünglichen Sinn bedeutet daher nicht Egoismus, sondern die Einsicht, dass die eigene Person und der Mitmensch gleichermaßen Würde besitzen und in Verantwortung füreinander stehen.

    Allzumenschliches

    Die lateinische Redensart „Proximus sum egomet mihi“ – „Ich bin mir selbst der Nächste.“ spricht zunächst einmal und in der modernen Psychologie von gesunder Selbstfürsorge. Wer auf sich selbst achtet und auf eigenes Wohlergehen, der wird später Kapazitäten freimachen können, umfassend für Andere da sein zu können.

    Der Ausdruck ‚sich selbst der Nächste sein‚ heißt oft auch, dass Mensschen eigene Interessen, eigenes Wohbefinden in den Vordergrund stellen und gegebenenfalls in die eigene Tasche wirtschaften. Solches Verhalten wird dann als unsolidarisch und rücksichtslos empfunden und die Prase hat einen negativen Touch.

  • Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst 3.Mose19,18

    Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ stammt aus 3. Mose 19,18. Es gehört zu den zentralen Aussagen der alttestamentlichen Ethik. Jesus Christus greift dieses Gebot später im Neuen Testament auf und stellt es in den Mittelpunkt seiner Lehre. So z.B. im Zusammenhang mit dem Doppelgebot der Liebe im Evangelium Markus (Markus 12,31).

    Die Aufforderung richtet sich an den Umgang der Menschen miteinander und beschreibt eine Haltung, die von Respekt, Mitgefühl und Verantwortung geprägt ist. Der „Nächste“ ist dabei nicht auf eine bestimmte Personengruppe beschränkt Der Ausdruck meint grundsätzlich jeden Mitmenschen, dem man im Alltag begegnet. Das Gebot fordert also eine umfassende ethische Orientierung im sozialen Zusammenleben.

    Selbstwahrnehmung und Maßstab

    Der Zusatz „wie dich selbst“ ist besonders bedeutungsvoll. Er setzt voraus, dass Menschen ein gewisses Maß an Selbstachtung besitzen und sich selbst mit Fürsorge begegnen. Diese Selbstwahrnehmung wird nicht als Egoismus verstanden. Sie gilt als Maßstab, an dem sich das Verhalten gegenüber anderen orientieren soll. So, wie man sich selbst behandelt, so soll man auch anderen gegenüber handeln – mit Rücksicht, Fairness und Wertschätzung.

    Im biblischen Kontext steht dieses Gebot im Zusammenhang mit weiteren Weisungen, die ein gerechtes und solidarisches Zusammenleben fördern sollen. Es geht dabei nicht nur um Gefühle, sondern auch um konkretes Handeln: helfen, teilen, vergeben und auf die Bedürfnisse anderer achten.

    Im Neuen Testament wird diese Aussage von Jesus als eines der wichtigsten Gebote hervorgehoben. Zusammen mit der Liebe zu Gott bildet es den Kern des Glaubens. Dadurch wird deutlich, dass zwischen der Beziehung zu Gott und dem Verhalten gegenüber dem Mitmenschen eine enge Verbindung besteht.

    So beschreibt „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ein grundlegendes Prinzip menschlichen Zusammenlebens. Es fordert dazu auf, den anderen nicht als Mittel zum Zweck zu sehen, sondern als gleichwertigen Menschen mit Würde und Bedürfnissen. In dieser Haltung zeigt sich eine Form von Liebe, die über bloße Sympathie hinausgeht und sich im verantwortungsvollen Handeln konkret ausdrückt.

  • Nichts Neues unter der Sonne

    Nichts Neues unter der Sonne Prediger 1,9

    Der Satz „Nichts Neues unter der Sonne“ stammt aus Prediger 1,9 im Alten Testament. Als Verfasser gilt traditionell König Salomo, der in diesem Buch über die grundlegenden Erfahrungen und Begrenzungen des menschlichen Lebens nachdenkt. Die Formulierung steht im Zusammenhang mit seiner Beobachtung, dass sich die Welt in ihren Abläufen zwar verändert, im Kern jedoch vieles gleich bleibt.

    Mit „unter der Sonne“ ist die gesamte sichtbare, irdische Welt gemeint. Der Satz bringt zum Ausdruck, dass menschliche Erfahrungen wie Geburt und Tod, Arbeit und Mühe, Freude und Leid sich im Laufe der Zeit wiederholen. Auch wenn technische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen oder kulturelle Neuerungen entstehen, bleiben die grundlegenden Fragen und Herausforderungen des Lebens bestehen.

    Im Kontext des Predigerbuches steht dieser Gedanke in einer eher nachdenklichen, teilweise ernüchternden Perspektive. Der Autor beschreibt, dass vieles, was Menschen anstreben oder erreichen, vergänglich ist und sich in ähnlicher Weise immer wieder ereignet. Daraus entsteht die Einsicht, dass menschliche Bemühungen allein keinen dauerhaften Sinn garantieren können.

    Gleichzeitig lädt die Aussage dazu ein, die Welt mit einem realistischen Blick zu betrachten. Sie relativiert den Anspruch, ständig etwas völlig Neues oder Einzigartiges schaffen zu müssen, und erinnert daran, dass der Mensch Teil eines größeren, wiederkehrenden Zusammenhangs ist.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute häufig verwendet, um auszudrücken, dass sich bestimmte Situationen oder Muster wiederholen oder dass vermeintlich neue Entwicklungen in Wirklichkeit vertrauten Strukturen folgen. Er kann sowohl nüchtern beschreibend als auch leicht skeptisch gemeint sein.

    So macht „Nichts Neues unter der Sonne“ bewusst, dass die grundlegenden Erfahrungen des Menschseins zeitlos sind. Trotz aller Veränderungen bleiben zentrale Lebensfragen bestehen, und viele Dinge kehren in ähnlicher Form immer wieder zurück.

    Das Leben folgt einem ewigen Rhytmus. Alles ist schon mal dagewesen. Nichts (bzw. weniges) ist so einmalig, auch wenn es sich noch so gewaltig anfühlt. Wenn auch nicht alles Schnee von gestern ist, so wiederholt sich Geschichte doch recht häufig, Trends und Moden kommen wieder und das Leben ist ständiger Wechsel von Kommen und Gehen, von Zeugung, Geburt und Abschied.

  • Was du nicht willst, dass dir geschicht

    Was du nicht willst, dass dir geschicht, das tu auch keinem andern nicht Tob 4,15

    Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu.

    Der Satz „Was du nicht willst, dass dir geschieht, das tu auch keinem andern nicht“ stammt aus Tobias 4,15. Er formuliert eine grundlegende Regel menschlichen Zusammenlebens. Der Spruch wird auch als „goldene Regel“ bezeichnet. Er findet sich in ähnlicher Form in anderen Traditionen und später in der Lehre von Jesus Christus im Neuen Testament (z. B. in Matthäus 7,12, Lukas 6,31).

    Im Kern geht es um die Aufforderung zu einem fairen und mitfühlenden Umgang miteinander. Maßstab des eigenen Handelns soll dabei die eigene Erfahrung und Erwartung sein: So, wie man selbst behandelt werden möchte, soll man auch andere behandeln. Damit wird ein einfach verständliches Prinzip formuliert. Dieses kommt ohne komplizierte Regeln aus und orientiert sich an der inneren Haltung des Menschen.

    Die Aussage setzt voraus, dass man sich in andere hineinversetzen kann. Wer überlegt, wie eine Handlung auf ihn selbst wirken würde, entwickelt eher ein Gespür für Gerechtigkeit, Rücksicht und Verantwortung. Dadurch entsteht eine ethische Orientierung, die nicht nur auf Vorschriften beruht, sondern auf Empathie und gegenseitigem Respekt.

    Respekt und Solidarität

    Im biblischen Zusammenhang ist diese Regel Teil einer größeren Sammlung von Weisungen, die ein gerechtes und solidarisches Leben fördern sollen. Sie richtet sich nicht nur an das äußere Verhalten, sondern auch an die innere Haltung gegenüber Mitmenschen, insbesondere gegenüber Schwächeren oder Hilfsbedürftigen.

    Im Alltag wird der Satz oft als Leitprinzip verstanden. Er hilft, Konflikte zu vermeiden und ein respektvolles Miteinander zu fördern. Der Ausdruck erinnert auch daran, dass die eigenen Handlungen Konsequenzen für andere haben. Damit erinnert er uns, dass man Verantwortung für das eigene Verhalten trägt.

    So bringt die „goldene Regel“ in einfacher Form eine grundlegende Wahrheit zum Ausdruck: Menschliches Zusammenleben gelingt dann am besten, wenn man die Perspektive des anderen mitbedenkt und ihn mit der gleichen Rücksicht behandelt, die man sich selbst wünscht.

  • Es ist nichts dahinter

    Es ist nichts dahinter 2 Petr 2,18

    Der Ausdruck „Es ist nichts dahinter“ steht im Zusammenhang mit Aussagen aus 2. Petrus 2,18. Dort warnt der Verfasser vor falschen Lehrern, die mit groß klingenden Worten auftreten. In Wahrheit haben sie aber keine Substanz und führen Menschen in die Irre. Petrus richtet sich mit seinen Worten an eine Gemeinschaft von Glaubenden, die sich vor Täuschung und leeren Versprechungen hüten sollen.

    „Es ist nichts dahinter“ beschreibt etwas, das äußerlich eindrucksvoll erscheinen mag, innerlich aber keinen echten Gehalt besitzt. Gemeint sind Worte oder Zusagen, die viel versprechen, aber letztlich nichts halten oder keinen tragfähigen Inhalt haben. Im biblischen Kontext bezieht sich das vor allem auf Lehrreden, die zwar überzeugend klingen, aber nicht der Wahrheit entsprechen und keine verlässliche Grundlage für das Leben bieten.

    Die Warnung zielt darauf ab, Menschen zur Unterscheidung zu befähigen. Nicht alles, was schön formuliert oder überzeugend vorgetragen wird, ist auch wahr oder hilfreich. Gerade deshalb ist es wichtig, Inhalte zu prüfen und sich nicht allein von äußeren Eindrücken leiten zu lassen.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute häufig verwendet, um auszudrücken, dass etwas nur oberflächlich wirkt oder keinen echten Wert hat. Sie kann sich auf Aussagen, Angebote oder auch Versprechen beziehen, bei denen sich bei genauerem Hinsehen zeigt, dass sie nicht belastbar sind.

    Die biblische Aussage macht deutlich, dass Worte Verantwortung tragen und nicht beliebig sind. Sie erinnert daran, kritisch zu prüfen, was Menschen lehren oder versprechen. Niemand soll sich von bloßer Rhetorik täuschen lassen. So wird zu einer Haltung der Wachsamkeit und der inneren Klarheit ermutigt.

    Die Redewendung ermahnt, den Unterschied zwischen äußerem Schein und innerem Gehalt zu erkennen. Menschen sollen sich an dem orientieren, was wirklich Bestand hat.

    Manche, die nichts zu sagen haben, machen viel Lärm um nichts. Was sich so großartig präsentiert, entpuppt sich als große Klappe und nichts dahinter, es ist Blendwerk, Schaumschlägerei und heiße Luft, ebenso gehalt- wie bedeutungslos.

  • Nichts Besseres noch zu erwarten haben

    Nichts Besseres noch zu erwarten haben Sirach 41,3

    Der Ausdruck „Nichts Besseres noch zu erwarten haben“ stammt aus Sirach 41,3. Er steht im Zusammenhang mit der Reflexion über das menschliche Leben, seine Grenzen und seine Endlichkeit. Der Abschnitt erinnert daran, dass das Leben des Menschen von Natur aus vergänglich ist und niemand sich dauerhaft vor dem Tod schützen kann. Jesus Sirach, der als Verfasser dieses Weisheitsbuches gilt, beschreibt nüchtern die Realität des menschlichen Daseins.

    Der Satz macht deutlich, dass es Situationen gibt, in denen keine weiteren Möglichkeiten oder Verbesserungen mehr zu erwarten sind. Er verweist auf die Begrenztheit menschlicher Hoffnung im Angesicht des Todes und auf die Tatsache, dass bestimmte Entwicklungen im Leben unwiderruflich sind. Damit ist nicht nur eine pessimistische Sicht gemeint, sondern vielmehr eine realistische Einschätzung der menschlichen Existenz.

    Im biblischen Kontext dient diese Aussage dazu, den Leser zur Besinnung zu führen. Wenn der Mensch erkennt, dass sein Leben begrenzt ist, kann er bewusster mit der ihm gegebenen Zeit umgehen. Die Vergänglichkeit wird so nicht nur als Verlust, sondern auch als Anstoß verstanden, das Leben verantwortungsvoll und sinnvoll zu gestalten.

    Ddie Redewendung soll ausdrücken, dass eine Situation an einem Punkt angelangt ist, an dem keine Verbesserung mehr möglich erscheint. Er kann sowohl resignierend als auch sachlich beschreibend gemeint sein, je nach Kontext.

    Nüchterne Einsichten

    Die Weisheit des Sirach lädt ein, sich der Endlichkeit des Lebens bewusst zu werden und daraus Konsequenzen zu ziehen. Nicht alles kann unbegrenzt fortgesetzt oder verbessert werden kann. Daher kommt es darauf an, das gegenwärtige Leben bewusst zu gestalten und die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen.

    So beschreibt „Nichts Besseres noch zu erwarten haben“ eine nüchterne Einsicht in die Grenzen des menschlichen Lebens. Der Ausdruck erinnert daran, dass gerade diese Begrenztheit zu einer verantwortungsvollen und achtsamen Lebensführung führen kann.

    Der Begründer der Logotherapie Viktor Frankl, Neurologe und Psychiater, kehrte diesen Gedanken um. Statt in Krisenzeiten auf das Bessere zu warten, sollten die Menschen Verantwortung übernehmen für das, was das Leben im Hier und Jetzt von ihnen fordert. Frankl war der Meinung, es komme weniger darauf an, was wir Menschen vom Leben noch zu erwarten haben als vielmehr darauf, was das Leben von uns erwartet.

  • Niemand kann zwei Herren dienen

    Niemand kann zwei Herren dienen. Matthäus 6,24

    Der Satz „Niemand kann zwei Herren dienen“ stammt aus Matthäus 6,24. Er wird von Jesusvon Nazareth im Rahmen der Bergpredigt gesprochen. In diesem Zusammenhang erklärt Jesus grundlegende Haltungen zum Leben, zum Umgang mit Besitz und zur inneren Ausrichtung des Menschen.

    Die Aussage macht deutlich, dass ein Mensch nicht gleichzeitig zwei gegensätzlichen Herren mit voller Hingabe dienen kann. Gemeint ist nicht nur ein äußerer Dienst, sondern eine innere Bindung und Loyalität. Wer zwei Herren dienen will, gerät in einen Konflikt, da die Anforderungen und Erwartungen dieser „Herren“ sich widersprechen können. Deshalb wird am Ende immer einer den Vorrang haben.

    Im weiteren Verlauf des Verses wird dieser Gedanke konkretisiert. „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Der Begriff „Mammon“ steht dabei für Reichtum, Besitz und materielle Werte, die zur bestimmenden Größe im Leben werden können. Jesus stellt hier zwei mögliche Lebensausrichtungen gegenüber. Die Orientierung an Gott oder die Bindung an materielle Sicherheiten.

    Haltung und Prioritäten

    Die Aussage richtet sich an die innere Haltung des Menschen. Sie fordert dazu auf, Prioritäten zu klären und sich bewusst zu machen, woran das eigene Herz hängt. Es geht nicht darum, Besitz grundsätzlich abzulehnen, sondern darum, dass er nicht zum bestimmenden Maßstab des Lebens wird.

    Im übertragenen Sinn wird der Satz häufig verwendet, um darauf hinzuweisen, dass man sich nicht gleichzeitig widersprüchlichen Verpflichtungen oder Interessen unterordnen kann. Er beschreibt eine grundlegende Erfahrung: Wo zwei konkurrierende Ansprüche bestehen, muss letztlich eine Entscheidung getroffen werden.

    So bringt „Niemand kann zwei Herren dienen“ eine klare Einsicht zum Ausdruck: Menschliche Hingabe ist nicht beliebig teilbar. Der Satz lädt dazu ein, sich bewusst zu entscheiden, woran man sein Leben ausrichten will, und die eigenen Prioritäten entsprechend zu ordnen. Damit verbunden ist die ständige Herausforderung, klare Entscheidungen zu treffen. Ebenso ist damit verbunden der ständige Versuch, es allen recht zu machen oder widerstreitende Lebensziele miteinander zu vereinbaren.

  • Ein Nimmersatt sein

    Ein Nimmersatt sein Prediger 1,8

    Der Ausdruck „Ein Nimmersatt sein“ geht auf Gedanken aus Prediger 1,8 zurück, das traditionell König Salomo zugeschrieben wird. In diesem Abschnitt wird beschrieben, dass die Dinge der Welt – sei es Arbeit, Reden oder Wahrnehmung – den Menschen nie vollständig sättigen oder dauerhaft zufriedenstellen können.

    „Nimmersatt“ bezeichnet jemanden, der nie genug bekommt. Ein Mensch, der unersättlich ist und ständig nach mehr verlangt. Im übertragenen Sinn steht der Ausdruck für ein Grundproblem menschlicher Erfahrung. Wünsche, Bedürfnisse und Ziele werden erreicht. Doch die Zufriedenheit hält oft nicht dauerhaft an. Es entsteht ein Kreislauf aus Streben und erneutem Verlangen.

    Im Kontext des Predigerbuches wird diese Beobachtung nicht nur auf einzelne Menschen bezogen. Sie trifft allgemein auf das menschliche Leben „unter der Sonne“ zu. Die Welt bietet viele Möglichkeiten, doch keine davon kann letztlich eine bleibende, vollständige Erfüllung garantieren. Selbst das, was zunächst als sinnvoll oder erfüllend erscheint, verliert mit der Zeit an Wirkung oder wird als unzureichend empfunden.

    Die Aussage ist einerseits als nüchterne Beschreibung menschlicher Erfahrung verstehen, aber auch als Anstoß zur Selbstreflexion. Sie lädt dazu ein, sich zu fragen, worauf man sein Streben ausrichtet. Kann das, wonach man sucht, tatsächlich dauerhaft zufriedenstellend sein.

    Im übertragenen Sinn findet „ein Nimmersatt sein“ heute Verwendung, um eine Person zu beschreiben, die nie genug bekommt – sei es in Bezug auf Besitz, Erfolg, Anerkennung oder andere Lebensbereiche. Der Begriff kann dabei sowohl kritisch als auch beschreibend gemeint sein.

    So macht der biblische Gedanke deutlich, dass menschliches Begehren unbegrenzt sein kann, während die Welt selbst begrenzt ist. Daraus ergibt sich die Einsicht, dass wahre Zufriedenheit nicht allein im ständigen Mehr liegt, sondern auch in der Fähigkeit, Maß zu halten und das Vorhandene wertzuschätzen.

    Die Redewendung beschreibt ein starkes und nicht enden wollendes Verlangen nach immer mehr und noch mehr. Das mag die humorvolle Begegnung mit einer Person sein, die einen guten Appetit hat oder auch die Unersättlichkeit einer andeern Person. Der Ausdruck ist unter anderem bekannt durch die „Kleine Raupe Nimmersatt“ aus einem gleichnamigen Kinderbuch.
    Ein afrikanischer Storch trägt den Namen „Nimmersatt“ (wissenschaftlich: Mycteria ibis), weil er unablässig im Wasser nach Nahrung sucht und dabei nach kleinen Fischen und Wasssertieren tastet.

  • Vom Stamme Nimm sein

    Vom Stamme Nimm sein 4. Mose 13,9

    Der Ausdruck „Vom Stamme Nimm sein“ geht auf den biblischen Bericht im Buch Numeri (4. Mose 13,9) zurück. Dort wird im Zusammenhang mit der Erkundung des verheißenen Landes eine Liste von Kundschaftern genannt. Diese stammen aus verschiedenen Stämmen Israels. Einer dieser Männer ist Josua, der hier als „Sohn Nuns“ bezeichnet wird.

    „Nimm“ bzw. „Nun“ ist dabei kein Aufruf, etwas zu nehmen, sondern ein Eigenname. Der Ausdruck „vom Stamme Nimm sein“ bedeutet daher, dass jemand aus einer bestimmten Familie oder Abstammungslinie stammt. Konkret aus dem Haus des Nuns. In der biblischen Namensgebung ist es üblich, Personen über ihren Vater oder ihre Herkunft zu identifizieren, um ihre Zugehörigkeit innerhalb des Volkes Israel zu verdeutlichen.

    Im übertragenen Sinn hat sich die Wendung im Deutschen zu einer Redensart entwickelt, die Herkunft oder Abstammung beschreibt, oft mit einem leicht humorvollen oder ungewöhnlichen Klang. Sie weist darauf hin, aus welcher „Familie“ oder welchem „Stamm“ jemand kommt. Nicht ganz ohne dabei eine tiefere inhaltliche Bedeutung zu transportieren.

    Im biblischen Kontext verweist die Nennung der Abstammung jedoch auf mehr als nur genealogische Information. Sie ordnet die Person in die Geschichte des Volkes ein und macht deutlich, dass individuelle Aufgaben und Berufungen innerhalb eines größeren Zusammenhangs stehen. Josua selbst wird später zu einer wichtigen Führungsperson, die das Volk Israel in das verheißene Land führt.

    So zeigt der Ausdruck „vom Stamme Nimm sein“ sowohl die Bedeutung von Herkunft und Zugehörigkeit im biblischen Denken als auch die Art und Weise, wie Namen und Abstammung zur Identifikation von Personen dienen.

    Andererseits

    Vom „Stamme nimm sein“ kann auch kritisch gemeint sein. Personen, die lieber nehmen und nicht gerne geben, die keine Verantwortung übernehmen, sich stattdessen bedienen lassen,sind gemeint. Oder auch Personen , die gerne mittrinken, wenn zu einem Getränk eingeladen wird, aber nicht auf den Gedanken kommen, selbst eine Runde auszugeben. – In Raucherkreisen beliebte Marken waren früber El Schnorro und Van Anderen, die es aber weder im Automaten noch am Kiosk zu kaufen gab. Menschen, die auf eigenen Vorteil aus sind, ohne jedoch eine Gegenleistung zu erbringen.

  • Ein Nimrod sein – Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn sein

    Ein Nimrod sein – Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn sein 1. Mose 10,8-9

    Der Ausdruck „ein Nimrod sein“ geht zurück auf die Gestalt des Nimrod im Buch Genesis (1. Mose 10,8–9). Dort wird Nimrod als ein „gewaltiger Jäger vor dem Herrn“ beschrieben und als eine herausragende, machtvolle Persönlichkeit der frühen Menschheitsgeschichte dargestellt.

    Die Formulierung „gewaltiger Jäger vor dem Herrn“ ist auf unterschiedliche Weise zu verstehen. Einerseits beschreibt sie Nimrod als jemanden, der durch seine Stärke, seinen Mut und seine Fähigkeiten hervorsticht. Er steht sinnbildlich für Tatkraft, Durchsetzungsvermögen und Führungsstärke. In diesem Sinne verkörpert er eine Person, die aktiv handelt, Einfluss ausübt und sich durch besondere Leistungen hervorhebt.

    Andererseits wird der Ausdruck „vor dem Herrn“ im biblischen Kontext oft als Hinweis darauf verstanden, dass auch außergewöhnliche menschliche Stärke und Macht letztlich vor Gott stehen und in Beziehung zu ihm gesehen werden müssen. Die Erwähnung kann daher auch eine gewisse Ambivalenz enthalten. Nimrod ist zwar groß und mächtig, doch seine Größe bleibt im Blick auf Gott relativiert.

    Im weiteren Verlauf der biblischen Überlieferung wird Nimrod mit der Entstehung bedeutender Städte wie Babel in Verbindung gebracht. Er steht damit auch für den Beginn von Machtstrukturen und frühen Formen von Herrschaft und Zivilisation. Seine Figur wird so zu einem Symbol für menschliche Stärke, aber auch für den Anspruch, sich durch eigene Kraft und Organisation Bedeutung zu verschaffen.

    Im übertragenen Sinn finet der Ausdruck heute gelegentlich Verwendung, um eine Person zu beschreiben, die besonders kräftig, durchsetzungsfähig oder erfolgreich ist, manchmal auch mit einem leicht kritischen Unterton gegenüber übermäßiger Machtentfaltung.

    So zeigt die biblische Figur des Nimrod eine Verbindung von Stärke, Einfluss und menschlichem Streben nach Bedeutung. Gleichzeitig erinnert der Text daran, dass selbst große Leistungen und Macht immer in einem größeren, göttlichen Zusammenhang stehen.

    In anderen Schriften aus dem jüdischem und dem islamischem Bereich finden sich andere Bilder. Dort ist von einem Mitbegründer des Turmbaus zu Babale die Rede. Nimrod gilt zuweilen als Rebell und Aufrührer, der sich gegen Gott stellte.

  • Noli me tangere – Rühr mich nicht an!

    Noli me tangere – Rühr mich nicht an! Johannes 20,17

    Der Ausdruck „Noli me tangere“ („Rühr mich nicht an!“) stammt aus Johannes 20,17. Gesprochen wird er von Jesus von Nazareth, als er nach seiner Auferstehung Maria Magdalena begegnet. In dieser besonderen Situation erkennt Maria ihn zunächst nicht, bis Jesus sich ihr offenbart. Aus Freude und Erstaunen will sie ihn festhalten, woraufhin Jesus diese Worte sagt.

    Die Aussage „Rühr mich nicht an“ ist dabei nicht als Zurückweisung im Sinne von Ablehnung zu verstehen. Er ist ein Hinweis auf die veränderte Situation nach der Auferstehung. Die Beziehung zwischen Jesus und seinen Jüngern befindet sich in einem Übergang. Jesus ist nicht mehr in der gleichen Weise körperlich greifbar wie vor seinem Tod. Seine Auferstehung weist auf eine neue Wirklichkeit hin, die sich dem gewohnten Zugriff entzieht.

    Im weiteren Wortlaut erklärt Jesus Maria, dass sie ihn nicht festhalten soll, da er noch nicht zum Vater aufgefahren sei. Damit wird deutlich, dass seine Gegenwart nun eine andere Form annimmt Eine, die nicht mehr an einen bestimmten Ort oder eine physische Nähe gebunden ist. Zugleich sendet er Maria mit einer Botschaft zu den Jüngern, wodurch sie zur ersten Zeugin der Auferstehung wird.

    Im übertragenen Sinn wird „Noli me tangere“ oft verwendet, um auf etwas hinzuweisen, das nicht festgehalten oder vereinnahmt werden kann. Es kann darauf aufmerksam machen, dass bestimmte Erfahrungen, Begegnungen oder Zustände nicht dauerhaft festzuhalten sind, sondern sich verändern oder einer neuen Form der Beziehung bedürfen.

    So beschreibt dieser kurze Satz einen tiefen Moment im Osterbericht: die Begegnung mit dem auferstandenen Christus, die Freude des Wiedersehens und zugleich die Einsicht, dass sich die Art der Gemeinschaft grundlegend gewandelt hat. „Rühr mich nicht an“ wird damit zu einem Hinweis auf eine neue, geistlich geprägte Beziehung, die über das rein Sicht- und Greifbare hinausgeht.

    Die Begegnung

    Maria erkennt den vermeintlichen Gärtner zunächst nicht. Als Jesus sich ihr zu erkennen gibt, will sie ihn festhalten. Jesus aber wehrt ab. „Berühre mich nicht!“ Die Begegnung von Maria Magdalena und dem auferstandenen Jesus ist eines der bekanntesten Motive der europäischen Malerei geworden.

  • Eins aber ist not

    Eins aber ist not Lukas 10,42

    Der Satz „Eins aber ist not“ stammt aus dem Evangelium nach Lukas (Lukas 10,42). Er wird von Jesus im Gespräch mit Martha und Maria von Bethanien gesprochen. In dieser Begebenheit kümmert sich Martha um viele häusliche Aufgaben, während Maria sich zu Jesus setzt und seinen Worten zuhört.

    Martha beklagt sich darüber, dass sie allein mit der Arbeit sei. Jesus antowrtet mit den Worten: „Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt. Das soll nicht von ihr genommen werden“. Damit weist Jesus darauf hin, dass inmitten vieler Aufgaben eine grundlegende Priorität nicht aus dem Blick geraten darf.

    Prioritäten

    „Eins aber ist not“ bedeutet, dass es etwas gibt, das im Vergleich zu vielen anderen Dingen Vorrang hat und entscheidend ist. Im Kontext der Erzählung ist damit die Hinwendung zu Jesus und das Hören auf sein Wort gemeint. Während die Sorge um praktische Dinge nicht grundsätzlich abzuwerten ist, wird deutlich gemacht, dass sie nicht das Wichtigste im Leben sein darf.

    Die Szene stellt zwei Haltungen gegenüber. Die aktive Sorge um viele Dinge und die ruhige Aufmerksamkeit für das Wesentliche. Jesus macht deutlich, dass beides seinen Platz hat, aber nicht im gleichen Maß gewichtet haben sollen. Das Hören auf sein Wort wird hier als „das gute Teil“ bezeichnet, das bleibenden Wert hat.

    Im übertragenen Sinn wird der Satz heute oft verwendet, um daran zu erinnern, dass es im Leben zentrale Prioritäten gibt. Diese sollten nicht von vielen nebensächlichen Anliegen überdeckt werden. Er kann als Aufforderung verstanden werden, sich bewusst Zeit für das Wesentliche zu nehmen und nicht ausschließlich von alltäglicher Geschäftigkeit bestimmt zu werden.

    So bringt „Eins aber ist not“ eine grundlegende Einsicht zum Ausdruck: Inmitten vieler Anforderungen und Aufgaben bleibt das Hören, Verstehen und Ausrichten auf das Wesentliche entscheidend. – Jesus spricht hier von der Notwendigkeit (=Not),dass die Ausrichtung auf Gott und sein Wort wichtiger sind als alle Betriebsamlkeit, Aktionismus oder andere, „irdische“ Dinge.

  • Buchstabe N

    Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann

    Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Johannes 9,4

    Sich einen Namen machen wollen

    Sich einen Namen machen wollen oft Menschen, die gewaltiges planen wie die Erbauer des babylonischen Turmes. 1. Mose 11,4

    Was kann von Nazareth Gutes kommen

    Was kann von Nazareth Gutes kommen Johannes 1,46

    Sich selbst der Nächste sein

    Sich selbst der Nächste sein Markus 12,31, 5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18

    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst 3.Mose19,18

    Nichts Neues unter der Sonne

    Nichts Neues unter der Sonne Prediger 1,9

    Was du nicht willst, dass dir geschicht, das tu auch keinem andern nicht

    Was du nicht willst, dass dir geschicht, das tu auch keinem andern nicht Tob 4,15

    Es ist nichts dahinter

    Es ist nichts dahinter 2 Petr 2,18

    Nichts Besseres noch zu erwarten haben

    Nichts Besseres noch zu erwarten haben Sirach 41,3

    Niemand kann zwei Herren dienen

    Niemand kann zwei Herren dienen. Matthäus 6,24

    Ein Nimmersatt sein

    Ein Nimmersatt sein Prediger 1,8

    Vom Stamme Nimm sein

    Vom Stamme Nimm sein 4. Mose 13,9

    Ein Nimrod sein – Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn sein

    Ein Nimrod sein – Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn sein 1. Mose 10,8-9

    Noli me tangere – Rühr mich nicht an!

    Noli me tangere – Rühr mich nicht an! Johannes 20,17

    Eins aber ist not

    Eins aber ist not Lukas 10,42