Im Dunkeln tappen 5.Mo. 28,28-29
Der Ausdruck „im Dunkeln tappen“ beschreibt das Gefühl von Orientierungslosigkeit, Unsicherheit und Verwirrung. Eine eindrückliche biblische Parallele findet sich im Deuteronomium (5. Mose 28,28–29). Dort wird im Zusammenhang mit den Fluchworten gesagt, dass der Mensch „am hellen Mittag tappen wird wie ein Blinder im Dunkeln“ und keinen Erfolg auf seinen Wegen haben wird.
Diese Worte stehen im Rahmen eines großen Segens- und Fluchkapitels. Mose legt dem Volk Israel vor dem Einzug ins verheißene Land Leben und Tod, Segen und Fluch vor. Wenn das Volk Gottes Weisungen missachtet, so die Warnung, wird es die Orientierung verlieren. Das Bild vom Tappen im Dunkeln beschreibt nicht nur körperliche Blindheit, sondern eine geistliche und existenzielle Verirrung.
Wer im Dunkeln tappt, weiß nicht, wohin der nächste Schritt führt. Selbst bei Tageslicht fehlt die Klarheit. Das ist das Dramatische an diesem Bild: Äußerlich mag alles hell erscheinen, doch innerlich herrscht Finsternis. Entscheidungen werden unsicher, Wege führen ins Leere, Vertrauen geht verloren.
Im übertragenen Sinn spricht der Text von den Folgen einer Lebenshaltung, die sich von Gottes Weisung entfernt. Licht steht in der Bibel oft für Wahrheit, Erkenntnis und Nähe zu Gott. Dunkelheit dagegen symbolisiert Orientierungslosigkeit und Trennung.
Der Satz erinnert auch heute an eine menschliche Grunderfahrung: Zeiten, in denen man nicht weiterweiß, in denen Pläne scheitern und der nächste Schritt unklar ist. Die biblische Botschaft bleibt jedoch nicht bei der Warnung stehen. Sie lädt ein, das Licht zu suchen – Gottes Wort als Orientierung anzunehmen, damit das Tappen im Dunkeln ein Ende findet.
Das Bild ist also Mahnung und zugleich auch eine Hoffnung: Orientierung ist möglich. Wer sich am göttlichen Licht ausrichtet, muss nicht dauerhaft im Dunkeln bleiben.
Schreibe einen Kommentar