Sein eigen Fleisch und Blut 1. Mose 37,27
Der Ausdruck findet sich im Buch Genesis (1. Mose 37,27). In der Geschichte von Josef sagen seine Brüder: „Er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut.“ Trotz ihres Neides und ihrer feindlichen Gefühle erkennen sie damit die unauflösliche Verwandtschaft an, die sie mit ihm verbindet.
„Fleisch und Blut“ ist im biblischen Sprachgebrauch ein Bild für leibliche Herkunft und enge Blutsverwandtschaft. Es betont die natürliche, familiäre Bindung, die Menschen miteinander teilen. Wer „mein Fleisch und Blut“ ist, gehört zu mir – nicht nur äußerlich, sondern dem Wesen nach.
Gerade im Zusammenhang der Josefsgeschichte erhält der Ausdruck eine besondere Spannung. Die Brüder planen, Josef zu töten, und doch hält sie das Bewusstsein der gemeinsamen Abstammung davon ab. Stattdessen verkaufen sie ihn. Der Satz zeigt: Selbst in tiefem Konflikt bleibt die familiäre Zugehörigkeit bestehen – als Mahnung und als Grenze.
Im übertragenen Sinn verwenden wir die Redewendung, um enge Verbundenheit auszudrücken. Sie erinnert daran, dass familiäre Beziehungen eine besondere Verantwortung mit sich bringen. Wer zum eigenen „Fleisch und Blut“ gehört, ist nicht beliebig austauschbar.
Die biblische Erzählung macht zugleich deutlich, dass Verwandtschaft nicht automatisch Harmonie garantiert. Doch sie bleibt ein starkes Band, das selbst durch Schuld und Trennung hindurchwirkt. Am Ende der Josefsgeschichte führt dieses Band zur Versöhnung.
So steht der Ausdruck für die Tiefe menschlicher Zugehörigkeit – ein Ausdruck von Nähe, Verantwortung und der bleibenden Verbindung, die Herkunft schafft.
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