Die Redewendungen sind Ausdruck eines tiefen Vertrauens in Gottes Wissen und Gerechtigkeit. Sie betonen, dass Gott alles sieht, alles weiß und alles beurteilen kann. Auch das, was Menschen vielleicht nicht wahrnehmen oder verstehen. Es ist ein Hinweis darauf, dass letztlich Gott das letzte Wort hat. Menschliche Zweifel, Missverständnisse oder Falschbehauptungen können ihn nicht übersehen.
In 2. Korinther 11,11 schreibt Paulus über seine Arbeit und sein Engagement für die Gemeinde: „Ihr selbst seid es ja, die Zeugnis geben können, dass ich nicht minder wirksam bin als die überaus großen Apostel.“ Und in den Versen 12,2–3 bezieht er sich auf seine Visionen und geistlichen Erfahrungen: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren bis zum dritten Himmel entrückt wurde … Weiß Gott, ob er im Leib oder außerhalb des Leibes war, weiß ich nicht; Gott weiß es.“
Auch in Galater 1,20 sagt Paulus: „Ich schreibe es euch vor Gott: Ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt mir im Heiligen Geist.“ Hier erscheint die Redewendung / der Ausdruck als ultimative Bestätigung der Wahrheit. Paulus stellt damit klar, dass seine Aussagen nicht von menschlicher Meinung abhängen, sondern von Gottes Wissen und Zeugnissen bestätigt werden.
Die Redewendung ist also auf zwei Ebenen zu vertehen:
- Wahrheit und Gewissheit: Gott kennt die Realität besser als jeder Mensch. Das gibt Paulus die Sicherheit, dass seine Worte und sein Handeln gerechtfertigt sind, auch wenn andere sie anzweifeln.
- Vertrauen und Entlastung: Menschen müssen sich nicht ständig rechtfertigen oder alles beweisen, weil Gott alles sieht. Das befreiende Bewusstsein, dass Gott die Wahrheit kennt, kann Mut, Gelassenheit und Ehrlichkeit fördern.
Kurz gesagt: „Gott weiß es“ erinnert daran, dass Gottes Wissen vollkommen ist – er sieht das Herz, die Gedanken und die Realität hinter unseren Handlungen. Für Paulus war es eine Quelle von Klarheit, Ehrlichkeit und innerer Sicherheit. Für uns heute kann es eine Ermutigung sein, in Wahrheit und Gewissen zu leben, weil Gott letztlich alles kennt und beurteilt.