Das Kainsmal

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Das Kainsmal oder -zeichen ist ein göttliches Zeichen, das ein Schuldiger trägt, und welches ihn schützen soll vor aller Welt und Rache. 1. Mose 4,15

Hintergrund: Die beiden Brüder Kain und Abel opfern ihrem Gott; dabei wird Abels Opfer angenommen, Kains dagegen nicht. Kain sinnt auf Rache und erschlägt schließlich im Zorn seinen Bruder. Damit wird er zum ersten Mörder der Menschheitsgeschichte und zum Brudermörder.
 Von Gott zur Rede gestellt, leugnet er zunächst. Gott ist entsetzt über die Tat und verflucht Kain, sagt sogar, dass Kain von seinem Acker nicht mehr wird ernten können. Kain erkennt seine große Schuld und seine hilflose Lage im Angesicht von Gottes Fluch, und er schreit seine Scham und Schuld heraus. Daraufhin lässt Gott Gnade walten und verpasst dem Kain ein Zeichen, dass ihn schützen soll vor jeder Blutrache. Auch der Brudermörder soll weder schutz- noch rechtlos sein. Das Kainsmal ist also weniger Schandfleck als Schutzzeichen.

Heute dagegen wird gilt das Kainszeichen als Stigmatisierung von Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, seien es Kriegs- oder politische Parteien oder sonstige Personen, denen ein kritikfähiges Verhalten vorgeworfen wird. 1. Mose 4,15

Menschlich gesehen

Nach einem gemeinsamen Opfer muss Kain feststellen, dass sein Bruder ihm irgendwie etwas voraus hat. Abels Opfer ist vor Gott angenehm, Kains Opfer nicht. Abel ist erfolgrteich, sein Bruder hat das Nachsehen. Der Neid des Bruders wird zu Hass, und daraus wird schließlich der erste Mord der Menschheitsgeschichte.

Wie soll man eine solche Tat sühnen? Was ist gerecht? Welche Strafe kann einen Mord, sogar einen Brudermord ausgleichen? – Gott straft Kain, den Brudermörder hart, aber er lässt ihm das Leben. Und er verpasst ihm ein Mal, ein Zeichen, dass zeigt, daß der Mensch Kain trotz der schweren Schuld als Geschöpf Gottes unter dem Schutz desselben steht.

Heute ist das Kainsmal sowohl ein Schutzzeichen im biblischen Sinn als auch ein Stigma, ein Brandmal, das die Last einer schweren Verfehlung zeigt. Wer sich etwas zu Schulden hat kommen lassen, der wird dieses Stigma als Kainszeichen zeitlebens mit sich tragen.