Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist Matthäus 22,21b; Markus 12,17; Lukas 20,25
Der Satz „Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“ stammt aus den Evangelien Matthäus (Mt 22,21b), Markus (Mk 12,17) und Lukas (Lk 20,25). Er geht auf eine Antwort von Jesus Christus zurück. Der wird von Gegnern gefragt, ob es erlaubt sei, dem römischen Kaiser Steuern zu zahlen.
Jesus wird dabei eine Falle gestellt. Wird er die Steuer bejahen, könnte man ihn als Unterstützer der römischen Besatzungsmacht darstellen. Wird er die Steuer ablehnen, könnte man ihn als Aufrührer anklagen. Seine Antwort „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ durchbricht jedoch diese Falle und lenkt die Frage auf eine grundsätzliche Ebene.
Mit diesem Satz macht Jesus deutlich, dass es unterschiedliche Bereiche von Verantwortung gibt. Einerseits haben staatliche Autoritäten Anspruch auf bestimmte Abgaben und Pflichten im gesellschaftlichen Zusammenleben. Andererseits bleibt Gott der letztgültige Bezugspunkt für das Leben des Menschen. Die Antwort Jesu stellt somit keine einfache Trennung dar. Sie weist vielmehr auf eine doppelte Zugehörigkeit hin. Der Mensch lebt in einer weltlichen Ordnung, steht aber zugleich in Beziehung zu Gott.
Im übertragenen Sinn bedeutet „dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“, die Anerkennung legitimer staatlicher Ordnung und die Erfüllung bürgerlicher Pflichten. Gleichzeitig betont die Antwort Jesu, dass diese Verpflichtungen nicht absolut sind, sondern in einem größeren Rahmen stehen. In diesem soll Gott immer den obersten Anspruch haben.
Im Kontext der Bibel zeigt dieser Satz eine ausgewogene Haltung zwischen Verantwortung gegenüber der weltlichen Ordnung und Treue gegenüber Gott. Er lädt dazu ein, die eigenen Pflichten bewusst wahrzunehmen, ohne dabei die tiefere, geistliche Ausrichtung des Lebens aus dem Blick zu verlieren.