Der Kelch geht an jemandem vorüber

Der Kelch geht an jemandem vorüber Mt 26,39b

Der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ geht auf die Szene in Gospel of Matthew (Mt 26,39b) zurück, in der Jesus Christ im Garten Gethsemane betet. In großer innerer Not bittet Jesus: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Gemeint ist damit die bevorstehende Leidens- und Kreuzesgeschichte, die er vor sich sieht.

Der „Kelch“ ist in der biblischen Bildsprache ein Symbol für das Schicksal, das einem Menschen zuteilwird – hier insbesondere für Leid, Prüfung und das bevorstehende Leiden Jesu. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den Wunsch zum Ausdruck, von schwerem Leid verschont zu bleiben. Gleichzeitig folgt unmittelbar die Bereitschaft, sich dem göttlichen Willen zu fügen: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

Im übertragenen Sinn bedeutet „der Kelch geht an jemandem vorüber“, dass eine schwere Erfahrung, ein Unglück oder eine unangenehme Situation jemanden verschont oder nicht trifft. Die Redewendung wird heute oft verwendet, um auszudrücken, dass man von etwas Belastendem verschont geblieben ist.

Im weiteren Kontext der Bible zeigt diese Stelle die Spannung zwischen menschlichem Wunsch nach Leidvermeidung und der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg anzunehmen. Sie verbindet menschliche Angst und Hoffnung mit Vertrauen und Hingabe.

So steht der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ sowohl für die Bitte um Bewahrung vor schwerem Leid als auch für die Erfahrung, von einer schwierigen Situation verschont zu bleiben – mit einem biblischen Hintergrund, der zugleich die Bedeutung von Vertrauen und Annahme des eigenen Weges betont.

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